Zu links für den Literaturmarkt?

Gisela Elsner ist unvergessen
Von Eva Petermann
|    Ausgabe vom 17. Februar 2017

Im Jahr 2017 jährt sich Gisela Elsners Geburtstag zum 80. Mal; kurz darauf auch der Tag ihres Freitodes vor 25 Jahren.
Die bei ihrem Debüt einst überschwenglich gefeierte Autorin von „Die Riesenzwerge“ landete in späteren Jahren zunehmend „Im literarischen Ghetto“, so der Titel von Band II ihrer Kritischen Schriften. Nicht zuletzt wurde die Meisterin der gesellschaftskritischen Groteske für ihr offenes Bekenntnis zu ihrer DKP-Mitgliedschaft bestraft – ähnlich wie andere linke Künstler auch.
Gisela Elsner, 1937 in Nürnberg als Tochter des Siemens-Direktors Richard Elsner (1905–1994) geboren, studierte Germanistik, Theaterwissenschaften und Philosophie in Wien. Als freie Schriftstellerin lebte sie dann u. a. in Rom, London und New York. Anfang der 1970er Jahre kehrte Elsner in die Bundesrepublik zurück, zunächst nach Hamburg, später zog sie nach München.
Der biografisch basierte Film ihres Sohnes Oskar Röhler, „Die Unberührbare“ aus dem Jahr 2000, vor allem aber die Neuherausgabe ihrer Werke im Verbrecher-Verlag ab 2002 führten zur Wiederentdeckung dieser exzellenten wie exzentrischen Schriftstellerin.
Ihr Gesamtwerk durchzieht die beißende Kritik an der Nachkriegs-BRD wie auch die Auseinandersetzung mit dem Faschismus und dem deformierenden Einfluss des Kapitalismus bis hinein in familiäre und intimste persönliche Beziehungen.
Mittlerweile wird Gisela Elsner nicht nur als literarische Pionierin der 50er bis 90er Jahre wahrgenommen, sondern insbesondere als die herausragendste Satirikerin der Bundesrepublik.


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