„Frauenrechte immer erkämpft, niemals geschenkt“

Bei der Veranstaltung der DKP Hamburg gab es einen fotografischen Rückblick auf die Emanzipation der Frauen in der DDR
Von TS
|    Ausgabe vom 17. März 2017
Internationaler Frauentag 2017, Berlin (Foto: Gabriele Senft)
Internationaler Frauentag 2017, Berlin (Foto: Gabriele Senft)

„Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael, jetzt weiß keiner mehr, wie schön es hier doch war“. Das war eins der Lieder, die die Gruppe Sokugayo gespielt hat. Es ging um die DDR. Gabriele Senft (www.gabrielesenft.de), Fotojournalistin aus der DDR, hat neben schönen Bildern, die das Leben meist von Frauen in der DDR abgebildet haben, auch ihre Erfahrung über die Gleichberechtigung von Frau und Mann in der DDR mitgebracht. Anhand ihrer Lebensgeschichte wurde deutlich, dass die Emanzipation der Frauen in der DDR fortgeschrittener war, als wir es in der BRD heute erleben, oder je erlebt haben. Kinder zu bekommen war kein Hindernis, um weiter zu arbeiten, die Aufteilung in „Männerberufe“ und „Frauenberufe“ war weitestgehend aufgehoben. Gabriele selber hat Journalistik studiert und als Fotojournalistin bei der Nachrichtenagentur ADN/DDR gearbeitet. Klar, gab es immer noch eine stärkere Doppelbelastung für die Frau, aber es wurde über die Verantwortung beider Geschlechter im Haushalt und bei der Kindererziehung nicht nur diskutiert, sie wurde auch zur Realität. Nach dem Anschluss der DDR an die BRD musste sich Gabriele einen anderen Job suchen, sie schaffte es über die Arbeit bei der Jungen Welt, sich eine neue Existenz aufzubauen und weiter als Fotojournalistin zu arbeiten. Reportagen z. B. zum völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien sind wichtige Arbeiten von ihr.
In Kuba wäre es wirklich ziemlich frevelhaft den Farbfilm zu vergessen, bei dem schönen türkisen Wasser und weißen Sandstrand. In dem Dokumentarfilm „Zucker und Salz“, wird das Leben von vier Frauen auf Kuba beleuchtet, die seit 50 Jahren befreundet sind. Sie berichten wie sich ihr Leben mit der Revolution verändert hat, vor allem verbessert hat. Trotzdem ist der Machismo in Kuba nicht klein zu kriegen, aber sie machen auch keinen Hehl daraus, dass sie ihn auch manchmal genießen und ihn damit reproduzieren. Der reale Versuch eines Aufbaus des Sozialismus hat die Lebensrealität von Frauen objektiv verbessert, dass dabei nicht alles perfekt war, ist leider Realität, denn die DDR existiert heute nicht mehr und Kuba kämpft seit Jahrzehnten für Erhalt und Weiterentwicklung des Sozialismus. Es war aber eben nicht alles nur schwarz oder weiß und beim nächsten Anlauf werden wir auf jeden Fall den Farbfilm dabei haben.


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