Ostermärsche 2017

|    Ausgabe vom 21. April 2017

Auch in diesem Jahr gingen wieder zehntausende Menschen aus Initiativen, Gewerkschaften, Parteien, Jugendorganisationen und kirchlichen Gruppen für den Frieden auf die Straßen und Plätze der Republik. Die großen Zusammenschlüsse der Friedensbewegung „Bundesausschuss Friedensratschlag“ und „Netzwerk Friedenskooperative“ hatten gemeinsam zu den diesjährigen Ostermärschen aufgerufen.
Willi van Ooyen, Sprecher des Ostermarschbüros, erklärte: „Die Menschen in unserem Land spüren, dass die Kriegszustände durch die aktuellen Kriege und Bombardierungen in Syrien, Mali und Afghanistan, aber auch durch die Drohungen gegen den Iran und Nordkorea wachsen. Gleichzeitig befürchten sie, dass die herrschende Politik daran nichts ändern will.“
Die Ostermärsche sind ein Signal für einen notwendigen Politikwechsel. Es bleibt die Aufgabe der Friedensbewegung, die Alternativen zur derzeitigen Politik deutlich zu machen und dafür neue Mehrheiten zu gewinnen. Die Abschlusserklärung des Ostermarschbüros Frankfurt führt noch einmal deutlich die thematische Breite der mehr als 90 Ostermärsche, die wie ein bunter Flickenteppich im ganzen Lande zu sehen waren, vor Augen:
„Jede Waffe, die aus Deutschland exportiert wird, dient der Aufrüstung eines anderen Landes, fördert Unterdrückung und führt dazu, dass anderswo in der Welt Kriege geführt werden. Die weltweiten Kriege führen zu Leid, Vertreibung und Flucht. Die Ostermarschierer solidarisieren sich mit den Flüchtlingen. Die innere Militarisierung, das Schüren von Terrorangst, ein Bundeswehreinsatz im Inneren und die Werbeoffensive der Bundeswehr zur Rekrutierung junger Menschen werden zurückgewiesen.“
Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative zieht eine positive Bilanz: „Die Ostermärsche zeigen eine lebendige, politisch hellwache und sachkundige Bewegung, die engagiert vor den Gefahren eskalationsträchtiger Machtpolitik warnt und friedenspolitische Alternativen zu Säbelrasseln und militärischer Intervention aufzeigt.“
Weiter heißt es: „Die Ostermärsche sind weiterhin ein wichtiges Zeichen, wie besorgt viele Menschen um den Frieden in Europa und weltweit sind. Das Scheitern der Politik mit militärischen Mitteln, die nur Krieg und Gewalt auslösen, haben die Notwendigkeit von Frieden wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt.“ Das Netzwerk verzeichnete dieses Jahr ein deutlich gestiegenes Interesse am Thema Ostermarsch. Das Bonner Büro zeigt sich erfreut: „Wir konnten ein deutlich höheres Interesse an den Ostermärschen verzeichnen. Dies lässt sich zum einen an der Zugriffszahl unserer Website ablesen, die zu Ostern bei mehreren Zehntausend lag und damit deutlich über dem Schnitt der Vorjahre, aber auch an den vielen Presseanfragen und den E-Mails von Aktivisten und Interessierten.“
Die Bilanz der Ostermärsche lautet übereinstimmend: „Die Ostermärsche bleiben eine lebendige und absolut notwendige Tradition, die dazu beiträgt, die Skepsis gegenüber Krieg und Militär in unserer Gesellschaft aufrecht zu erhalten.“


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Leserbrief zu »Ostermärsche 2017«, UZ vom 21. April 2017





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