Neue Seidenstraße

|    Ausgabe vom 19. Mai 2017

Auf einem internationalen Treffen in Peking unterzeichneten Vertreter aus mehr als 100 Staaten, darunter 29 Staats- und Regierungschefs, eine Erklärung zum Projekt der „Seidenstraße“. Für das Vorhaben, das den Ausbau von Verkehrskorridoren aus Ostasien nach Europa auf dem Land- sowie auf dem Seeweg vorsieht, stellt die chinesische Regierung mehrere Hundert Milliarden US-Dollar bereit; es gilt als eine der bedeutendsten ökonomisch-strategischen Unternehmungen der Gegenwart. Die deutsch geführte EU verweigerte ihre Unterschrift unter die Erklärung.
China zielt darauf, neue Absatzmärkte für seine Wirtschaft zu erschließen und die Regionen im Westen der Volksrepublik zu stabilisieren und zu entwickeln. Die „Neue Seidenstraße“ soll Europa und Asien ökonomisch eng verknüpfen – ohne die USA, weshalb sie dem Vorhaben ablehnend gegenüberstehen. Die Deutschen Interessen sind derweil widersprüchlich: Einerseits erhofft sich das deutsche Kapital von einer intensiveren Kooperation neue Profite, andererseits steht der mit dem Projekt verbundene weitere Aufstieg Chinas den machtpolitischen Interessen Deutschlands und der EU entgegen. Berlin und Brüssel verhalten sich entsprechend ambivalent.


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Leserbrief zu »Neue Seidenstraße«, UZ vom 19. Mai 2017





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