Interview

DKP im Wahlkampf

Gernot Linhart im Gespräch mit Martina und Uwe Lennartz, DKP Gießen
|    Ausgabe vom 14. Juli 2017

Martina und Uwe Lennartz von der DKP Gießen haben über 250 Unterschriften für die Landesliste in Hessen gesammelt.

 

Frage: Wie war die Resonanz beim Sammeln von Unterstützungsunterschriften?

Martina: Sie war überwiegend positiv. Besonders ehemalige DKP-Mitglieder haben sich über unsere direkte Ansprache gefreut und uns bereitwillig mit ihrer Unterschrift unterstützt. Auch viele Mitglieder der PDL, mit der wir im Stadtparlament ein konstruktives Bündnis bilden, haben ohne zu zögern unterschrieben, weil die DKP mit ihrer Kandidatur den linken Flügel der PDL stärken würde.
Uwe: Beim Ansprechen von uns fremden Menschen in der Fußgängerzone mussten wir mehr Überzeugungsarbeit leisten. Wir haben das Gießener Echo, die monatlich erscheinende Zeitung der DKP Gießen, an Passanten verteilt und sie dabei direkt gefragt, ob ihnen die DKP und ihre Ziele bekannt sind. Blieben sie dann stehen, haben sich häufig lange und intensive Gespräche entwickelt, bei denen sie meistens auch unterschrieben haben.

Frage: Mit welchen Argumenten habt ihr am häufigsten überzeugt?

Uwe: Hier war für mich das Sofortprogramm der DKP sehr hilfreich. Bei der Diskussion über die Ursachen der zunehmenden Armut, die Verschärfung der Ausbeutung durch Unternehmer und den Abbau erkämpfter Rechte, über die Ursachen der kriegerischen Eskalationen in unserer Welt und über den Zusammenhang zwischen Rüstungsexporten und der hohen Zahl der Flüchtenden konnte ich deutlich machen, dass die DKP konkrete Lösungen für diese Probleme hat.
Martina: Ich überzeugte mit den Forderungen nach Erhöhung der öffentlichen Investitionen in Wohnungen, Bildung und Krankenhäuser sowie der Rente und des Mindestlohns. Auch die Forderung nach Beendigung der Kriege mit deutscher Beteiligung und Verringerung des deutschen Rüstungsetats überzeugte die Gesprächspartner, uns zu unterstützen. In vielen Gesprächen spürte ich außerdem ein großes Verständnis dafür, dass viele dieser Probleme unserer Gesellschaft im Kapitalismus nicht lösbar sind, weil der Kapitalismus selbst das Problem ist und wir nur zusammen mit allen Ausgebeuteten und Unterdrückten in kämpferischer Solidarität zur Veränderung der bestehenden Machtverhältnisse beitragen können.

Frage: Was ist euer Resümee nach diesem monatelangen Sammeln?

Uwe: Ich habe den Eindruck, dass wir viele Menschen in intensiven Gesprächen erreicht und sogar motiviert haben, sich in Zukunft noch mehr für die Politik der DKP zu interessieren. Einige haben das Gießener Echo abonniert oder sind bei Veranstaltungen der DKP Gießen erschienen, wo wir bereits weitere Gespräche führen konnten.
Martina: Wir konnten nicht nur zum Unterschreiben überzeugen, sondern haben mit unseren politischen Zielen und Inhalten überzeugt. Viele Menschen haben uns darin bestätigt, dass aktives, offenes und selbstbewusstes Auftreten notwendig ist. Somit ist die Kandidatur der DKP eine fantastische Möglichkeit, dass die DKP und unsere Ziele noch mehr wahrgenommen werden.

Frage: Und wie geht es jetzt weiter?

Martina: Das Interesse, das uns so viele Menschen entgegengebracht haben, und die dadurch bei uns entstandene Euphorie werden wir nutzen, um mit Selbstbewusstsein, Engagement und Mut einen intensiven und kämpferischen Bundestagswahlkampf zu führen und noch mehr Menschen zu erreichen und zu überzeugen.

Dafür wünsche ich euch und uns allen viel Kraft und Erfolg. Vielen Dank für das Gespräch.


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Leserbrief zu »DKP im Wahlkampf«, UZ vom 14. Juli 2017





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