Anhörung im Assange-Prozess

Begleitet von Protesten hat die erste Anhörung um den Auslieferungsantrag der US-Regierung gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange begonnen. Vor dem Gebäude hatten sich Anhänger Assanges versammelt und seine Freilassung gefordert. „Schießt nicht auf den Überbringer der (schlechten) Botschaft, befreit Assange“, stand auf einem Plakat. Mehr als 30 Politiker aus zwölf Ländern beobachten den Prozess. Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning – damals Bradley Manning – geholfen zu haben, geheimes Material von Kriegsschauplätzen der USA im Irak und in Afghanistan veröffentlicht zu haben. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten in den USA drohen dem gebürtigen Australier bis zu 175 Jahre Haft. Die Anhörungen waren zunächst für eine Woche geplant und sollen dann erst am 18. Mai für weitere drei Wochen fortgesetzt werden. Assange sitzt zurzeit im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Osten Londons. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, hatte kürzlich schwere Vorwürfe gegen die Behörden in Britannien, Schweden, den USA und Ecuador erhoben. An Assange werde ein Exempel statuiert, um Journalisten einzuschüchtern.

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"Anhörung im Assange-Prozess", UZ vom 28. Februar 2020



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