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Rote Socken verblichen

|    Ausgabe vom 2. Dezember 2016

Der Schöpfer der Rote-Socken-Kampagne Peter Hintze ist vergangene Woche gestorben. Der gelernte Theologe und Pfarrer war bis zur Wahlniederlage Helmut Kohls 1998 dessen Generalsekretär und der der CDU. Im Bundestagswahlkampf 1994 machte er mit dem Plakat „Auf in die Zukunft … aber nicht auf roten Socken“ das vielfach beklagte SED-Erbe der PDS zum Thema. Anlass war die Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt, die von der PDS toleriert wurde. Wir verdanken dem Mann nicht nur das zweifelhafte Vergnügen von Gerhard Schröder als Bundeskanzler, sondern auch die Weiterentwicklung eines typischen Elements politischer Kultur.
Hintze entwickelte die CDU-Plakate aus dem Jahr 1953 weiter, die sich mit dem Motiv des finsteren Rotarmisten und dem Text „Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau“ tief in unser ästhetisches Empfinden brannten. Sein Motiv mit den Socken kam dagegen heiterer, ja zuversichtlich daher.
Dem bildhaften Antikommunismus Hintzes nahezukommen, bemühen sich die Heutigen nur unvollkommen: „Linksrutsch verhindern – Damit Deutschland Deutschland bleibt!“, lautet der Ruf der CSU und ihres lebenden Generalsekretärs Andreas Scheuer. Anbei ein Fähnchen der Arbeitsagentur. Wie flach und im Vergleich zum Sockenmotiv unpoetisch!


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Leserbrief zu Artikel »Rote Socken verblichen«, UZ vom 2. Dezember 2016





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