Die Kommunisten und die Zukunft

Uli Brockmeyer zu Marx’ „Das Kapital“
|    Ausgabe vom 22. September 2017

Anlässlich des 150. Jahrestages der Herausgabe des 1. Bandes von Karl Marx’ Hauptwerk „Das Kapital“ hat man sich in den Redaktionen verschiedener Medien darüber Gedanken gemacht, wie es denn möglich sein kann, dass dieses Werk, zumal es keine leichte Lektüre ist, heute immer noch existiert und sogar gelesen wird. Die Antwort darauf ist recht einfach: In diesem Buch – und in den folgenden Bänden 2 und 3 – erläutert Karl Marx die Funktionsweise des Kapitalismus. Er weist zum Beispiel nach, dass die Grundlage dieser Gesellschaftsordnung auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht, und er erklärt, dass der Profit, ohne den ein Kapitalist absolut nichts unternimmt, nicht durch den Verkauf einer Ware, sondern eben dadurch entsteht, dass sich der Eigentümer der Produktionsmittel, also der Kapitalist, den Teil der Arbeit aneignet, der vom Arbeiter geleistet, für den er jedoch nicht bezahlt wird.
Das war vor 150 Jahren nicht wesentlich anders als heute, nur haben sich heute die Methoden der Ausbeutung sehr stark verfeinert, ebenso wie die Methoden ihrer Verschleierung. Wurde zu Marx’ und Engels’ Zeiten eine besondere Schärfe der Ausbeutung vor allem durch lange Arbeitszeiten und durch Kinderarbeit gekennzeichnet, so ist es heute zum Beispiel die Tatsache, dass selbst solche grundlegenden Dienstleistungen wie die Gesundheitsfürsorge und die Bildung auch Gewinn abwerfen sollen.
Im Kapitalismus ist buchstäblich alles eine Ware, mit der ein privater Kapitalist Profit machen kann. Pervers im Vergleich zu den Zeiten des entstehenden Kapitalismus ist allerdings, dass auch sogenannte „Produkte“, die niemand produziert und die ihrerseits nichts produzieren, schier unendlichen Profit einbringen, wie zum Beispiel „Finanzprodukte“. Noch perverser ist, dass durch die rücksichtslose kapitalistische Produktion Schritt für Schritt unsere gesamte Umwelt zerstört wird. Aber es wird nichts unternommen, um diese Zerstörung aufzuhalten – weil das keinen Profit bringt.
Es gibt nur ein Konzept gegen diese unheilvolle Entwicklung: Den Besitzenden der wichtigsten Produktionsmittel muss dieser Besitz genommen werden, damit der Gewinn aus jeglicher sinnvoller Arbeit nicht privaten Kapitalisten, sondern den Produzierenden und allen Menschen zugute kommt und der Profit nicht mehr das Maß aller Dinge ist. Dafür stehen die Kommunisten.


  Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe@unsere-zeit.de):

Leserbrief zu Artikel »Die Kommunisten und die Zukunft«, UZ vom 22. September 2017





Wir bitten darum, uns kurze Leserzuschriften zuzusenden. Sie sollten unter der Länge von 1800 Zeichen bleiben. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen und kann nicht versprechen, dass jeder Leserbrief beantwortet oder veröffentlicht wird. Anonyme Leserzuschriften werden in der Regel nicht veröffentlicht.