Marionettenmärchen

Von Conny Renkl, Berlin
|    Ausgabe vom 8. Dezember 2017

Dank an Walter Bauer für den kritischen Artikel zu Foschepoths jüngstem Machwerk. Das hebt sich wohltuend ab von dem, was dazu z. B. in der „jungen Welt“ unkritisch abgedruckt war.
Foschepoth ist mir in meiner Funktion als langjähriger Betriebsratsvorsitzender bei AKAD-Privathochschulen bekannt geworden. Als Geschäftsleitung von 1997 bis 2004 missachtete er die Rechte des Betriebsrats und versuchte mich und andere KollegInnen z. B. mit Abmahnungen einzuschüchtern. Zur Einschätzung dieses Mannes machten wir uns natürlich kundig über seine Veröffentlichungen, etwa „Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR“, ein gegen die DDR-Historiographie gerichtetes antikommunistisches Machwerk, die Dissertationsschrift des gelernten Theologen. Oder „Kalter Krieg und Deutsche Frage“, als zahnlose Kritik von liberaler Seite an Adenauer verfasst. Schlussfolgerung: Der Gegner auf betrieblicher Ebene war auch ideologischer Gegner und kein Mann des Fortschritts.
Man kann natürlich den neuesten Foschepoth nutzen: Seht her, sogar ein bürgerlicher (wenn auch drittklassiger) Autor spricht sich gegen das KPD-Verbot aus. Doch es bleibt einem die Freude im Halse stecken. Die KPD/DKP als Marionette der SED, die DDR eine Marionette der UdSSR – das versucht Foschepoth unter der Hand zu vermitteln. Kein Wort vom säkularen Kampf der deutschen Kommunisten in BRD und DDR gegen deutschen Imperialismus, Krieg und Faschismus.


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Leserbrief zu »Marionettenmärchen«, UZ vom 8. Dezember 2017





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