Blockiert

Protestaktion gegen „Frauenmarsch“ in Delmenhorst
Von Klaus Weber
|    Ausgabe vom 11. Mai 2018

Ein Ableger der rechten „Bremer Frauenmärsche“ wollte am 5. Mai durch Delmenhorst maschieren. Die aus dem AfD-Umfeld organisierte Demonstration „Gegen die Öffnung der Grenzen und die Zuwanderung von illegalen Flüchtlingen“ zog am Samstag rund 70 meist männliche Teilnehmer in die Stadt, darunter die Delmenhorster AfD-Politiker Lothar Mandalka, Holger Lüders und Stefan Kappe.
Ein Bündnis, initiert vom Delmenhorster Friedensforum und unter Beteiligung der DKP Delmenhorst, der SDAJ Bremen-Oldenburg, Linksjugend und DIDF hatte zu Gegenaktionen aufgerufen. Organisiert wurden mehrere Kundgebungen mit mehreren hundert Beteiligten sowie eine Demo von SPD und Grünen, die allerdings drei Stunden vor dem „Frauenmarsch“ begann und von der Demoroute der Rassisten wegführte.
Aus den Erfahrungen der G20-Proteste in Hamburg und des AfD-Bundesparteitags in Hannover setzte man besonders auf eine regionale Mobilisierung. Für die DKP Delmenhorst mit ihrem Transparent „Gemeinsam Kämpfen: gegen Rassismus und Nato“ stand im Vordergrund die Sicherheit der Genossinnen und Genossen sowie ein auf verbindlichem Konsens basierender Aktionsplan. Dadurch war es möglich, nach dem Ende der Kundgebungen zügig auf die Demoroute der Rassisten zu gelangen und im Bereich Bremer Straße eine Sitzblockade anzuführen. Durch das entschlossene und ruhige Auftreten der Kommunistinnen und Kommunisten konnten viele weitere Demonstranten zur Teilnahme an der Blockade bewegt werden, so dass der Verkehr für eine Stunde völlig zum Erliegen kam.
Versuche der Polizei, die Blockade zu räumen, scheiterten, so dass die Blockade als Versammlung eingestuft wurde und der „Frauenmarsch“ an ihr vorbeigeführt werden musste.


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