Kultur

„Persönlich hat er manchmal anarchistische Tendenzen“ *

Warum wir Ernst Busch nicht vergessen dürfen
Tanja Krienen
Ausgabe vom 12. Oktober 2018
Ernst Busch als Darsteller in der Inszenierung der „Mutter Courage“ des Berliner Ensembles 1946 (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Busch_(Schauspieler)#/media/File:Fotothek_df_pk_0000249_051.jpg]Abraham Pisarek/Deutsche Fotothek/Wikimedia Commons[/url])

Ernst Busch als Darsteller in der Inszenierung der „Mutter Courage“ des Berliner Ensembles 1946 (Foto: Abraham Pisarek/Deutsche Fotothek/Wikimedia Commons / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Wer war eigentlich …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 12. Oktober 2018

Es geht weiter Die Statuten der Schwedische Akademie der Wissenschaften sind – auch dank der Intervention des Königs – geschmeidig geändert worden. Bei uns ist der elitäre Klub nur bekannt, weil der alljährlich bekannt gibt, wer den …

BücherTage

UZ
Ausgabe vom 12. Oktober 2018

2018 ist auch der 70. Jahrestag der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, sie wurde am 10. Dezember 1948 in Paris von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Die Frankfurter Buchmesse, der Börsenverein des …

Unübersichtlich

Die gar nicht so unklaren Interessen von Politik und Branche
Herbert Becker
Ausgabe vom 12. Oktober 2018
 (Foto: [url=https://ar.wikipedia.org/wiki/%D9%85%D9%84%D9%81:2009_urban-commuter_reading_a_novel.jpg]Olaf Simons / Wikimedia Commons[/url])

(Foto: Olaf Simons / Wikimedia Commons / Lizenz: CC BY 3.0)

Die Frankfurter Buchmesse ist nicht nur eine Plattform für gesellschaftliche Themen, in diesem Jahr hat sie sich viel vorgenommen, um in ihren Worten „der Bedrohung des freien Wortes und seiner Verbreitung“ aktiv entgegenzutreten. Die …

Regenwald wie Brokkoli

„Bungalow“ von Helene Hegemann – schön schief
Ken Merten
Ausgabe vom 12. Oktober 2018

Nebst der Natur kündet alljährlich die Longlist des Deutschen Buchpreises noch im Sommer das Ende des Sommers an. Denn was dort vorgestellt wird, ist quasi die der Breite der Lesegemeinschaft vorgeschlagene Schmökerliste für feuchtkalte …

Die Möglichkeiten und Leiden der Anderen

Christoph Heins neuer Roman „Verwirrnis“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 12. Oktober 2018

Der Roman „Verwirrnis“ hat mehrere Handlungen, die aus unterschiedlichen sozialen Bereichen stammen und bis in den Ersten Weltkrieg zurückreichen. Bevorzugt spielen sie im Lehrer-, Bildungs-, Kunst- und Wissenschaftsmilieu; Erziehung …

Worüber sich das Schreiben lohnt

Das neue Buch von Erich Hackl verdient alle Aufmerksamkeit
Herbert Becker
Ausgabe vom 12. Oktober 2018

Es lohnt sich, auf den Schriftsteller Erich Hackl immer wieder aufmerksam zu machen. In der UZ vom 13. Juli 2018 war eine ausführliche Würdigung zu lesen, die die gesamte schriftstellerische Arbeit dieses österreichischen Autoren …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 12. Oktober 2018

Nora „Nora oder Ein Puppenheim“ von Henrik Ibsen, das 1879 in Kopenhagen uraufgeführt wurde, ist bis heute immer wieder auf den Spielplänen der Theater zu finden. „Die sexualisierten Wunschträume einer bigotten Männerwelt explodieren …

Verkürzte Festansprachen

von 1989–1990
Ausgabe vom 5. Oktober 2018
 (Foto: Harm Michaelis_pixelio.de)

(Foto: Harm Michaelis_pixelio.de)

Hannes Stütz ist Schauspieler, Kabarettist, Liedermacher und Autor. In den 1970er und 80er Jahren war er maßgeblich beteiligt an der erfolgreichen Kulturarbeit der DKP, an der Leitung des „Pläne“-Verlages und an der Organisation von …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 5. Oktober 2018

Zensur Ganz fleißig war ein „Interministerieller Ausschuss für Ost-West-Filmfragen“ zwischen 1954 und 1966. Im Auftrag der Bundesregierung hat er über 3 000 Filme aus sozialistischen Ländern gesichtet, in weit mehr als 100 Fällen …

Dreigroschenoper 2.0 oder Klassenkampf im Kino

Zu Joachim A. Langs „Mackie Messer – Brechts 3Groschenfilm“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 28. September 2018
 (Foto: Stephan Pick)

(Foto: Stephan Pick)

Was wäre, wenn? Wenn es zum Beispiel anno 1928 schon Fernsehen gegeben hätte und Bertolt Brecht und Kurt Weill sich nach dem Riesenerfolg ihrer „Dreigroschenoper“ sich an dieses statt an das damals wichtigste Massenmedium Film gewandt …

Seltene Exponate, aber zu wenig Aufklärung

Eine Ausstellung zur Revolution 1918/1919 in Hamburg
Kai Böhne
Ausgabe vom 28. September 2018
Litfaßsäule am Holstenwall kündigt Revolutions-Ausstellung an.  (Foto: Kai Böhne)

Litfaßsäule am Holstenwall kündigt Revolutions-Ausstellung an. (Foto: Kai Böhne)

Im Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall 24 wird seit April die Ausstellung „Revolution! Revolution? Hamburg 1918–1919“ gezeigt. Im Einladungstext heißt es, die Revolution von 1918/1919 markiere eines der wichtigsten …

Schlaflos, proletarisch, arm

Fernsehserie „Babylon Berlin“ ab 30. September im Ersten
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 28. September 2018
Ausbrechen kommt nicht in Frage. Kriminalkommissar Gereon Rath wird von KPD-Genossen untergehakt. (Foto:  ©Frederic Batier)

Ausbrechen kommt nicht in Frage. Kriminalkommissar Gereon Rath wird von KPD-Genossen untergehakt. (Foto: ©Frederic Batier)

Es sind nur noch wenige Tage bis zum 1. Mai 1929 in Berlin, dem Blutmai. Die Polizei bereitet sich darauf vor, Arbeiterwohnungen zu überfallen und Demonstrationen auseinanderzuprügeln. Trotzkisten der Organisation „Rote Festung“ klauen …

Die Macht des Hockey

Reema Kagtis „Gold“ ist eine Verbeugung zum Unabhängigkeitstag
Ausgabe vom 21. September 2018

Tapan Das (Akshay Kumar) ist ein ebenso leidenschaftlicher wie auch chaotischer Bengali. Er lebt für Hockey, aber er kämpft auch für die Unabhängigkeit seines Landes. Hockey ist so etwas wie der Nationalsport in Britisch-Indien. In …

Die Kunstarbeiter

Politische Kunst auf dem UZ-Pressefest
Manfred Idler
Ausgabe vom 21. September 2018
Die „Grenzgänger“ sangen und spielten den versteinerten Verhältnissen ihre eigene Melodie vor. (Foto: Reiner Engels / r-mediabase.eu)

Die „Grenzgänger“ sangen und spielten den versteinerten Verhältnissen ihre eigene Melodie vor. (Foto: Reiner Engels / r-mediabase.eu)

Es war wieder ein großartiges Fest der Solidarität, des Kampfes gegen Krieg und Faschismus, unser UZ-Pressefest 2018. Kluge Leute stellten ihre Analysen vor, Gewerkschafter tauschten sich über den Kampf für bessere Arbeitsbedingungen …

Die Sprache gehört uns

Erklärung der Initiative „Unruhe stiften“
KünstlerInneninitiative www.unruhestiften.de
Ausgabe vom 21. September 2018

Der Missbrauch der Sprache zur Polarisierung gesellschaftlicher Konflikte, zur Ausgrenzung ethnischer, religiöser oder sozialer Teile der Bevölkerung ist nicht neu. Auch in der jüngsten Vergangenheit, im Zeitalter des Neoliberalismus, …

Die Großen fressen die Kleinen

Politische Kunst. Peter Bruegel der Ältere in Anabella Weismanns neuer Sicht
Hanns-Werner Heister
Ausgabe vom 14. September 2018
Peter Bruegel d. Ä.,

Peter Bruegel d. Ä., "Die großen Fische fressen die kleinen"

Peter Bruegel der Ältere (1525/1530 – 1569) ist einer der Großen in der Bildenden Kunst. Und er ist ein Künstler, der vom Standpunkt des Friedens und im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung Stellung nimmt in dem „Krieg der Klassen“, …

„Hier bin ich geboren“

Impressionen zum Film „Gundermann“ von Andreas Dresen
Randolph Oechslein
Ausgabe vom 14. September 2018
Gerhard „Gundi“ Gundermann – Konzert 1994

Gerhard „Gundi“ Gundermann – Konzert 1994

Seit dem 23. August 2018 läuft der Film über den DDR-Rockpoeten …

Rechte im Vormarsch

Kulturpolitik und Kulturarbeit der AfD vor Ort
HB
Ausgabe vom 14. September 2018
Podiumsdiskussion über rechte Parteien und Kultur auf dem UZ-Pressefest, u. a. mit Susann Witt-Stahl von der Zeitschrift

Podiumsdiskussion über rechte Parteien und Kultur auf dem UZ-Pressefest, u. a. mit Susann Witt-Stahl von der Zeitschrift "Melodie & Rythmus" (Foto: Tom Brenner)

Alle Stühle besetzt, viele standen dahinter: Ein großes Interesse fand die Diskussionsrunde auf der UZ-Tribüne am Samstagmittag zu der Wühlarbeit der rechten Parteien und Gruppierungen in Sachen Kulturpolitik und Kulturarbeit. Lebhaft …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 14. September 2018

Seehofers Heimat Darauf haben die reaktionären Verbände der „Sudetendeutschen“ sehnsüchtig gewartet: Die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer hat das erste Exponat des neuen Sudetendeutschen Museums in München der …

Die Marx-Bühne

Marx-Kompress in der Kunst- und -Kultur-Halle
Herbert Becker
Ausgabe vom 14. September 2018
Auf der Marx-Bühne: Sabine Kühnrich vom Trio Quichote  (Foto: Tom Brenner)

Auf der Marx-Bühne: Sabine Kühnrich vom Trio Quichote (Foto: Tom Brenner)

Am Freitagabend eröffneten die „Grenzgänger“ mit ihrem Programm „Die wilden Lieder des jungen Marx“. Die Bremer Musiker, Meister ihrer Instrumente, hatten sich für die Bearbeitung dieser frühen Texte – eigentlich Briefe des jungen, …

Interview

Interesse und Handwerk

Dieter Süverkrüp stellt auf dem Pressefest aus
Herbert Becker
Ausgabe vom 7. September 2018
Dieter Süverkrüp. Der Meister in seinem Garten (Foto: privat)

Dieter Süverkrüp. Der Meister in seinem Garten (Foto: privat)

Dieter Süverkrüp, den meisten UZ-Lesern und Pressefest-Besuchern bekannt als politischer Liedermacher seit den 1960er Jahren, war und ist sein Leben lang ein bildender Künstler. Er studierte in den frühen 1950er Jahren an der …

Unsicherer Grund

Kai Degenhardts neue CD „Auf anderen Routen“
Manfred Idler
Ausgabe vom 7. September 2018

Das Cover: Das Detail eines Schiffes, Backbordseite. Das Schiff fährt offenbar schnell, die Bugwelle zeigt es an. Der Horizont ist offen, der Blick in Fahrtrichtung versperrt durch eine Windblende. Eine lange rotgepolsterte Sitzreihe …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 7. September 2018

Chemnitz wirbt Die Stadt Chemnitz möchte 2025 Kulturhauptstadt Europas werden. In diesem Jahr darf eine deutsche Stadt (oder auch ein Städtebund) sich mit dem Titel schmücken. Eine Website zur Bewerbung der Stadt beginnt mit dem Satz: …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 31. August 2018

Man möchte sich freuen Das einzige Staatstheater Brandenburgs wird weiter aufgewertet. Das Staatstheater Cottbus arbeitet künftig als Vierspartenhaus. Zu den bisherigen drei Fächern Oper, Schauspiel und Konzert kommt das Ballett als …

Aufschlussreiche Zeitdokumente

Zwei Klassiker werden neu entdeckt
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 24. August 2018
Schloss Waldenburg (Foto: gemeinfrei)

Schloss Waldenburg (Foto: gemeinfrei)

Die Arte-DVD-Edition „Hunger in Waldenburg“, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam und nun im Vertrieb von Absolut Medien als DVD erhältlich, bietet mehr als nostalgische Erinnerung und Wiederentdeckung eines …

Die kluge Vielfältige

Zum Tod von Ursula Püschel
Mathias Meyers
Ausgabe vom 24. August 2018

Als Ursula Püschel am 19. August des Jahres 2011 ihren Artikel über Federico Garcia Lorca, den sie  anlässlich des 75. Jahrestages seiner Ermordung durch die spanischen Franco-Faschisten für die UZ verfasst hatte, zeigte sie sich sehr …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 24. August 2018

Bemühte Eiferer Missbrauch steht bevor. Die Berliner Festspiele planen im Herbst ein Kunst- und Filmprojekt, für das unter anderem die Berliner Mauer symbolisch wieder aufgebaut werden soll. Dies sei Teil eines europäischen Zyklus, …

Interview

Lebensfrohe Anarchie

Über Projekte und direkte politische Aktion
Herbert Becker
Ausgabe vom 17. August 2018
Heinz Ratz von

Heinz Ratz von "Strom und Wasser"

UZ: Seit über 30 Jahren bist du, wie viele andere Musiker und Bands auch, auf den Bühnen und Plätzen der Republik mit deiner Band „Strom und Wasser“ unterwegs. Was hat dich bewogen, über die Musik hinaus aktiv zu werden? Heinz …

Frau Kapital und Dr. Marx

Das Weber-Herzog-Musiktheater gastiert in der Kunst-und-Kulturhalle
UZ
Ausgabe vom 17. August 2018
 (Foto: Weber-Herzog-Musiktheater)

(Foto: Weber-Herzog-Musiktheater)

In einer Zeit zunehmender Erwerbslosigkeit, zunehmender Arbeitshetze, zunehmendem Druck und Verunsicherung kann es für jeden hilfreich sein, sich mit dem Werk von Karl Marx, insbesondere mit seinem Hauptwerk „Das Kapital“ zu …

Ewige Jugendsünden

Die Gruppe ZSK war, ist und bleibt mit „Hallo Hoffnung“ für ihre Fans ZSK
Elron Habbert
Ausgabe vom 17. August 2018

Wenn man an Gewohnheiten festhält, dann ist das auch regelmäßig gelebt. Das können schlechte sein wie Alkohol (hört dazu: „Die besten Lieder“), ganz schlechte wie zu glauben, man könne Filmzitate plump zu Lyrics umwursten („Es müsste …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 17. August 2018

Schlingerkurs Das Hip-Hop-Trio „Young Fathers“ hatte sich letztes Jahr dem BDS-Boykott des Pop-Kultur-Festivals in Berlin angeschlossen. BDS steht für Boycott, Divestment, Sanctions und dahinter versammeln sich Menschen, die mit …

Trotz alledem!

Für die antifaschistische Einheit!
Ausgabe vom 17. August 2018
Franziska Kessel

Franziska Kessel

Im Zelt der Bezirksorganisationen Rheinland-Pfalz / Saarland auf dem Pressefest wird es eine bemerkenswerte Ausstellung mit Porträts und Biografien von Menschen zu sehen geben, die während der Herrschaft des deutschen Faschismus 1933 bis …

Trotz alledem!

Für die antifaschistische Einheit!
Ausgabe vom 17. August 2018
Franziska Kessel

Franziska Kessel

Im Zelt der Bezirksorganisationen Rheinland-Pfalz / Saarland auf dem Pressefest wird es eine bemerkenswerte Ausstellung mit Porträts und Biografien von Menschen zu sehen geben, die während der Herrschaft des deutschen Faschismus 1933 bis …

Interview

Lebensfrohe Anarchie

Über Projekte und direkte politische Aktion
Herbert Becker
Ausgabe vom 17. August 2018
Heinz Ratz von

Heinz Ratz von "Strom und Wasser"

UZ: Seit über 30 Jahren bist du, wie viele andere Musiker und Bands auch, auf den Bühnen und Plätzen der Republik mit deiner Band „Strom und Wasser“ unterwegs. Was hat dich bewogen, über die Musik hinaus aktiv zu werden? Heinz …

Frau Kapital und Dr. Marx

Das Weber-Herzog-Musiktheater gastiert in der Kunst-und-Kulturhalle
UZ
Ausgabe vom 17. August 2018
 (Foto: Weber-Herzog-Musiktheater)

(Foto: Weber-Herzog-Musiktheater)

In einer Zeit zunehmender Erwerbslosigkeit, zunehmender Arbeitshetze, zunehmendem Druck und Verunsicherung kann es für jeden hilfreich sein, sich mit dem Werk von Karl Marx, insbesondere mit seinem Hauptwerk „Das Kapital“ zu …

Interview

Aufklärung und Ideologiekritik

Zum Neustart von „Melodie & Rhythmus“
Herbert Becker
Ausgabe vom 10. August 2018

UZ: M&R wird nun, dank der Unterstützung vieler Kulturschaffender, im Winter dieses Jahres wieder erscheinen. Kannst du schon was sagen zu den Themen des ersten „neuen“ Heftes? Susann …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 10. August 2018

Schirmherrschaft Das Grimm‘sche Wörterbuch kennt den mittelalterlichen Begriff „Schirmherr“, „der den schutz über eine Stadt, Land und dergleichen oder über gewisse Personen ausübt“, also eine Art Vormund, „der einem in gfaren beystadt …

Zwischen Schein und Sein

Zwei Politkrimis aus dem Wien vor 100 Jahren
Uli Brockmeyer
Ausgabe vom 3. August 2018
Sozialer Wohnungsbau in roten Wien: Der „Karl-Marx-Hof“ (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Karl-Marx-Hof_2009.jpg]Dreizung/Wikimedia Commons[/url])

Sozialer Wohnungsbau in roten Wien: Der „Karl-Marx-Hof“ (Foto: Dreizung/Wikimedia Commons / Lizenz: CC BY-SA 2.5)

Es sind höchst spannende und aufschlussreiche Geschichten, die der österreichische Autor Alex Beer in seinen Büchern aus dem Wien im Spätherbst 1919 („Der zweite Reiter“) und dem Frühjahr 1920 („Die rote Frau“) erzählt. Nach dem …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 3. August 2018

Hilflose Politik Kulturstaatsministerin Monika Grütters will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz schlanker und beweglicher machen. Mit diesem Marketing-Sprech als Vorgabe soll der Deutsche Wissenschaftsrat die Stiftung in den …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 3. August 2018

Die Zauberflöte Dieses Jahr inszeniert in Salzburg die  junge Lydia Steier. Für ihr Salzburg-Debüt hat sie einen besonderen Regieeinfall.  Klaus Maria Brandauer führt durch das Singspiel und schlüpft dafür in die Rolle eines …

Das splash!-Festival 2018

Eine politische Sicht auf Deutschland wichtigstes Hip-Hop-Event
Lukas Bahn
Ausgabe vom 3. August 2018
Das splash!-Festival zog 30 000 Besucher an (Foto: Lukas Bahn)

Das splash!-Festival zog 30 000 Besucher an (Foto: Lukas Bahn)

Was Wacken für Heavy-Metal ist, ist das splash!-Festival für Hip-Hop. Das bereits zum 21. Mal stattfindende Festival lockte dieses Jahr über 30 000 Besucher auf das Gelände der Ferropolis bei Dessau, um einen Querschnitt der vor allem …

Wo der Himmel aufgeht

Esther Bejarano & Microphone Mafia in Kuba
Frank Schumacher
Ausgabe vom 20. Juli 2018
Vor dem nächsten Konzert wie immer Probenarbeit (Foto: FG BRD-Kuba)

Vor dem nächsten Konzert wie immer Probenarbeit (Foto: FG BRD-Kuba)

Tobias Kriele hat gemeinsam mit einem Filmteam die 93-jährige Sängerin und ihre kleine Musikergruppe im letzten Jahr auf ihrer Konzertreise nach Kuba begleitet. Von dieser Reise hat Kriele eine Dokumentation produziert, der Film ist in …

Unglaublich politisch

„Mit brennender Geduld“ in Esslingen auf der Bühne
Anna Cordi
Ausgabe vom 20. Juli 2018
Ganz aufs Wesentliche konzentriert: Das „Duo Phantasma“ (Foto: Mit freundlicher Genehmigung: Esslinger Zeitung)

Ganz aufs Wesentliche konzentriert: Das „Duo Phantasma“ (Foto: Mit freundlicher Genehmigung: Esslinger Zeitung)

Auch und möglicherweise gerade in der sogenannten Provinz wird oft sehr engagiert, mit viel Einsatz und Risiko eine Kulturarbeit geleistet, die Aufmerksamkeit verdient. In der „Scala“ in Esslingen bietet das „Duo Phantasma“ noch drei mal …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 20. Juli 2018

Wuppertaler Desaster Vor gut vier Jahren war die Freude in Wuppertal riesengroß, dass die Koalitionäre von CDU und SPD den Bau des Internationalen Tanzzentrums Pina Bausch als eines von wenigen Kulturprojekten in ihren …

Radikal links

Der österreichische Schriftsteller Erich Hackl
Stefan Schneider
Ausgabe vom 13. Juli 2018
Erich Hackl (Foto: Maurice Haas / © Diogenes Verlag)

Erich Hackl (Foto: Maurice Haas / © Diogenes Verlag)

Der österreichische …

Bunt, rotzig, laut

Eine Hommage an den Punk
Werner Lutz
Ausgabe vom 13. Juli 2018

Punk hat seine Wurzeln in schwarzer Musik, im Blues, der die Grundform für alle Musikstile ist, die sich ab den 50ern entwickelten: Rock’n’Roll, Rock sowie alle Formen des Rock (Heavy Metal, früher Hard Rock usw.). Gehässig wurde in den …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 13. Juli 2018

Deutliche Worte Seit 1977 gibt es das alljährliche Sommerspektakel „Ingeborg-Bachmann-Preis“, einen öffentlich ausgetragenen Wettbewerb von Schriftstellerinnen und Schriftstellern mit einem bisher noch nicht verlegten Text. Sie haben …

Interview

Fest des Friedens und der Solidarität

Die DKP vor dem 20. UZ-Pressefest
Werner Sarbok
Ausgabe vom 6. Juli 2018

Was passiert in Dortmund vom 7. bis 9. September? Und wie steht es um die Vorbereitungen? Die UZ sprach mit den Verantwortlichen der Pressefest-Organisation: Wera Richter ist Leiterin der Pressefestkommission, Uli Abczynski fungiert als …

Traurige Komödie

Ein Spielfilm über die „Sonderperiode“ in Kuba
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 6. Juli 2018
 (Foto: DCM-FilmPressKit.de)

(Foto: DCM-FilmPressKit.de)

Amerikanische Touristen am Strand auf Kuba, wie zu Batista-Zeiten – …

Kultursplitter

Ausgabe vom 6. Juli 2018

Erfreut Nach drei Anläufen nahm die UN-Kulturorganisation Unesco den Naumburger Dom, die Kathedrale in Sachsen-Anhalt, am letzten Sonntag bei ihrer Sitzung in die Liste des Weltkulturerbes auf. Das Welterbekomitee würdigte damit die …

„Papst Franziskus. Ein Mann seines Wortes“

Wim Wenders‘ Film ist in den Kinos angelaufen
Barbara Imholz
Ausgabe vom 29. Juni 2018
Franziskus kommt aus barocken Vatikan nicht heraus (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Papst_Franziskus.JPG]Christoph Wagener{/url])

Franziskus kommt aus barocken Vatikan nicht heraus (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Papst_Franziskus.JPG]Christoph Wagener{/url] / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Gab es jemals in der jüngsten Kirchengeschichte einen Werbefilm für einen Papst? In den letzten Jahren bemühen sich die Kirchen zwar bei uns in Deutschland angesichts ihres massiven Mitgliederschwunds aufgrund eines Vertrauens- und …

Hand drauf

Kulturpolitik auf Kapitalverwertung ausgerichtet
Frank Schumacher
Ausgabe vom 29. Juni 2018

Ganz vorn im Kulturkapitel des neuen Koalitionsvertrages steht: „Kultur ist ein Spiegel unseres Selbstverständnisses“, das auf christlich-jüdischer Prägung, der Aufklärung, dem Humanismus und den Menschenrechten beruhe. Nicht mehr, aber …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 29. Juni 2018

Netzwerker Die Wissenschaft solle sich bei der Auseinandersetzung mit „Fake News“ nach Ansicht von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) stärker einbringen. Das Mainauer Manifest beispielsweise, 1955 von Otto Hahn initiiert, …

Das Einzelne und das Ganze

Der zweite Band von „Künstler in der Zeitenwende“ ist erschienen
Ausgabe vom 22. Juni 2018
Das Buchenwald-Denkmal von Fritz Cremer (Ausschnitt) (Foto: public domain)

Das Buchenwald-Denkmal von Fritz Cremer (Ausschnitt) (Foto: public domain)

Peter Michel, ausgewiesener und anerkannter Kunstwissenschaftler bereits in der DDR, hat eine zweibändige Arbeit über die Kunst in der DDR vorgelegt. Während er in Band I die Geschichte von 40 Jahren künstlerischer Produktion, der …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 22. Juni 2018

Prächtiges Haus Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete am Dienstag in Los Angeles das Thomas-Mann-Haus als transatlantische Begegnungsstätte. Die ehemalige Villa des Schriftstellers, von ihm und seiner Familie von 1942 bis …

Das ewige Kind

Ein neues Buch über Picassos Dichterfreund: Jean Cocteau
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 15. Juni 2018
Cocteaus Arbeit für die Kirche Saint Maximin in Metz (Foto: [url=https://www.flickr.com/photos/51417107@N03/5046901607]LaurPhil[/url])

Cocteaus Arbeit für die Kirche Saint Maximin in Metz (Foto: LaurPhil / Lizenz: CC BY 2.0)

Wenn der Name Jean Cocteau fällt, stehen sich polarisierende Meinungen gegenüber. Dabei ist eines unbestritten: Er war einer der vielseitigsten und begabtesten Künstler des 20. Jahrhunderts und versuchte sich in den unterschiedlichsten …

Preisbindung unter Beschuss

Warum das „Kulturgut Buch“ geschützt wird
Herbert Becker
Ausgabe vom 15. Juni 2018

Der Streit um die Buchpreisbindung ist wieder eröffnet. Die Monopolkommission, ein fünfköpfiges Beratungsgremium der Bundesregierung, setzt sich in einem vor kurzem  veröffentlichten Gutachten „für eine Abschaffung der Buchpreisbindung“ …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 15. Juni 2018

Mitbestimmung Es ist wohl so einiges im Argen: Mit dem „Kontrakt 18“ verpflichten sich deutschsprachige Drehbuchautorinnen und -autoren, nur noch über Projekte zu verhandeln, die ihnen kreative Mitbestimmung bei der Regie ermöglichen. …

Gegen die Langeweile

Die Antwort des DDR-Fernsehens auf den West-Tatort: „Polizeiruf 110“
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 15. Juni 2018

Im  „Fall Lisa Murnau“ betreten 1971 Sigrid Göhler und Peter Borgelt zum ersten mal einen Tatort im „Polizeiruf 110“. Als Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt gehören sie zur „Zentralen Fahndungsgruppe der Volkspolizei“. Sie …

Fremd in der Heimat

Ödön von Horváth, hellsichtig zweifelnd
Herbert Becker
Ausgabe vom 8. Juni 2018
Wassili Kandinski, Murnau, Dorfstraße (1908)

Wassili Kandinski, Murnau, Dorfstraße (1908)

Vor 80 Jahren, genauer: am 1. Juni 1938, wird Ödön von Horváth, ungarischer Schriftsteller und Dramatiker deutscher Sprache, in Paris im Exil lebend, während eines Unwetters durch einen herabstürzenden Ast auf den Champs-Elysées getötet. …

Andere Kultur

Künstler und Leser der Vierteljahreszeitschrift Melodie & Rhythmus kämpfen für Neustart
Ausgabe vom 8. Juni 2018

Die Kulturzeitschrift „Melodie & Rhythmus“ war eines der beliebtesten Druckerzeugnisse der DDR. In den letzten Jahren hat sie der Verlag 8. Mai GmbH, in dem auch die Tageszeitung „junge Welt“ erscheint, zum „Magazin für Gegenkultur“ …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 8. Juni 2018

„Kultur für alle“ Der frühere Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann ist tot. Er starb am 1. Juni, er wurde 92 Jahre alt. Kein Kulturdezernent einer deutschen Stadt wurde bundesweit so bekannt wie Hoffmann. 1951 wurde er in Oberhausen der …

Elbe-Elster-Gequassel

Das Riverboat im MDR
Roman Stelzig
Ausgabe vom 8. Juni 2018
 (Foto: MDR)

(Foto: MDR)

Riverboat“ klingt wie der Titel eines Gospel-Songs und lässt wohl die meisten an einen Mississippi-Dampfer denken. Wer im Sende-Bereich des Mitteldeutschen Rundfunks lebt, weiß aber, dass es sich um eine populäre Talkshow handelt, die …

Sandstein klingt hohl

Klassengegensatz hinter historisierender Kulisse: Ein Besuch in der Frankfurter Neu-Altstadt
Olaf Matthes
Ausgabe vom 1. Juni 2018
Die Ausstrahlung einer frisch polierten Filmkulisse: Der Hühnermarkt in der Frankfurter Altstadt kann seit dem 10. Mai besichtigt werden. (Foto: DomRömer GmbH/Uwe Dettmar)

Die Ausstrahlung einer frisch polierten Filmkulisse: Der Hühnermarkt in der Frankfurter Altstadt kann seit dem 10. Mai besichtigt werden. (Foto: DomRömer GmbH/Uwe Dettmar)

Um den Friedrich-Stoltze-Brunnen stehen noch die Sperrgitter, das Wasser fließt schon. Bis 1944 stand der Brunnen hier, später holte man ihn aus den Trümmern, bis vor kurzem stand er an einer anderen Stelle. Ein Reiseführer erklärt einer …

Schillernd unscharf

Unter Dichtern und solchen, die Enzensberger dafür hält
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 1. Juni 2018
Der „Mandarin“ der Münchener Schickeria (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hans_Magnus_Enzensberger_T%C3%BCbingen_2013.JPG}Felix König[/url])

Der „Mandarin“ der Münchener Schickeria (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hans_Magnus_Enzensberger_T%C3%BCbingen_2013.JPG}Felix König[/url] / Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.de)

Hans-Magnus Enzensberger war eine Institution der öffentlichen Diskussion, anregend, provozierend und wechselhaft. Mit diesem Buch möchte der 88-jährige literarische Beispiele vermitteln, die für ihn „Überlebenskampf“ repräsentieren. …

Falscher Freund

bee
Ausgabe vom 1. Juni 2018

August 2010, irgendwo in der irakischen Wüste. Dzhamal verfolgen die Bilder seines Vaters, der im ersten Tschetschenienkrieg (1994 – 1996) gegen die Russen kämpfte, tötete und getötet wurde. Jetzt wird er selbst einen alten Kameraden …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 1. Juni 2018

Eine amerikanische Stimme Philip Roth, einer der bekanntesten US-Schriftsteller, ist gestorben. Eine Menge Romane und Erzählungen hat er im Laufe seines langen Lebens geschrieben, erwähnt sei „Der menschliche Makel“ oder …

Literarisches Schreiben ist auch Montage

„Bottroper Protokolle“ erschienen erstmals 1968
Herbert Becker
Ausgabe vom 25. Mai 2018

1966/67 reiste Erika Runge nach Bottrop, einer kleinen Stadt im Westen des Ruhrgebiets, um Material für einen Spielfilm zu sammeln. Zu dieser Zeit war Runge eine der ersten Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen, sie plante, die Bewohner …

Interview

Wir benötigen einen Zauberer des Wortes

Ein Gespräch mit Dr. Juan Ramón Montaño über die Lage der Literatur
Granma
Ausgabe vom 25. Mai 2018
Bücherstand in Havanna: Was lesen die Menschen? Und wie lesen sie? (Foto: Ismail Batista/Granma)

Bücherstand in Havanna: Was lesen die Menschen? Und wie lesen sie? (Foto: Ismail Batista/Granma)

Jeder, der sich mit Kultur beschäftigt und weiß, was die Lektüre für den Menschen bedeutet, hat sich sicherlich schon einmal gefragt, ob in der heutigen Zeit ihr Schicksal gefährdet ist. Darüber sprach die kubanische Zeitung „Granma“ mit …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 25. Mai 2018

Clevere Medizin Der US-Mediengigant Netflix hat sich zwei prominente Mitarbeiter gesichert: Der Schön-Sprech und Ex-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle werden künftig Filme und Serien für das Unternehmen produzieren. Man …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 25. Mai 2018

Tatort: Schlangengrube Die Kabbeleien zwischen den Münsteraner Ermittlern Thiel und Börne sind ja inzwischen etwas angegammelt, aber die Nebenhandlung ist doch originell: Börne will als Fernsehkoch reüssieren und serviert …

Vergoldeter Endsieg

Der Frieden wird furchtbar: „Der Gott jenes Sommers“ von Ralf Rothmann
Ken Merten
Ausgabe vom 18. Mai 2018
Venichtung des Feindes war Ziel der Faschisten (Foto: Gemeinfrei)

Venichtung des Feindes war Ziel der Faschisten (Foto: Gemeinfrei)

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 18. Mai 2018

Das dauert Die Republik Namibia fordert von der Bundesregierung die Rückgabe einer steinernen Wappensäule, die in der Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museum Berlin gezeigt wird. Die Regierung des südwestafrikanischen …

Chance vertan

Wie das ZDF aus einem guten Krimi einen üblichen Film macht
Herbert Becker
Ausgabe vom 18. Mai 2018
Ohne Bewässerung eines Ackers keine Nahrungswirtschaft (Foto: Gemeinfrei)

Ohne Bewässerung eines Ackers keine Nahrungswirtschaft (Foto: Gemeinfrei)

Es gibt Romane, denen man beim Lesen schon deutlich anmerkt, dass für sie eine Verfilmung nicht nur gewünscht wird, sondern von Anfang an geplant ist. Einer der erfolgreichsten in dieser Verwertungsschiene ist John Grisham, alle seine …

In der Ernst-Thälmann-Stadt

Der Besuch der Gedenkstätte Ernst Thälmann in Hamburg lohnt sich
Christoph Hentschel
Ausgabe vom 18. Mai 2018
Thomas Mayer vom Kuratorium führt durch die Ausstellung (Foto: Christoph Hentschel)

Thomas Mayer vom Kuratorium führt durch die Ausstellung (Foto: Christoph Hentschel)

Hamburgs unsterblicher Arbeitersohn, Ernst Thälmann, war von 1925 bis 1944 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und 1925 bis zu dessen Verbot 1929 Vorsitzender des Roten Frontkämpferbundes. Ab 1933 von den Nazis …

Sich nicht entscheiden können

Hans Pleschinskis Roman „Wiesenstein“ über Gerhart Hauptmann
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 11. Mai 2018

Wer behauptet, dass es um dem Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann still geworden sei – mit seinem Ansehen sei es „jahrelang … nur bergab“ gegangen, so der Biograph Peter Sprengel –, bedenkt weder Hauptmanns ständige Gegenwart auf den …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 11. Mai 2018

Löblich Die Schwedische Akademie wird in diesem Jahr keinen Literaturnobelpreis vergeben. Der mediale Wirbel im Vorfeld dieser Entscheidung wurde durch einen Belästigungs- und Korruptionsskandal ausgelöst. Weniger das „unakzeptable …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 11. Mai 2018

Die Odyssee Eine Irrfahrt nach Homer nennt Antú Romero Nunes sein Zweipersonenstück, das er am Hamburger Thalia-Theater inszenierte. Die beiden Söhne des Osysseus stehen am Sarg des Vaters und müssen damit klarkommen, dass sie sich …

Noch vor der Moderne

Eisenstein wollte die Filmkunst revolutionieren
Herbert Becker
Ausgabe vom 3. Mai 2018
Wie kommt der Fetisch der Ware in eine Bildersprache?

Wie kommt der Fetisch der Ware in eine Bildersprache?

Im Jahre 1927 hatte der sowjetische Filmregisseur Sergej M. Eisenstein seinen Film „Oktober“ fertig gedreht, er saß vor 60 000 Meter Rohmaterial und musste den Film noch schneiden. Am 12. Oktober 1927 notierte Eisenstein (1898–1948) in …

Liebe und Kampf

Die „Grenzgänger“ interpretieren die Gedichte des jungen Marx
Manfred Idler
Ausgabe vom 3. Mai 2018

Seine „sittliche Aufführung gegen Vorgesetzte und Mitschüler war gut“. Seine Kenntnis der christlichen Glaubens- und Sittenlehre war „ziemlich deutlich und begründet“, gute Kenntnisse in Mathe und Geschichte; Geographie: ziemlich …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 3. Mai 2018

Vielschichtig „Drei Tage in Quiberon“ ist der große Gewinner der diesjährigen Verleihung der Deutschen Filmpreise. Der Film über ein Interview der deutschen Film-Legende Romy Schneider wurde unter anderem mit „Lolas“ für den besten Film, …

Reizfiguren im Marx-Haus

Eine neue Dauerausstellung? Mir hat die alte schon gereicht.
Melina Deymann
Ausgabe vom 3. Mai 2018
Plakette am Geburtshaus von Karl Marx in Trier (Foto: Thomas Brenner)

Plakette am Geburtshaus von Karl Marx in Trier (Foto: Thomas Brenner)

Für den 4. Mai hat das …

Zwang und Zwangsläufigkeit

Eine Essay-Replik zu Enno Stahls „Literatur und Markt“
Ken Merten
Ausgabe vom 27. April 2018
Auch in den Köpfen muss dringend aufgeräumt werden (Foto: Gemeinfrei)

Auch in den Köpfen muss dringend aufgeräumt werden (Foto: Gemeinfrei)

Kürzlich veröffentlichte die Tageszeitung „junge Welt“ einen Essay Enno Stahls (letzter Roman „Spätkirmes“ im Verbrecher-Verlag 2017), in dem der Autor und Literaturwissenschaftler das gegenwärtige Verhältnis von Literaturproduktion und …

Hebelwirkung

Wie mit Kulturpolitik Herrschaft unterfüttert wird
Herbert Becker
Ausgabe vom 27. April 2018
 (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Hergen_L%C3%BCbben#/media/File:Kultur_ist_TRANSPARENT_02.JPG]ZERDUSCHT - Gerd Hergen Lübben/Wikimedia Commons[/url])

(Foto: ZERDUSCHT - Gerd Hergen Lübben/Wikimedia Commons / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Die neue Bundesregierung hat sich was vorgenommen in Sachen …

Kultursplitter

HB
Ausgabe vom 27. April 2018

Aufregung? War das die Aufregung wert? „Mein Kampf“ von George Tabori hatte am Abend des 20. April Premiere am Theater Konstanz, bewusst an „Führers Geburtstag“. Mit provokanten Ideen hatte die Inszenierung von Serdar Somuncu …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 27. April 2018

Billy Kuckuck „Margot muss bleiben“ heißt diese neue deutsche Komödie. Die Gerichtsvollzieherin mit dem auffälligen Namen schlittert durch ihr Leben, zwischen der Empathie für eine alte Dame, die von Zwangsräumung bedroht ist und alter …

K-Pop

lm
Ausgabe vom 27. April 2018
 (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Seventeen_(%EC%84%B8%EB%B8%90%ED%8B%B4)_at_2015_Summer_K-POP_Festival.jpg]Korean Culture and Information Service (Jeon Han)/Wikimedia Commons[/url])

(Foto: Korean Culture and Information Service (Jeon Han)/Wikimedia Commons / Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Die Beschallung Nordkoreas mit K-Pop , einer besonders totalitären und zerstörerischen Waffe aus dem Arsenal der Kulturindustrie, ist beendet worden. Die Nordkoreaner werden aufatmen, schließlich sind Kampfeinheiten wie die Gruppe …

Der Geist Europas

Merle Kröger durchquert in „Havarie“ ein Meer aus Geschichten von Flucht und Vertreibung
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 20. April 2018
Die „christliche“ Seefahrt auf Luxuslinern (Foto: Pixabay/CCO)

Die „christliche“ Seefahrt auf Luxuslinern (Foto: Pixabay/CCO)

Mare Nostrum (Unser Meer). Ein Massengrab. Karim versucht zum dritten Mal, Spaniens Küste zu erreichen. Seine Frau Zohra ist in Frankreich. Mit zehn weiteren Männern wartet er auf einen günstigen Moment, das Schlauchboot zu Wasser zu …

Sprach das Volk zu den Dieben

Soundtrack zur Tarifrunde: „Radio Rebelde“ von The Baboon Show
Ken Merten
Ausgabe vom 20. April 2018
Klar, direkt, rotzig: Die Gruppe in vollem Einsatz (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/The_Baboon_Show#/media/File:The_Baboon_Show.JPG]Gripweed/Wikimedia Commons[/url])

Klar, direkt, rotzig: Die Gruppe in vollem Einsatz (Foto: Gripweed/Wikimedia Commons / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Andere Länder, andere Gegenkulturen. Zumindest machen die SchwedInnen von „The Baboon Show“ den Eindruck, als ob Punkrock und Arbeiterlied noch vereinbar sind. Während hierzulande die Scheu davor, dreiteilige Akkordfolgen noch mit Texten …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 20. April 2018

Erfolg entschuldigt alles Der alljährliche Skandal, mit dem der Musikpreis „Echo“ es schafft, ein bisschen Aufregung zu verursachen. Ohne so was wäre eine Trophäe, die von Branchenangestellten unter den Augen von Branchenangestellten …

Montage als Prinzip

John Heartfield, engagiert und mit neuen Ausdrucksformen
Herbert Becker
Ausgabe vom 20. April 2018
Die beiden Abbildungen sind dem Buch „John Heartfield – Ein politisches Leben“ von Anthony Coles entnommen. Wir danken dem Verlag für die Abdruckgenehmigung

Die beiden Abbildungen sind dem Buch „John Heartfield – Ein politisches Leben“ von Anthony Coles entnommen. Wir danken dem Verlag für die Abdruckgenehmigung

Hellmuth Franz Josef Herzfeld, so hieß der sich später John …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 20. April 2018

Weiße Nacht Nicht unbedingt innovativ: Mit „Rebe­cka Martinsson“ kommt ein weiterer Ermittlertyp aus Skandinavien. Ida Engvoll spielt eine junge Karriereanwältin, die in ihrer Heimat im hohen Norden rätselhafte Morde aufzlärt. Außer …

Frühe Aufklärung

Sebastian Flemings historischer Roman „Nacht über der Alhambra“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 13. April 2018
Weltkulturerbe: Die Alhambra in Granada (Foto: Public Domain)

Weltkulturerbe: Die Alhambra in Granada (Foto: Public Domain)

Kämpfe mit Krummsäbel oder Schwert, Intrige und Mord, eine abgebissene Nase als Widerstand gegen Folter, Sternstunden der Liebe und sexuelle Exzesse katholischer Prälaten und Kardinäle, Lügen und Verleumdungen, Kreuzzüge und …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 13. April 2018

Kinolandschaft Rund 140 Millionen Menschen gehen jährlich in die Kinos in Deutschland, eigentlich eine erfreuliche Zahl. Aber nur ein Viertel davon sehen sich deutsche Filme an und die allermeisten deutschen Filme schaffen gerade mal 8 …

Gay, Okay

Aufruhr über vermeintlich lesbische Disney-Prinzessin
Jana Sauer-Pätzold
Ausgabe vom 13. April 2018

Im November 2019 soll der zweite Teil der „Eiskönigin“ von Walt Disney in die Kinos kommen. Bereits im vor sechs Jahren erschienenen ersten Teil ging es Disney-unüblich nicht um die ewige Liebe zwischen Prinz und Prinzessin, sondern um …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 13. April 2018

Show Me Your Soul Ursprünglich als reine Musiksendung gedacht, erstmals 1970 ausgestrahlt und von den immer zahlreicheren Zuschauern auch zunächst so wahrgenommen, ahnte niemand, welche kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung „Soul …

Kommentar

Dem Frieden keine Chance

Kommentar von Manfred Idler
Ausgabe vom 13. April 2018

Wenn das Werk einer Uhr kaputt ist,so zeigt sie doch noch zwei mal in 24 Stunden die genaue Zeit. Ähnlich verhält es sich mit Donald Trump. Eine angebliche Giftgasattacke der syrischen Armee, die am Sonntag gemeldet wurde, betwitterte er …

Der streitbare Sänger des Friedens

Paul Robeson setzte seinen Ruhm als Waffe im Kampf um Gleichberechtigung ein
Martin Schwander
Ausgabe vom 6. April 2018
Paul Robeson singt mit Werftarbeitern, 1942 (Foto: National Archives Photos on Flickr)

Paul Robeson singt mit Werftarbeitern, 1942 (Foto: National Archives Photos on Flickr)

„Entzücken erregten die zahlreichen internationalen Gäste“, schreibt der Korrespondent des Neuen Deutschland über das Eröffnungsprogramm des 3. ND-Pressefestes vom 19. Juni 1960 in Berlin, Hauptstadt der DDR. Es sei schwer zu …

Stalin, der Unsterbliche

Regisseur Iannucci will mit dem toten Stalin den lebenden Putin schlagen
Klaus Wagener
Ausgabe vom 6. April 2018
Sechs Personen beim Betrachten einer Leiche (Foto: Concorde Filmverleih GmbH)

Sechs Personen beim Betrachten einer Leiche (Foto: Concorde Filmverleih GmbH)

Der Film passt in …

Ein politischer Akt

Eine Ausstellung in Hamburg zur Erstausgabe von „Das Kapital“
Marta Janssen
Ausgabe vom 6. April 2018

In Hamburg geht in wenigen Wochen die Ausstellung „Das Kapital“ zu Ende. Anlässlich seines 150. Jubiläums wurde im „Museum der Arbeit“ im ehemaligen Arbeiterviertel Hamburg-Barmbek über sechs Monate lang ein Einblick in die Entstehung …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 6. April 2018

Warnstreiks Es geht auch am Theater und nicht nur in Frankfurt. Wegen eines kurzfristig anberaumten Warnstreiks hat das Schauspiel Frankfurt am Ostermontag zwei Vorstellungen abgesagt. „Das siebte Kreuz“ von Anna Seghers im Großen Haus …

Ostermarschlied '68

Franz Josef Degenhardt
Ausgabe vom 29. März 2018

Da habt ihr es, das Argument der Straße. Sagt bloß jetzt nicht: nur ein Verrückter schießt. Ihr kennt sie doch, die grinsende Grimasse, die sagt, dass auch der Dutschke noch ein Mensch ist. Ihr habt gewusst, wie man uns hetzt und jagt. …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 29. März 2018

Kulturpolitik Michelle Müntefering, Ehefrau des früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering, wurde im neuen Kabinett Staatsministerin im Auswärtigen Amt, ausdrücklich zuständig für internationale Kulturpolitik. Ihre besondere …

„Grandiose Gerechtigkeit des Blicks“

Vor 150 Jahren wurde Maxim Gorki geboren – ein Weltklassiker zum Lesen
Eva Petermann
Ausgabe vom 29. März 2018
An den Rändern der Gesellschaft hat Maxim Gorki genau hingesehen und hingehört.  (Foto: public domain)

An den Rändern der Gesellschaft hat Maxim Gorki genau hingesehen und hingehört. (Foto: public domain)

Maxim Gorki? Wir kennen das Maxim-Gorki-Theater in Berlin, den Gorki-Park in Moskau, vielleicht auch den US-Thriller „Gorky Park“von 1984. Nach Gorki waren Straßen und Plätze, Schulen und Kitas in der DDR benannt. Ein Klassiker also – …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 29. März 2018

Kung Fu Panda 3 Mal was aus dem Privatfernsehen: Pummel-Panda Po ist der Donald Trump der Kung-Fu-Szene des Tierreichs. Tollpatschig wie er ist, gelingt ihm irgendwie einfach alles, keiner weiß warum. Ist wohl Schicksal. Im dritten …

Nichts war umsonst

Das kurze Leben der Kommunistin Judith Auer
Günter Wehner
Ausgabe vom 29. März 2018
 (Foto: gemeinfrei)

(Foto: gemeinfrei)

Die erweiterte 2. Auflage der Biografie von Judith Auer widerspiegelt …

Dampfplauderei

Thomas Maria Claßens Erstlingsroman „Felgenkiller“
Hektor Rottweiler
Ausgabe vom 23. März 2018

„Kein Wunder, Britt, die rotieren gerade. Zwei tote Radfahrer hintereinander, und beide Male kein Unfall. Ich werde da wohl hinmüssen. Und ich will da auch hin. Wir müssen helfen, wo wir können, dass diese Verbrechen aufgeklärt und die …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 23. März 2018

Länderspiele Nicht mehr lange bis zur Fußball-WM in Russland, in Vorbereitung finden wie üblich Länderspiele statt. Bundestrainer Löw hat zwei Top-Teams als Gegner eingeladen: Spanien und Brasilien. Danach werden viele wieder zu …

Damals, als die Körperfresser kamen

Manja Präkels’ Romandebüt „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
Ken Merten
Ausgabe vom 16. März 2018

Bekanntlich – na ja, wenigstens nicht völlig vergessen – verglich Peter Hacks den Hegemonieverlust im Volk, das sich gegen ihr Ende in der DDR nach dem Westen und seinem Kapitalismus sehnte, damit, man wolle einen verfaulten einem …

Aus der Bücherkiste

Einige Neuerscheinungen, keine Empfehlungen
H. B.
Ausgabe vom 16. März 2018

Einem politischen Thema, das nicht in Vergessenheit geraten darf, widmet sich Uwe Timm in seinem neuen Roman „Ikarien“. Es geht um Rassentheorie, um Rassenpolitik und besonders um die Verbrechen unter dem beschönigenden Namen Euthanasie. …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 16. März 2018

Rumänien Auf der Leipziger Buchmesse gibt es jedes Jahr ein Gastland, dem in literarischer Hinsicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. In diesem Jahr ist dieses Schwerpunktland Rumänien. Insgesamt vierzig ins Deutsche …

¡Ay Carmela!

Nichts ist vergessen und niemand
Tina Sanders
Ausgabe vom 16. März 2018
 (Foto: Foto: ©Mariana Firgau)

(Foto: Foto: ©Mariana Firgau)

Das Duo Contraviento und Claudia Lahn erinnern mit einem Liederabend an die Verteidigung der Spanischen Rebublik. Vor 80 Jahren, im Sommer 1938, begann am unteren Teil des Ebro die letzte Großoffensive der von den Internationalen …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 16. März 2018

Sterben für Anfänger Richtig schwarz, britisch schwarz, kommt diese Filmkomödie daher. Das Schauspieler-Ensemble hat einen offensichtlichen Spaß daran, das hervorragende Drehbuch umzusetzen und die bissigen Dialoge so auszuspielen, …

Lucky und die Schildkröte

Filmisches Panoptikum einer Kleinstadt
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 9. März 2018
Der alte Mann und die Gemeinde. (Foto: Alamode Film)

Der alte Mann und die Gemeinde. (Foto: Alamode Film)

Er habe keine Angst vor der Höhe, nur vor dem Fallen, sagt Harry Dean Stanton alias Travis in Wim Wenders‘ Klassiker „Paris, Texas“, dem Film, der ihn 1984 bekannt machte. Da war er bereits 30 Jahre im Geschäft in Dutzenden von …

Eine Verschwörung des Kapitals

In seinem neunten Fall folgt Privatdetektiv Dengler der Spur des Geldes
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 9. März 2018
Wolfgang Schorlau: Der Große Plan. Kart. 448 Seiten. 14,99 Euro

Wolfgang Schorlau: Der Große Plan. Kart. 448 Seiten. 14,99 Euro

Anna Hartmann ist verschwunden. Ein Handy-Video deutet auf eine …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 9. März 2018

Joan Baez: Die große alte Dame des politischen Liedes in den USA hat ihre Abschiedstournee gestartet. An unzähligen Protestaktionen hat sie seit den 1960er Jahren teilgenommen bzw. sie initiiert. Erinnert sei an ihr Engagement gegen …

Was riecht denn da so gut?

Bundeswehrzeitschrift gibt Tipps zum korrekten Sexualverhalten
Melina Deymann
Ausgabe vom 9. März 2018
 (Foto: Bundeswehr/Neumann)

(Foto: Bundeswehr/Neumann)

Ob Bad Reichenhall oder Pfullendorf, immer mehr Skandale um sexuelle Belästigung sind bei der Bundeswehr ans Tageslicht gekommen, doch damit soll Schluss sein. Nicht nur hat Kriegsministerin von der Leyen ein Machtwort gesprochen, …

Bis einer weint

Die Serie „Bad Banks“ ist eine Märchenstunde
Herbert Becker
Ausgabe vom 9. März 2018

Es ist schon bezeichnend, wenn die bürgerlichen Blätter sich überschlagen in der Wertung der kleinen deutschen Serie „Bad Banks“. Produziert von ZDF und arte wollen die Macher einen „tiefen Einblick“ geben in die Machenschaften von …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 9. März 2018

Diesmal nur aus dem Programm eines TV-Senders, der sich nicht immer, aber oft wohltuend abhebt von den Öffentlich-Rechtlichen und noch viel deutlicher von den Privaten mit ihrem Müll. Betty Davis Carlos Santana nannte sie „Black …

Neue (Irr-)Wege für das Kino

Bilanz der 68. Berlinale
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 2. März 2018
„Transit“: Angst und Gejagtwerden in Marseille (Foto: PifflMedien)

„Transit“: Angst und Gejagtwerden in Marseille (Foto: PifflMedien)

Die Berlinale im Jahr 1 nach Weinstein und Metoo-Bewegung. Zwar hatte Hollywood außer Wes Andersons Animationsfilm „Isle of Dogs“, der immerhin den Regie-Bären bekam, kaum Nennenswertes zum Wettbewerb geschickt, aber den Petitionen, …

Eine unbeugsame Frau

„Die Tat sei unser Losungswort“
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 2. März 2018

Die Ehe war der Bruch. Die durch den Vater erzwungene Ehe mit dem Fabrikanten Samuel Aston. Sie machte die Pastorentochter Louise Hoche erst zur Frauenrechtlerin, dann zur Revolutionärin. Barbara Sichtermann beschreibt in ihrem Buch „Ich …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 2. März 2018

Bad Banks Ein starker Einstieg: Es kommt kein Geld mehr aus den Automaten, Menschen geraten in Panik und starten sofort eine Straßenschlacht mit der Polizei. Ein Politiker will die Massen beruhigen, kommt aber zu spät. Wie es dazu kam? …

Ganz normale Leben in der DDR

Zu Bernd Schirmers Roman „Silberblick“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 23. Februar 2018
Bernd Schirmer: Silberblick. Roman. Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke 2017, 456 S., 24,- Euro

Bernd Schirmer: Silberblick. Roman. Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke 2017, 456 S., 24,- Euro

Anna ist die wichtigste Gestalt des Romans, Anna Dubourdieu, …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 23. Februar 2018

Geduldet In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Nationalisten gewaltsam in ein russisches Kulturzentrum eingedrungen. Die Demonstranten sprühten Parolen an die Wände und verbrannten eine russische Flagge. Die faschistische …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 23. Februar 2018

Ab ins Steuerparadies! Die Frage „Wie krieg ich mein Geld weg“ erledigt sich für die meisten von uns wie von selbst. Die ganz Großen bezahlen Spezialisten, die „Steuervermeidungsstrategien“ für sie entwickeln. In dieser Sendung geht’s …

Sehenswertes auf der Berlinale

„Der Geist von ’68“ und Dokumentarfilme aus Mittel- und Osteuropa
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 16. Februar 2018
Abenteuer im Warenlager: „In den Gängen“von Thomas Stuber. (Foto: Departures)

Abenteuer im Warenlager: „In den Gängen“von Thomas Stuber. (Foto: Departures)

Es soll Menschen geben, die sich schon am 12. Februar mit Schlafsack in den Arkaden am Potsdamer Platz in Berlin einquartiert haben, um als erste an den Vorverkaufsschaltern der heute beginnenden Berlinale zu stehen. UZ-Leser haben …

Da, wo die bösen Onkels wohnen

„Sturm und Dreck“ ist das neue Album von „Feine Sahne Fischfilet“
Ken Merten
Ausgabe vom 16. Februar 2018
Feine Sahne Fischfilet: Sturm und Dreck, Audiolith 2018

Feine Sahne Fischfilet: Sturm und Dreck, Audiolith 2018

Wer sich hiesig die letzten ein, zwei Jahre auf eine linke Demo getrollt hat, hat sie vermutlich gehört. Denn der Antirepressionssong „Wut“ von „Feine Sahne Fischfilet“ (gemeinsam mit der Rostocker Rap-Assoziation „Waving the Guns“) war …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 16. Februar 2018

Humboldt-Forum Hermann Parzinger will die gemeinsame Forschung mit den Herkunftsländern des kolonialen Erbes im Berliner Humboldt-Forum verstärken. „Ähnlich wie bei NS-Raubkunst muss der ganze Weg rekonstruiert werden“, sagt der …

… sein Name ist Kommunismus

Bert Brechts Bearbeitung des Manifests der Kommunistischen Partei in Versform
Jenny Farrel
Ausgabe vom 9. Februar 2018
„Riesige Krisen, in zyklischer Wiederkehr, gleichend enormen / Sichtlos tappenden Händen, greifen und drosseln den Handel / Schütteln in schweigender Wut Produktionsstätte, Märkte und Heime“. Bert Brecht, geboren am 10. Februar 1898

„Riesige Krisen, in zyklischer Wiederkehr, gleichend enormen / Sichtlos tappenden Händen, greifen und drosseln den Handel / Schütteln in schweigender Wut Produktionsstätte, Märkte und Heime“. Bert Brecht, geboren am 10. Februar 1898

Vor 170 Jahren, im Februar 1848, veröffentlichten Marx und Engels das „Manifest der Kommunistischen Partei“ (KM). Bis heute ist dies ein bemerkenswerter Text, die klare und überzeugende Darlegung von Klasse und Geschichte als …

Brecht in Oberhausen

Vor 60 Jahren begann das Theater mit und um Brecht
Frank Schumacher
Ausgabe vom 9. Februar 2018
 (Foto: Privat)

(Foto: Privat)

Bühne frei

Ein Theaterstück mit Dr. Marx
Herbert Becker
Ausgabe vom 9. Februar 2018

Einen klugen und dabei amüsanten Abschluss fand die Veranstaltung der Marx-Engels-Stiftung in Wuppertal durch die Premiere des neuen Stücks des „Weber-Herzog-Musiktheaters“. Das Ensemble hatte sich „Das Kapital“ vorgenommen und unter dem …

Kultursplitter

HB
Ausgabe vom 9. Februar 2018

Gleiche Gage „Bezahlt uns endlich wie Männer“. Mit diesem griffigen Satz mischen sich Karoline Herfurth und Suzanne von Borsody in die Diskussion um die Machtverteilung und Ungleichheit in der Filmbranche ein. „Männer sind immer noch …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 9. Februar 2018

Exil Deutschland Der im Exil lebende türkische Autor Can Dündar zeigt, in welch dramatischem Zustand sich die Gesellschaft der Türkei befindet und was es für Tausende bedeutet, ihre Heimat verlassen zu müssen. Die Wissenschaftlerin …

Spannende Warnung vor dem Krieg

Zu Daniel Kehlmanns Roman „Tyll“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 2. Februar 2018
Der Lothringer Zeichner Jacques Callot hielt die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges fest.

Der Lothringer Zeichner Jacques Callot hielt die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges fest.

Es ist ein fesselnder Roman, der manchmal zum Thriller, manchmal zum Kriminalroman wird, ohne darin zu verharren. Doch hat der Roman eine andere Ebene, die Leser anspricht, die in guter Literatur das Gedächtnis einer Nation sehen und ihr …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 2. Februar 2018

Drehbuch Vor Verleihung des Deutschen Fernsehpreises vor wenigen Tagen forderten Drehbuchautoren bessere Arbeitsbedingungen: Wenn deutsche Sender mehr stark erzählte Serien wollten, müsse es ein Umdenken geben, erklärte Christian Lex …

B-Promis machen Angst

Aus dem rechten Blätterwald: „Deutschland-Kurier“
Markus Bernhardt
Ausgabe vom 2. Februar 2018

Der breiten Öffentlichkeit dürfte der „Deutschland-Kurier“ noch unbekannt sein. In seiner Aufmachung ist das der völkisch-nationalen AfD nahestehende und einzig acht Seiten umfassende Blatt in seiner Aufmachung an Boulevardzeitungen wie …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 2. Februar 2018

Alt, aber Polt Grantig, schweigsam und beharrlich. Der pensionierte Gendarm lässt nicht locker, um im beschaulichen Weinviertel (Niederösterreich) ungeklärten Mordfällen nachzugehen. Der letzte Film der kleinen Serie mit dem …

Aufgewärmtes Heldenepos

Wrights „Dunkelste Stunde“ ist nicht die erhellendste der Kinogeschichte
Klaus Wagener
Ausgabe vom 26. Januar 2018
Filmbild: Churchill im „War Room“ unter Militärs und Politikern (Foto: Universal Film Studios)

Filmbild: Churchill im „War Room“ unter Militärs und Politikern (Foto: Universal Film Studios)

Der Held ist alt, stark übergewichtig und alkoholabhängig. Eine skurrile, schrullige Erscheinung, die eine zuweilen fast schüchtern-tapsige Unsicherheit mit cholerischer Rücksichtslosigkeit abwechseln lässt. Gary Oldmans Churchill ist, …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 26. Januar 2018

Clever Zur Geschäftsidee von Facebook und anderen gehört, die Nutzerdaten nicht nur abzugreifen, sondern die bereitwillig gelieferten Nachrichten via ausgefeilter Algorithmen für die weitere Verwertung zu bearbeiten bzw. …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 26. Januar 2018

Deutschlands große Clans Zumeist nett und gefällig, aber die eine oder andere Information über Familienclans, die große Handels- und Industrieunternehmen beherrschen. Natürlich zuviel über Zwistigkeiten, schräge Vögel und abstruse …

Eine Kleinstadt am Pranger

Martin McDonagh hat ein Soziogramm des „Bible Belt“ geschaffen
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 19. Januar 2018
Eine Konfrontation zwischen unterschiedlichen Prinzipien. (Foto: Fox)

Eine Konfrontation zwischen unterschiedlichen Prinzipien. (Foto: Fox)

Viel Aufmerksamkeit haben die drei großen, schon arg zerfledderten Plakatwände am Rande einer Landstraße auch in ihren besseren Zeiten kaum gehabt. Seit dem Bau des Highways ist der Verkehr auf der kaum noch befahrenen Straße zum Rinnsal …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 19. Januar 2018

Rassistisch Nach Demonstrationen gegen H&M in Südafrika hat die Modekette alle ihre Läden in dem Land vorübergehend geschlossen. Demonstranten protestierten vor etlichen H&M-Läden, angeführt wurden die Aktionen von der Partei …

Aus Träumen werden keine Revolutionen

Zu Volker Weidermanns Buch „Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 12. Januar 2018
Volker Weidermann: Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen. Kiepenheuer & Witsch 2017, 288 S., 22.- Euro

Volker Weidermann: Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen. Kiepenheuer & Witsch 2017, 288 S., 22.- Euro

Es ist die Zeit der Revolutionsjubiläen: Der 100. Jahrestag der …

Links vom Mainstream

Die neue CD von „Donots“
Ausgabe vom 12. Januar 2018

Drei Jahre nach dem letzten Album „Karacho“ kommt jetzt der neue, dreizehn Lieder starke Nachfolger der Ibbenbürener Rockband. Ein Jahr vor dem 25-jährigen Bandjubiläum zeigt sich die fünfköpfige Gruppe mit dem bereits zehnten …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 12. Januar 2018

Qualität? Der Filmemacher Edgar Reitz, mittlerweile 85, sieht in den Streaming-Diensten eine Chance für anspruchsvolle Film- und Serienproduktionen. Bei den von Netflix, Amazon oder Maxdome angebotenen Serien sei der Qualitätsanspruch im …

Erfolg rechter Medienarbeit

Einfluss von Rechten ist durch systematische Medienarbeit gewachsen. Linke Medien weit abgehängt
Bernd Müller
Ausgabe vom 5. Januar 2018
Linke Gegenstrategien gegen die Internet-Offensive der Rechten sind gefragt. Der abgebildete Vorschlag scheint untauglich.

Linke Gegenstrategien gegen die Internet-Offensive der Rechten sind gefragt. Der abgebildete Vorschlag scheint untauglich.

Rechte Bewegungen schaffen momentan das, wovon viele Linke träumen: Mit ihren politischen Themen bewegen sie viele Menschen. Die Wahlerfolge der AfD haben viele überrascht. Rechte und rechtspopulistische Blogs und Webseiten erreichen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 5. Januar 2018

Tomi Ungerer Der Zeichner, Illustrator und Autor Tomi Ungerer wird Mitglied der französischen Ehrenlegion. Für seinen Beitrag zur Kultur soll der 86-Jährige mit dem Titel eines Kommandeurs geehrt werden. Er gehört zu einer Reihe von …

Der aus dem Katholischen kam

Heinrich Böll wäre am 21. Dezember hundert Jahre alt geworden
Herbert Becker
Ausgabe vom 22. Dezember 2017
Der melancholische Chronist der frühen BRD-Jahre (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_B%C3%B6ll#/media/File:Bundesarchiv_B_145_Bild-F062164-0004,_Bonn,_Heinrich_B%C3%B6ll.jpg]Bundesarchiv, B 145 Bild-F062164-0004/Hoffmann, Harald/Wikimedia Commons[/url])

Der melancholische Chronist der frühen BRD-Jahre (Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F062164-0004/Hoffmann, Harald/Wikimedia Commons / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Es ist ein wenig unlauter, von hier und heute aus Werk und Wirkung eines Schriftstellers zu beurteilen, der in der Bonner Republik lebte und arbeitete, ohne die spezifischen Verhältnisse und Bedingungen zur Grundlage einer Würdigung zu …

Vier Ladys und ein Banküberfall

Überzeichnete Geschichte mit Wärme und Charme
Bee
Ausgabe vom 22. Dezember 2017

Gerade zur Weihnachtszeit braucht auch der geneigte Krimi-Leser mal was anderes als Mord und Totschlag, triste Verhältnisse und schier unglaubliche Machenschaften der selbsternannten Stützen der Gesellschaft. Ich jedenfalls habe jetzt …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 22. Dezember 2017

Sprechverbote Passend zu allem sonstigen Irrsinn, den wir aus Washington lesen und hören können, gehört die Meldung, dass der US-Seuchenbehörde CDC eine Liste zuging, auf der sieben Wörter benannt sind, die sie in bestimmten Dokumenten …

Betonklötze mit Schleife

Ausgabe vom 22. Dezember 2017
 (Foto: Sarbok)

(Foto: Sarbok)

Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz, die Landeskriminalämter in …

Punk bis hier und heute

Die Punker von „Slime“ melden sich zurück
Andres Irrure
Ausgabe vom 15. Dezember 2017
Der Punk ist nicht tot (Foto: promoportal-germany)

Der Punk ist nicht tot (Foto: promoportal-germany)

Die Hamburger Punkband „Slime“ meldet sich fünf Jahre nach „Sich …

Buddenbrooks und Zaunpfahl

„Sargschmal“ ist die deutsche Geschichte in Svealena Kutschkes „Stadt aus Rauch“ – und genial erzählt
Ken Merten
Ausgabe vom 15. Dezember 2017

DDR-Sozialisierte und die, die es (auch der Literatur wegen) gerne gewesen wären, haben den Vorteil, dass sie Bücher aus Gewohnheit öfter hinten aufschlagen, um einen Blick auf die Inhaltsangabe zu werfen. Zumindest bei Sachbüchern. Wenn …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 15. Dezember 2017

Nelly-Sachs-Preis Der irakisch-kurdische Autor Bachtyar Ali hat den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund erhalten. Der mit 15000 Euro dotierte Literaturpreis wurde im Dortmunder Rathaus verliehen. Der 1966 geborene Ali schreibt auf …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 15. Dezember 2017

Ein Kind wird gesucht Der unermüdliche und ständig präsente Heino Ferch, diesmal als Chef einer Sonderkommission, ist auf der Suche nach einem verschwundenen Jungen. Zwar findet man die Kleidung, aber keine Leiche und eine zermürbende …

Panne in einer Welt der Algorithmen

Marc-Uwe Kling führt uns ins „QualityLand“
Anna Cordi
Ausgabe vom 8. Dezember 2017

Das ist eine Kaufempfehlung für: Leser, die schon das kommunistische Känguru schätzten Leser, die intelligente Unterhaltung schätzen LeserInnen, die Humor haben LeserInnen, die wie der Autor zweimal ein Philosophiestudium …

Abgründe der bürgerlichen Gesellschaft

John Grisham – bewährter Analytiker der US-Gesellschaft
Uli Brockmeyer
Ausgabe vom 8. Dezember 2017

Wer verstehen will, wie es um das Land bestellt ist, in dem ein Donald Trump zum „Ersten Mann das Staates“ gewählt werden konnte, sollte unbedingt einige der Bücher von John Grisham lesen. Der Erfolgsautor aus dem Bundesstaat Virginia …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 8. Dezember 2017

Wenig Lohn Die Künstlersozialkasse hat den besten Überblick über die ökonomische Situation von Menschen, die von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben wollen. Die neuen Zahlen, die vor wenigen Tagen vorgelegt wurden, zeigen für die …

Die „Brixdorfer“

Kleinste Gruppe der DKP betritt die Bühne der Welt
RK
Ausgabe vom 8. Dezember 2017
 (Foto: Kobras)

(Foto: Kobras)

Diese Meldung hat die UZ-Redaktion elektrisiert: Deutschlands kleinste Kommunistinnen und Kommunisten haben sich organisiert und die DKP Brixdorf gegründet. Gestartet sind sie mit einem ersten Infostand zur Werbung für das UZ-Pressefest …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 8. Dezember 2017

Zum 75. Geburtstag von Frank Schöbel am 11. Dezember zeigt der MDR zwei Spielfilme mir dem Schlagerstar der DDR. Ob man seine Musik nun mag oder nicht: Wegzudenken ist er nicht aus zahlreichen Unterhaltungssendungen der DDR. …

Die Chronistin der Revolution

Larissa Reissners Reportagen sind neu aufgelegt
Ausgabe vom 1. Dezember 2017

„So eine wie Dich möchten wir so gerne haben. Eine, die liebt und hasst und in dem Papierkram das sieht, was er wirklich ist: Handwerkszeug. Du bist eine Erfüllung gewesen und eine Sehnsucht. Die Sehnsucht nach einem, der den Garten …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 1. Dezember 2017

Große Töne Brandenburg unterstützt in diesem Jahr öffentlich geförderte Musikschulen mit rund 5,1 Millionen Euro – doppelt soviel wie im Vorjahr. Derzeit beteiligen sich mehr als 4 000 Schüler aus rund 170 Musikklassen von 66 Grund- …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 1. Dezember 2017

The Book of Eli Der letzte Kämpfer, gespielt von Denzel Washington, gibt den apokalyptischen Szenarien in diesem Film der Hughes-Brüder, einen beeindruckenden Touch. Endzeit-Vorstellungen nach totaler Verwüstung der Erde sind im Kino …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 24. November 2017

„Digitale Diät“ Einer, der sich seit vielen Jahren zu allen gesellschaftlichen Themen äußert, ist der Tausendsassa unter den Populärwissenschaftlern, Horst Opaschowski. Mit eigenem „Institut für Zukunfstforschung“, jeder Menge Bücher, …

Fast fünf Jahrzehnte Leben in 45 Stunden

Die Langzeitbeobachtung „Kinder von Golzow“ auf 18 DVDs
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 24. November 2017

Ein Ort, den es gleich mehrfach gibt in Brandenburg und sogar darüber hinaus – allein Wikipedia kennt ihn dreimal – und doch ist nur der mit der Postleitzahl 15328 das „richtige“ Golzow, dasjenige, das durch eine Filmreihe weltweit …

Interview

Das Projekt stand oft auf der Kippe

Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 24. November 2017

UZ : Barbara und Winfried Junge, Sie haben beide die „Kinder von Golzow“ fast ein halbes Jahrhundert bis über die Mitte ihres Lebens filmend begleitet. Seit 2007 ist nun endgültig Schluss mit dieser „ältesten Langzeitbeobachtung der …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 24. November 2017

Tot oder Torte Krimikomödien können gelingen, dafür müssen Drehbuch und Darsteller gut sein und Tempo und überraschende Momente stimmen. Nach einem vermasselten Auftrag taucht ein Killer in einem walisischen Nest unter. Bald ist den …

Filmen für Menschenrechte

Medienkompetenz besonders bei Jugendlichen fördern
HB
Ausgabe vom 17. November 2017

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis erweitert seinen Veranstalterkreis.

Bodenfrost, Bodensatz und Tod

Zu Erhart Ellers neuem Werk „Bodenfrost“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 17. November 2017
Erhart Eller: Bodenfrost. Erfundene Ereignisse um Wilfried Schaffer an wirklichen oder wirklich scheinenden Orten. Weißenfels: Lutz Reichelt, 2016, 443 S., 22,50 Euro, eBook 2,99 Euro

Erhart Eller: Bodenfrost. Erfundene Ereignisse um Wilfried Schaffer an wirklichen oder wirklich scheinenden Orten. Weißenfels: Lutz Reichelt, 2016, 443 S., 22,50 Euro, eBook 2,99 Euro

Das neue Buch Erhart Ellers, eines produktiven, aber kaum bekannten …

„Hier ist die Erde bitter“

Deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland 1941–1945 Musikalisch-dokumentarisches Programm
Ausgabe vom 17. November 2017

Für Millionen Deutsche ist Griechenland ein beliebtes Urlaubsland. Man kennt die Badestrände und die antiken Stätten. Aber wer kennt die Orte, an denen die deutschen Besatzer wüteten? Das faschistische Deutschland überfiel Griechenland …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 17. November 2017

Aufgefallen Der unsägliche U2-Frontmann Bono, mit bürgerlichem Namen Paul David Hewson, ist ein richtiges Cleverle. Berühmt-berüchtigt ist er weniger ob seiner Musik, sondern für das angebliche Engagement bei Charity-Konzerten für …

Wie Bertelsmann die Demokratie abschafft

Der viertgrößte Medienkonzern der Welt macht dumm – Die Politik folgt ihm brav
Klaus Stein
Ausgabe vom 17. November 2017
Regieraum des Privatsenders RTL

Regieraum des Privatsenders RTL

Anfang August waren der Presse die Ergebnisse eines kommunalen „Finanzreports“ der Bertelsmann-Stiftung zu entnehmen. Es ging um erhebliche Unterschiede in der Finanzausstattung der Gebietskörperschaften. Für den Ausgleich sind die …

Klassiker voll Hoffnung – trotz alledem

Jack Londons „Die Eiserne Ferse“ lohnt sich auch heute noch zu lesen
Gesine Pillardy
Ausgabe vom 10. November 2017
Jack London, Abenteuerschriftsteller und Sozialist (Foto: public domain)

Jack London, Abenteuerschriftsteller und Sozialist (Foto: public domain)

Der US-amerikanische …

Wir rühren an den Schlaf der Welt

Musikalisches Bekenntnis des Berliner Hans Beimler Chors zum Oktober-Jubiläum
Hilmar Franz
Ausgabe vom 10. November 2017

„Die Internationale“ im Chorsatz zum Einstimmen für das Neuköllner Publikum, damit endeten die beiden Konzerte des Berliner Hans Beimler Chors vom Wochenende in der „Werkstatt der Kulturen“. Im beachtlich erweiterten proletarischen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 10. November 2017

Wilhelm II Die Film- und Fernsehgesellschaft Ufa will in einer Serie, direkt mit mehreren Staffeln geplant, das Leben von Wilhelm II. ins Fernsehen bringen. Wenn es nach den Machern geht, soll die Entwicklung von einem ungeliebten Kind …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 10. November 2017

Die Guten und die Bösen Die sehenswerte Serie „Unter Verdacht“ zur Arbeit interner Ermittler in München hat einen neuen Fall zu klären. Ein junger Flüchtling gerät in Panik und springt in den Tod, haben zwei Polizisten damit zu tun …

Kunst für die Sowjetmacht

Von der Denkmalspropaganda bis zum Agitationsporzellan
Gertraude Sumpf
Ausgabe vom 3. November 2017
Der Bolschewik, Ölgemälde von Boris Kustodijew (1920) (Foto: gemeinfrei)

Der Bolschewik, Ölgemälde von Boris Kustodijew (1920) (Foto: gemeinfrei)

  An einem sonnigen …

Das Tagebuch der Oktoberrevolution

John Reeds „10 Tage, die die Welt erschütterten“
Stefan Kühner
Ausgabe vom 3. November 2017
John Reed: 10 Tage, die die Welt erschütterten, Dietz Verlag Berlin, 1982, nur noch antiquarisch erhältlich; auch Mehring Verlag, Essen, 2011, 274 Seiten, 18,90 Euro. ISBN: 978–3-88634–092-7

John Reed: 10 Tage, die die Welt erschütterten, Dietz Verlag Berlin, 1982, nur noch antiquarisch erhältlich; auch Mehring Verlag, Essen, 2011, 274 Seiten, 18,90 Euro. ISBN: 978–3-88634–092-7

Ein klassenbewusster US-amerikanischer Journalist kommt im September …

Mit Esther und Erich nach Nürnberg

Die 22. Linke Literaturmesse öffnet ihre Pforten vom 17–19. November
Robert Walta
Ausgabe vom 3. November 2017

Bejarano, Esther; Die: Ist eine Überlebende des Vernichtungslager Ausschwitz. Sie spielte dort im Mädchenorchester und überlebte den Holocaust. Seit vielen Jahren engagiert sie sich gegen das Vergessen des Faschismus und tritt …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 3. November 2017

Plätschereien Der Lyriker Jan Wagner hat den diesjährigen Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm im Staatstheater Darmstadt verliehen. Der mit 50000 Euro dotierte Preis …

Filme zum Roten Oktober

Ausgabe vom 3. November 2017

Oktober Der Film „Oktober“ entstand anlässlich des 10. Jahrestages der Oktoberrevolution im Auftrag der KPdSU. In Deutschland wurde „Oktober“ unter dem Titel „Zehn Tage, die die Welt erschütterten“ bekannt und zeichnet die …

Der Mund der Revolution

Majakowski und andere im Berliner „Babylon“
UZ
Ausgabe vom 3. November 2017
Free Willy (Foto: Frank Kopperschläger)

Free Willy (Foto: Frank Kopperschläger)

In der Einheit von Ästhetischem und Politischem sah Wladimir Majakowski die Bedingung für eine künstlerische Wirksamkeit, die der sich wandelnden gesellschaftlichen Realität gerecht wurde. Wichtiges Prüffeld für die Richtigkeit dieser …

Mehr als ein Schelmenroman

Zu Ingo Schulzes neuem Roman „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 27. Oktober 2017
Ingo Schulze: Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst. Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag 2017, 574 S., 22.- Euro

Ingo Schulze: Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst. Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag 2017, 574 S., 22.- Euro

Der Erzähler im Roman ist Peter Holtz, geboren am 14. Juli 1962, dem …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 27. Oktober 2017

Liederlich Auch das Deutsche Historische Museum widmet sich unter dem Titel „1917 Revolution. Russland und Europa“ der Oktoberrevolution. Die Macher konstatieren zwar, dass sie zu neuen Formen in Wirtschaft, Bildung und Kultur führte, …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 27. Oktober 2017

Die Höhle der Löwen In der dritten Staffel dieser richtig perfiden „Show“ geht es um noch mehr Geld, lukrativere Geschäftsmodelle, dramatischere Verhandlungen und eine größere Bandbreite fulminanter Ideen. Denn die spektakulären …

Buchmesse als Vehikel

Nationale und auswärtige Kulturpolitik und ihre große Bühne
H. B.
Ausgabe vom 20. Oktober 2017
Über 50 000 Neuerscheinungen diverser Formate wurden in Frankfurt vorgestellt.  (Foto: UZ)

Über 50 000 Neuerscheinungen diverser Formate wurden in Frankfurt vorgestellt. (Foto: UZ)

Der deutsche Buchmarkt …

Peace on Earth!

Deutsch-dänisches Chorkonzert zum Roten Oktober
Hilmar Franz
Ausgabe vom 20. Oktober 2017

Roter Oktober im musikalischen und literarischen Nachklang eines sich antiimperialistisch erwehrenden und sozialistisch aufsteigenden Jahrhunderts: Im gemeinsamen Konzert, das der Ernst-Busch-Chor in Berlin gemeinsam mit dem Oktoberkoret …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 20. Oktober 2017

Ausstieg aus Unesco USA und Israel wollen UN-Kulturorganisation verlassen, das hatte sich schon seit Jahren angekündigt. Nachdem nun die Organisation Palästina aufgenommen hat, schien dies der Trump-Administration und damit abgestimmt …

Frankfurter Buchmesse und Kalter Krieg

1967: Die „Affäre Braunbuch“ und die Fürsorgepflicht des deutschen Staates für seine Beamten
Walter Bauer
Ausgabe vom 13. Oktober 2017

Trotz „Großer Koalition“ von SPD und CDU/CSU und vereinzelt näheren Kontakten zur DDR-Regierung fand 1967 der Kalte Krieg gegen die DDR weiter statt. Dabei war die Kultur ein heiß umkämpftes Feld. Auch auf einer solchen Internationalen …

Von den Herrschenden sprechen

Eine Rede des Schriftstellers Christian Geissler von 1965
Ausgabe vom 13. Oktober 2017
 (Foto: Hiromichi Matsuda/Public Domain)

(Foto: Hiromichi Matsuda/Public Domain)

Mit dem Begriff HERRSCHENDE KLASSE bezeichnet man auch heute noch, sofern man exakt argumentieren will, jene Gruppen in den westlichen Gesellschaften, die dank ihrer materiellen Mächtigkeit imstande sind, die Eigentumsverhältnisse an den …

Poet, Punkrocker und Kämpfer

Attila The Stockbroker zum 60. Geburtstag
Gesine Pillardy
Ausgabe vom 13. Oktober 2017

Es ist gleich ob man den vielseitigen britischen Künstler Attila The Stockbroker als Solo-Musiker, mit seiner Band „The Barnstormers“ oder als „ranting poet“ (frei übersetzt: lärmender Dichter) Gedichte rezitierend auf der Bühne erlebt, …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 13. Oktober 2017

Schlicht und einfach Es ist bemerkenswert, wie ein Schriftsteller mit absoluter Präzision und Klarheit seine Geschichten erzählt, wie er seine Figuren ausstattet und voller Poesie leben lässt. Genauso bemerkenswert ist, wenn dieser …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 13. Oktober 2017

China – Geschichte einer Großmacht Eine dreiteilige Dokumentation, die hier an einem Abend gezeigt wird. Der französische Journalist und Dokumentarfilmer Serge Tignères versucht sich in insgesamt etwas über zwei Stunden an einer …

Oktobergedanken

Erich Schaffner
Ausgabe vom 6. Oktober 2017

Geschafft! Die Partei der deutschen Arbeiterklasse ist eingenullt. Aus? Vorbei? Der Dialektiker schmunzelt. Denk doch mal nach, Otto! Der ganze Wahlzirkus, tausend Talkshows, Millionen vom Profitkuchen abgezwackte Partei- „Spenden“ – …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 6. Oktober 2017

Wirbel machen Da bildet sich ganz schnell nach der Bundestagswahl eine sogenannte Initiative „Kulturausschuss schützen“ und hat innerhalb von drei Tagen mehr als 11 000 Unterstützer gewonnen. Sie will vermeiden, dass Politiker der …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 6. Oktober 2017

Vadder, Kutter, Sohn Noch kein Abwinken, wenn Axel Prahl mitspielt. Gemeinsam mit Jonas Nay gibt er ein Heimspiel in dieser norddeutschen Komödie. Prahl ist als lässiges Schlitzohr und passionierter Shanty-Musiker zu sehen, Nay spielt …

Geniale Einfachheit

Zum 50. Todestag der US-amerikanischen Folk-Legende Woody Guthrie
Eva Petermann
Ausgabe vom 29. September 2017

In diesem September hat „Bear‘s Family“, eine Firma, die sich auf Wiederveröffentlichungen spezialisiert hat, anlässlich Woody Guthries 50. Todestag eine umfassende dreiteilige CD-Box herausgebracht …

Die bessere Raymond Carver

„Ich? Sterben.“ Lucia Berlins Werk wird weiter ins Deutsche übersetzt
Ausgabe vom 29. September 2017

Noch vor einem Jahr war Lucia Berlin im deutschen Sprachraum ein Name ohne Hintergrund. Aber selbst im englischen Sprachraum entfachte erst der 2015 erschienene Auswahlband „A Manual for Cleaning Women“ (Farrar, Straus & Giroux, New …

Kultursplitter

Ausgabe vom 29. September 2017

Festivalarbeit In Deutschland haben sich inzwischen rund 400 Filmfestivals etabliert, die sowohl als Standortfaktor als auch im Verwertungskreislauf innerhalb der Filmwirtschaft eine entscheidende Bedeutung haben. Und wenn auf den …

Die große Mauer-Show

Gabriele Senft
Ausgabe vom 29. September 2017
 (Foto: Gabriele Senft)

(Foto: Gabriele Senft)

Fährt man mit dem Auto vom östlichen Stadtrand Berlins Richtung …

Kunst und Geld

Die „documenta 14“ mit satten Schulden
Gretchen Kallenberg
Ausgabe vom 22. September 2017

Am letzten Sonntag schloss die „documenta 14“ in Kassel ihre Tore. Der Bücher-Parthenon, eines der auffälligsten Ausstellungsstücke, wird schon seit Tagen abgetragen. Und: Die erste „documenta“ an zwei Standorten muss womöglich auch noch …

Der letzte Kunde

In Berlin stimmt Rainer Wittkamp einen „Hyänengesang“ an
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 22. September 2017

Violetta ist schön, labil und bald schon tot. Statt schnelles Geld zu verdienen, wird sie in einer Hotelsuite von ihrem Kunden zusammengeschlagen und später tot aufgefunden. Saif Mohamed Zekri ist polizeibekannt, hat die Palette …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 22. September 2017

Beleidigt Der Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann bilanziert vor Abschluss der Feiern zu den 500 Jahren seit den 95 Thesen eines Martin Luther, diese seien ein „vergeigtes Jubiläum“. Die Jubiläumsblase mit ihren fantastischen …

Der rote Kanal

Ausgabe vom 22. September 2017

Naturwunder Eine liebevoll und klug gemachte Dokumentation über Berlins Großstadtdschungel und Brandenburgs weite Landschaften. Die beiden Schauspieler Andreas Hoppe und Katja Weitzenböck wandern durch bekannte und weniger bekannte …

Marx, Darwin und der Speichelfluss

Im Roman begegnen sich zwei Genies, die sich nie trafen
Ulrich Macher
Ausgabe vom 15. September 2017

Dieses Buch löst mit seinem wunderschönen Titel ein Reiz-Reaktion-Schema aus, wie es der russische Mediziner Pawlow bei seinem Hund beschrieb: dieser war so konditioniert, dass Speichelfluss beim …

Gedächtnis einer Nation

Ein Demokrat, der sich um Dialektik bemühte: Julius Mosen
Dieter Erbe
Ausgabe vom 15. September 2017
 (Foto: http://www.literaturgesellschaft-vogtland.de)

(Foto: http://www.literaturgesellschaft-vogtland.de)

Ein neues Buch über Julius Mosen? Aber wer ist das? Viele Menschen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 15. September 2017

Gezerre Vor wenigen Tagen legten Wissenschaftler ein Zehn-Punkte-Papier vor, in dem sie sich für den Erhalt eines starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks einsetzen, sich gleichzeitig aber für eine Reform der Anstalten aussprachen. Der …

Diktatur der Unzulänglichkeiten

In „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“ ist der kreative Arbeiter verblendet und verzweifelt
Ken Merten
Ausgabe vom 8. September 2017

Ein „Marsch auf Berlin“ erwartet uns erst im zweiten Teil von Roman Ehrlichs zweitem Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“. Vorher aber erfahren wir durch Ich-Erzähler Moritz, wie der vom ehemaligen Kommilitonen und …

Bekenntnis zu Tradition und Zeitgeist

Zu Armin Stolpers Büchern Meine „Leute und ich selbst“ und „Aus Sachsen! Ei, ei! aus Sachsen!“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 8. September 2017

Er ist ein unermüdlicher Schriftsteller und er hat viel zu erzählen. Er bekennt sich zu Autoren wie Lessing und Gerhart Hauptmann, in deren Tradition er sich sieht, und ist stolz auf den Lessingpreis, den er, neben vielen anderen …

Kämpfer für die Freiheit

Vor 70 Jahren starb Hans Kahle
Werner Abel
Ausgabe vom 1. September 2017
Richard Staimer (links), zu dieser Zeit Kommandeur der XI. Internationalen Brigade, in der Mitte der sowjetische Journalist und Berichterstatter über den Spanischen Krieg Michail Kolzow und rechts Hans Kahle (1936/37) (Foto: Unbekannt/ public domain)

Richard Staimer (links), zu dieser Zeit Kommandeur der XI. Internationalen Brigade, in der Mitte der sowjetische Journalist und Berichterstatter über den Spanischen Krieg Michail Kolzow und rechts Hans Kahle (1936/37) (Foto: Unbekannt/ public domain)

Als Thomas Mann seine berühmte Feststellung traf, dass der Antikommunismus die Grundtorheit der Epoche sei, wird auch die Phantasie des großen Schriftstellers nicht für die Vorstellung gereicht haben, dass diese Grundtorheit eines Tages …

Denk ich an Deutschland in der Nacht

Kommissar Vincent Che Veih erkennt „Es kommt alles wieder“
Bee
Ausgabe vom 1. September 2017
Horst Eckert, Wolfsspinne. Rowohlt Verlag, Hamburg 2016, geb., 488 S. 19,95 Euro

Horst Eckert, Wolfsspinne. Rowohlt Verlag, Hamburg 2016, geb., 488 S. 19,95 Euro

Eisenach, 4. November 2011. Zwei Männer werden tot in einem Wohnmobil …

Andalusische Tiefpunkte

Verbrechen mit Wurzeln in der Vergangenheit
Uli Brockmeyer
Ausgabe vom 1. September 2017

Danny Sanchez, freischaffender britischer Journalist mit spanischen Wurzeln, pendelt zwischen Broterwerb und Suche nach Wahrheiten. Er und sein Freund Paco recherchieren im andalusischen Almería über die Umstände des Todes einer jungen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 1. September 2017

Computerspiele als Kulturgut? In Köln ging die Spielemesse Gamescom mit einem Besucherrekord (mehr als 350 000) zu Ende. Für den Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sind Computerspiele selbstverständlich Teil des …

Schuldig, weil Feind

Peter Millers Dokumentarfilm „Sacco und Vanzetti“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 25. August 2017
Sacco und Vanzetti (Foto: Gemeinfrei)

Sacco und Vanzetti (Foto: Gemeinfrei)

Die USA als Land von „freedom & democracy“ und unbegrenzten Möglichkeiten, das war wohl ihr Traum, als Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, zwei von vielen jungen Italienern, 1908 dorthin auswanderten. Knapp 20 Jahre später, am 23. …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 25. August 2017

Starke Worte Die für Ende August angekündigte documenta-Performance „Auschwitz on the beach“ des Italieners Franco Bifo Berardi sorgt in Kassel für Empörung. Die documenta relativiere „mit diesem Titel die nationalsozialistische …

Unschuldig fühlen wollen

Eine Rede des vergangene Woche in Spanien festgenommenen Schriftstellers Dogan Akhanli
Ausgabe vom 25. August 2017

Der in Deutschland lebende und arbeitende Schriftsteller Dogan Akhanli ist vergangene Woche auf Verlangen der türkischen Regierung in Spanien festgenommen worden. Am 20. August kam der 60-Jährige wieder frei, darf aber Spanien bis auf …

Blockieren, löschen, rausschmeißen

Internetfirmen und ihre faschistischen Kunden
Wiljo Heinen
Ausgabe vom 25. August 2017

In Reaktion auf den rechten Terror von Charlottesville haben auch große Internet-Plattformen rassistische und faschistische Propaganda blockiert, gelöscht und rausgeschmissen. Ich leugne nicht, dass es mich freut, wenn Facebook rechte …

Unerfüllte Liebe, verlorene Hoffnungen

Diether Dehms Roman „Bella Ciao“ jetzt als Hörbuch
Gerhard Feldbauer
Ausgabe vom 18. August 2017
„Flügel de Widerstands“ von Pericle Fazzini in einem Park in Ancona (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Monumento_alla_Resistenza_(Ancona)?uselang=de#/media/File:Ancona_-_Monumento_alla_Resistenza_al_Pincio_-_Pericle_Fazzini.jpeg]Beta16[/url])

„Flügel de Widerstands“ von Pericle Fazzini in einem Park in Ancona (Foto: Beta16 / Lizenz: CC BY-SA 4.0)

„An ihrer Schulter, da wird es hell schon Oh bella ciao, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao. Es war so warm hier, an deinem Arm hier Da draußen werd‘ ich bald schon frier‘n. … Sah Blut an Hütten, sah Frauen bitten …

Kultur für alle

Wie die SPD sich Kulturpolitik vorstellt
Herbert Becker
Ausgabe vom 11. August 2017

An der Kulturpolitik der SPD erkennt man die Perspektivlosigkeit sozialdemokratischer Politik. Das eine meinen, das andere machen.

Interview

„Dieser Film hat mich gefunden“

Im Gespräch mit Christian Weisenborn
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 11. August 2017
Von den Nazis verfolgt und nach der Befreiung wie viele andere Widerstandskämpfer als „Verräter“ denunziert: Günter Weisenborn.

Von den Nazis verfolgt und nach der Befreiung wie viele andere Widerstandskämpfer als „Verräter“ denunziert: Günter Weisenborn.

Christian Weisenborn, Jahrgang 1947, ist der Sohn des Schriftstellers und Widerstandskämpfers Günther Weisenborn. Über seinen neuen Film „Mein Vater, die Rote Kapelle und ich“ sprach mit ihm für die UZ Hans-Günther Dicks. Eine Rezension …

Verteidigung der Sündenböcke

„Fremde in der Stadt“ – die neue CD von Werner Lutz
Eva Petermann
Ausgabe vom 11. August 2017

Nach der CD „Das Vorletzte“ hat der Erlanger Liedermacher Werner Lutz wieder eine CD herausgebracht: „Fremde in der Stadt“. Im Zentrum des im März 2017 erschienenen Albums, eingespielt mit den Begleitmusikern Mario Bock (Saxophon) und …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 11. August 2017

Warum nur? Die vor gut zwei Jahren in einer Bad Dürkheimer Lagerhalle entdeckte NS-Kunst bleibt vorerst unter Verschluss. Das damit verbundene Ermittlungsverfahren wegen Hehlerei laufe noch, sagte ein Sprecher der Berliner …

Späte Wiedergutmachung

Christian Weisenborns Film „Die guten Feinde“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 4. August 2017
Berlin-Plötzensee – Hinrichtungsstätte (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gedenkstaette_Ploetzensee01.jpg]Bild[/url])

Berlin-Plötzensee – Hinrichtungsstätte (Foto: Bild / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Ein Strandidyll aus den 1960er Jahren, gedreht auf Schmalfilm, grobkörnig, schwarzweiß, unscharf: zwei hochgewachsene Jungs, die unter den Augen der Eltern munter ins Wasser springen. Im Juli 2017 stehen die beiden Brüder auf der Bühne …

Die Vergangenheit ist nicht tot

Eine ganze Region im Würgegriff von Gier und Macht
Bee
Ausgabe vom 4. August 2017

Narciso Lazare ist ein Montpellierain, ein Stadtmensch durch und durch. Sein derzeitiger Aufenthalt in den Bergen der südlichen Cevennen ist seiner Trägheit und mangelnden Geistesgegenwart geschuldet. Nun hat er den halb verfallenen Hof …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 4. August 2017

Forschen ohne Daten Mit Geschichte, Ursachen und Wirkung der Ausgrenzung von Sinti und Roma in Deutschland und Europa befasst sich die neue Forschungsstelle „Antiziganismus“ an der Universität Heidelberg. Es ist das bundesweit erste …

Feinkost für den Sandkastenstrategen

Das feldgraue Magazin „Militär & Geschichte“
Werner Sarbok
Ausgabe vom 4. August 2017

Auf der Homepage von „Militär & Geschichte“ verspricht das Magazin spannende Einblicke in die Vergangenheit. Die Vergangenheit soll beleuchtet werden, „ohne sie mit Ideologie zu befrachten“. Der …

Kurz vorm Ausschlachten

fv
Ausgabe vom 4. August 2017

Die Fernsehserie „Game of Thrones“ ist ein Verkaufsschlager. Die werbewirksamen Diskussionen um die 7. Staffel, die vom Bezahlsender HBO derzeit ausgestrahlt wird, ziehen sich bereits über mehrere Monate, die Fangemeinde bittet zum …

Eine sanfte, unüberhörbare Stimme

Peter Härtling starb am 10. Juli 2017 im Alter von 83 Jahren
Rudi Hechler
Ausgabe vom 21. Juli 2017
 (Foto: hr/Sascha Rheker)

(Foto: hr/Sascha Rheker)

Wenn man über einen was schreiben will, den man gut kennt, klickt man eigentlich nicht bei Google. Ich habe es dummerweise doch getan und bin erschlagen. Hunderte Einträge – akademische Klugscheißereien, Biographieversuche, endlose …

Der Commissario und die Krebse

Montalbano sieht in die Zukunft und muss sich entscheiden
Bee
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Marinella, Szilien. Das Wetter ist unbeständig. Montalbano, immer wetterfühliger, launischer, unbeherrschter, wird zu einen Tatort im Nirgendwo gerufen. Der Tote ist der „Signori e Questori“ Bonetti-Alderighi. Ein Traum, aber ein sehr …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Vorbildlich? Knapp eine Woche nach dem G20-Gipfel waren gut 2 000 Polizisten zu einem Sonderkonzert in der Hamburger Elbphilharmonie eingeladen. Das Hamburger Abendblatt hatte gesponsert, Innenminister de Maizière dankte den Beamten …

Von Athen nach Kassel

Selbstverkörperung oder gesellschaftliche Verantwortung
Klaus Stein
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Die Documenta Nr. 14 verwirrt zunächst. Sie ist riesig, umfänglicher als die Nr. 13. Allein 35 Orte in Kassel präsentieren die Exponate, weitere 47 sind es in Athen. Über 200 Künstler stellen ihre Werke aus. Der um den Überblick bemühte …

Der listige König

Eine Kalendergeschichte
Erasmus Schöfer
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Odüsseas von I. war ein königlicher Held, der lange vor dem berühmten Sokrates in Griechenland ein ebenso berühmtes Heldenleben geführt hat. Zwar hat ihn von den Griechen, die wir kennen, keiner gesehn. Von ihm erzählt aber wurde so oft …

Kolumne

Enteignet Springer!

Hans-Peter Brenner
Ausgabe vom 21. Juli 2017
Hans-Peter Brenner ist stellvertretender Vorsitzender der DKP

Hans-Peter Brenner ist stellvertretender Vorsitzender der DKP

Hamburg spielt eine wichtige Rolle in meinem Leben. Hier begann ich …

Die blutigen Szenarien

Zur Sammlung „Für alle reicht es nicht – Texte zum Kapitalismus“ von Heiner Müller
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 14. Juli 2017
Heiner Müller: „Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden“.  4.11.1989, Berlin-Alexanderplatz (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_M%C3%BCller#/media/File:Bundesarchiv_Bild_183-1989-1104-047,_Berlin,_Demonstration,_Rede_Heiner_M%C3%BCller.jpg]Bundesarchiv[/url])

Heiner Müller: „Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden“. 4.11.1989, Berlin-Alexanderplatz (Foto: Bundesarchiv / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Kürzlich war im Vorwort einer wissenschaftlichen Abhandlung zur Literatur der DDR zu lesen, dass „selbst ein Dramatiker von Weltrang wie Heiner Müller“, aber auch Günter de Bruyn, Volker Braun und Christoph Hein „nur noch Kennern …

Politik, ein Dschungelcamp

Franzobel zur Eröffnung der Klagenfurter Literaturtage
Ausgabe vom 14. Juli 2017

Das alljährliche Spektakel, genannt „Tage der deutschsprachigen Literatur“ und verbunden mit reichlich Preisgeld für den „Ingeborg-Bachmann-Preis“ fand zum 41. Mal in Klagenfurt statt. Der ORF überträgt live und stundenlang die Lesungen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 14. Juli 2017

Beihilfe Der US-Internetkonzern Google wird Medienberichten zufolge auf seinen digitalen Landkarten „Google Maps“ und „Google Earth“ künftig die indigenen Gebiete in Brasilien anzeigen. Der Konzern kündigte an, dafür mit der …

„Denn ohne Kampf ist kein Leben“

Vor 150 Jahren wurde Käthe Kollwitz geboren
Eva Petermann
Ausgabe vom 7. Juli 2017

"Losbuch", Blatt 5 aus dem Zyklus "Bauernkrieg", 1902/1903 (Foto: KKMK)

Aus vielen Selbstporträts der Käthe Kollwitz schaut uns ein ernstes, herbes Gesicht an. Aber hatte sie denn nicht viel Glück in ihrem Leben? Sie wusste früh, dass sie Künstlerin werden wollte – ein verwegener Wunsch für ein junges …

Neo Rauch – alles hängt mit nichts zusammen

Vom Sozialistischen Realismus zum „narrativen Realismus“?
Jürgen Meier
Ausgabe vom 7. Juli 2017
Kalimuna (Stadt aus der Hethiter-Zeit, 2. Jahrtausend v. d.Z.), Neo Rauch meint aber, den Verkauf von Kalisalzen und Munition in dieser Straße als Ortung für was auch immer darstellen zu müssen. (Foto: [url=https://www.flickr.com/photos/wm_archiv/14911022380] Allie_Caulfield/flickr.com[/url])

Kalimuna (Stadt aus der Hethiter-Zeit, 2. Jahrtausend v. d.Z.), Neo Rauch meint aber, den Verkauf von Kalisalzen und Munition in dieser Straße als Ortung für was auch immer darstellen zu müssen. (Foto: Allie_Caulfield/flickr.com / Lizenz: CC BY 2.0)

Neo Rauch trifft wieder auf seinen Lehrer Arno Rink: In der Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben (bis April 2018) ist jetzt eine Doppelschau mit Werken der beiden Leipziger Künstler zu sehen. Der Maler und Grafiker Neo Rauch, dessen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 7. Juli 2017

Kölner Opernsanierung Ungefähr doppelt so teuer und sieben Jahre länger als geplant dauern wird die Sanierung der Kölner Bühnen. Nach aktuellem Stand wird sie sich bis Ende 2022 hinziehen und zwischen 545 und 570 Millionen Euro kosten. …

Pop gegen Links

Das Netzwerk „Global Citizen“ veranstaltet ein Gratis-Festival zum G20-Gipfel
Kai Degenhardt
Ausgabe vom 30. Juni 2017
Mit Händchenhalten und guter Laune gegen die Schrecken des Kapitalismus. (Foto: lobalcitizen.org)

Mit Händchenhalten und guter Laune gegen die Schrecken des Kapitalismus. (Foto: lobalcitizen.org)

Coldplay, Shakira, Herbert Grönemeyer, Pharrell Williams, Ellie Goulding, Andreas Bourani, Elyas M‘Barek, Florian David Fitz und viele andere – sie alle werden am 6. Juli auf die Bühne einer Hamburger Mehrzweckhalle kommen und sich „für …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 30. Juni 2017

Preußens Gloria Die Garnisonkirche in Potsdam war 1968 gesprengt worden. Sie galt als Symbol des Militarismus. Angesichts des aktuellen Erstarkens rechter und faschistischer Kräfte in Deutschland und in Europa kann man sich lebhaft …

Weil nichts bleibt, wie es war

Hannes Wader wird 75 Jahre alt und ist auf Abschiedstournee
Stefan „Schmiddl“ Schmidt
Ausgabe vom 23. Juni 2017
Hannes Wader beim „Festival der Jugend“ in Dortmund, 1978 (Foto: UZ-Archiv, Manfred Scholz)

Hannes Wader beim „Festival der Jugend“ in Dortmund, 1978 (Foto: UZ-Archiv, Manfred Scholz)

Knarz. Hannes knarzt. Er …

Der Sieg des Lichts über die Dunkelheit

Die Blockade von Leningrad, Schostakowitsch und die Revision der Geschichte
Jenny Farrell
Ausgabe vom 23. Juni 2017

Der kalte Krieg gegen Russland – ehemals Sowjetunion – geht weiter. Dazu gehört auch die Entsorgung der zahlreichen Gräueltaten aus dem öffentlichen Bewusstsein, die Nazi-Deutschland an der sowjetischen Bevölkerung beging, sowie der …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 23. Juni 2017

Schaufenster Als Ideenschmiede und Zukunftswerkstatt hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn gewürdigt. Das Haus hat am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen …

documenta 14

Angebote der Marx-Engels-Stiftung am 30. Juni und 1. Juli in Kassel
Ausgabe vom 23. Juni 2017

Die Marx-Engels-Stiftung wird auch die diesjährige documenta mit einer Tagung begleiten. Sie soll Maßstäbe vermitteln, um die Besucher nicht hilflos dem gegenüberstehen lassen, was die Ausstellung bietet. Am 30. Juni wird Klaus Stein …

Eine „andere“ Geschichte

Zu Christoph Heins neuem Roman „Trutz“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 16. Juni 2017

Zu Beginn des Romans gerät der Erzähler „aus Versehen“ in eine Veranstaltung „Feindliche Freunde“, in der es „im Gebäude der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ um deutsch-russische Verhältnisse geht. Der Erzähler ist als …

Grup Yorum soll nicht auftreten dürfen

Fuldaer CDU-Oberbürgermeister unterwirft sich Erdogan
UZ
Ausgabe vom 16. Juni 2017
Grup Yorum auf dem UZ-Pressefest 2016 (Foto: Shari Deymann)

Grup Yorum auf dem UZ-Pressefest 2016 (Foto: Shari Deymann)

Am 17. Juni veranstaltet der Deutsche Freidenker-Verband (DFV) auf dem Messegelände in Fulda ein Kulturfestival mit internationaler Beteiligung. Neben dem chilenischen Liedermacher Nicolás Miquea und dem Rapper Zynik sowie anderen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 16. Juni 2017

Schleimspur Die Theater und Orchester wollen die Gesellschaft nach Vorstellungen des Deutschen Bühnenvereins ermutigen, sich für Demokratie und eine offene Gesellschaft einzusetzen. Sie leisten ihren Beitrag durch ihre künstlerischen …

Das Methfesselfest in Hamburg

Ausgabe vom 16. Juni 2017

  Da steht sie wieder, die Kogge der DKP, unübersehbar mitten auf dem Else-Rauch-Platz und die Anwohner wissen, es ist wieder Methfesselfest. Die Kogge wurde Ende der 1970er Jahre gebaut als …

Der Rote Oktober und die Medien

Vier Beiträge zur Oktoberrevolution 1917
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 9. Juni 2017
1917 – Der wahre Oktober

1917 – Der wahre Oktober

Große Jahrestage sind auch Medienereignisse, und die Art, wie sie zelebriert werden, spiegelt oft weniger das historische Ereignis als die mediale Gegenwart. Das derzeit allgegenwärtige „Luther-Jahr“ ehrt nicht nur den Kirchenreformer. …

Kultursplitter

Ausgabe vom 9. Juni 2017

Stätten der Weltkultur bedroht Einen besseren Schutz von Stätten des Weltkultur- und des Weltnaturerbes fordern Nichtregierungsorganisationen, die sich im Verein „World Heritage Watch“ zusammengeschlossen haben. Aus Anlass des …

Endlich Peter-Alexander-Filme streamen

Mehr „europäische Kultur“ bei Netflix und Co., aber auch mehr Werbung
Herbert Becker
Ausgabe vom 9. Juni 2017
In Zukunft wird der Held jedes Netflix-Films die Werbung für einen europäischen Konzern sein. (Foto: [url=Foto: http://mss-stage6tas.wikispaces.com/Food+Product+Development]Food+Product+Development[/url])

In Zukunft wird der Held jedes Netflix-Films die Werbung für einen europäischen Konzern sein. (Foto: Food+Product+Development)

Netflix, Maxdome, Amazon Prime und andere Internetanbieter bestreiten den überwiegenden Teil ihres Angebots aus US-amerikanischen Serien und Filmen. Dies ist den „europäischen Institutionen“, also EU-Ministerrat, EU-Kommission und …

Vom Senftöpfchen auf die Pressefestbühne

Mit Poesie und Widerstand geht Konstantin Wecker durchs Leben
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 2. Juni 2017
Konstantin Wecker auf dem UZ-Pressefest 2014 (Foto: Shari Deymann)

Konstantin Wecker auf dem UZ-Pressefest 2014 (Foto: Shari Deymann)

Irgendwann Mitte der 70er Jahre bin ich mit Freunden im Senftöpfchen in Köln. Jungem Nachwuchs der Kabarett- und Kleinkunstszene wurde hier ein Sprungbrett geboten, viele begannen hier ihre Karriere. Jetzt also ein mir ganz und gar …

Wir hatten ja nichts

funk – Öffentlich-Rechtes für Jugendliche
Ausgabe vom 2. Juni 2017

Als die Fernsehsender EinsPlus und ZDFkultur eingestellt wurden, war ursprünglich geplant, dafür einen neuen Jugendsender von ARD und ZDF aus der Taufe zu heben. Richtiges, lineares Fernsehen also. Dazu kam es nicht, stattdessen gibt es …

Dichtung, die politisch wirkt

Die Klang- und Formfülle der Gedichte Georg Herweghs begeistert bis in die Gegenwart
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 26. Mai 2017
„Ich bin ein freier Mann und singe/Mich wohl in keine Fürstengruft.“ Im Deutschland Bismarcks wollte Georg Herwegh nicht begraben sein. So fand er in Liestal im Schweizer Kanton Basel-Land seine letzte Ruhestätte. (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Georg_Herwegh?uselang=de#/media/File:Liestal_2014_Georg_Herwegh_Denkmal.jpg]Sputniktilt[/url])

„Ich bin ein freier Mann und singe/Mich wohl in keine Fürstengruft.“ Im Deutschland Bismarcks wollte Georg Herwegh nicht begraben sein. So fand er in Liestal im Schweizer Kanton Basel-Land seine letzte Ruhestätte. (Foto: Sputniktilt / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Georg Herweghs 200. Geburtstag am 31. Mai 2017 ist leicht zu …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 26. Mai 2017

Grütters verteidigt Kreuz Kulturstaatsministerin Grütters hat das geplante vergoldete Kreuz auf der Kuppel des neuen Berliner Stadtschlosses gegen Kritik verteidigt. Die hiesige Kultur habe ihre Wurzeln in einem christlichen …

Stalin in Stars Hollow

Wie die Gilmore Girls immer wieder Stalin bemühen
Arne Sörensen
Ausgabe vom 26. Mai 2017
 (Foto: [url=https://www.flickr.com/photos/23412868@N03/5341066529]jeffmason[/url])

(Foto: jeffmason / Lizenz: CC BY 2.0)

Gerade wurde mit großem Pomp eine der erfolgreichsten Serien der 2000er Jahre beerdigt. Der Streamingdienst Netflix hatte exklusiv vier abschließende Folgen der „Gilmore Girls“ produziert, die den Zuschauer wieder mitnehmen ins …

Dionysos als Weltenretter?

Ruhrfestspiele 2017 – „aus dem Geiste der Verunsicherung“
Klaus Wagener
Ausgabe vom 19. Mai 2017
Szene aus „Der Sandmann“ (Foto: Ruhrfestspiele / Lucie Jantsch)

Szene aus „Der Sandmann“ (Foto: Ruhrfestspiele / Lucie Jantsch)

Nathanael hat ein Psychoproblem. Seine alte Amme hat ihm als Kind ein Ammenmärchen aufgetischt, an dessen Spätfolgen der heranwachsende, flatterhaft-egozen­trische Student immer noch leidet. Der Sandmann ist in dieser Story eben nicht …

Kultursplitter

Ausgabe vom 19. Mai 2017

Weg damit Es kam doch, wie es schlechter nicht hätte kommen können: Der Kulturausschuss der Stadt Düsseldorf hat eine Verlängerung der Gastprofessur des bekannten Musical-Komponisten und Produzenten Dieter Falk an der …

Bilder aus Liebe zu den Menschen

Helmut Rau hat gemalt, was er sah und was er fühlte
Margret Krützner/Manfred Idler
Ausgabe vom 12. Mai 2017
Helmut Rau

Helmut Rau

Man schreibt das Jahr 1955. Ein junger Mann im Gefängnis, er malt. Sein erstes Ölbild entsteht, ein Stillleben. Es zeigt einen Blechbecher, darauf die Nummer 409, ein Brettchen, einen Apfel, eine Zwiebel und ein kleines Messer. Das …

Erkenntnis mit satirischen Mitteln

Veranstaltung der Marx-Engels-Stiftung zu Gisela Elsners Leben und Werk
Eva Petermann
Ausgabe vom 12. Mai 2017

„Wegbereiterin einer weiblichen Tradition moderner Satire“ – so lautet das Fazit eines Features des Bayerischen Rundfunks am 29. April, also wenige Tage vor Gisela Elsners Geburtstag. Trotz einiger Brüche in ihrem Werk bestreitet heute, …

Metropole des politischen Liedes

Seit 20 Jahren Festival in Weißenbach am Attersee
Ausgabe vom 12. Mai 2017

1997 war die Geburtsstunde eines einzigartigen Musikfestivals, das in Österreich seinesgleichen sucht: Das Festival des politischen Liedes. Vom 15. bis 18. Juni 2017 wird der kleine Ort Weißenbach am Attersee wieder zum Zentrum …

Heimatlos in der Fremde

Gedanken zur Bücherverbrennung durch die deutschen Faschisten
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 5. Mai 2017
„Wir übergeben den Flammen die Schriften von …“ -Bücherverbrennung am Berliner Opernplatz. (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland#/media/File:Bundesarchiv_Bild_102-14597,_Berlin,_Opernplatz,_B%C3%BCcherverbrennung.jpg]Bundesarchiv, Bild 102-14597 / Georg Pahl[/url])

„Wir übergeben den Flammen die Schriften von …“ -Bücherverbrennung am Berliner Opernplatz. (Foto: Bundesarchiv, Bild 102-14597 / Georg Pahl / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

10. Mai 1933, Mittwochabend. In Deutschland lodern Scheiterhaufen, Bücher brennen, Zeugnisse des intellektuellen Lebens werden in den Flammen vernichtet. Darunter die Werke von Heinrich und Thomas Mann, Alfred Kerr, Sigmund Freud, Albert …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 5. Mai 2017

„Lola“ Filmpreise Das Spektakel der Gala zu den Filmpreisen ist eher ein bemühter Abklatsch vergleichbarer US-Veranstaltungen. Dennoch ist eines positiv zu vermerken, denn erstmals ging die Mehrzahl aller Auszeichnungen an weibliche …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 28. April 2017

Verdiente Ehrung Der Heinrich-von-Kleist-Preis, ein bedeutende Auszeichnung für literarisches Schaffen, wird seit 1912 verliehen, besondere Praxis ist, dass nicht eine Jury, sondern ein einzelner Künstler den Preisträger benennt. Für …

Interview

Kommunistin aus Haltung und Überzeugung

Die Schriftstellerin Gisela Elsner (1937–1992)
Mathias Meyers
Ausgabe vom 28. April 2017
Dr. Christine Künzel

Dr. Christine Künzel

Gisela Elsner Ruf aus der tiefsten Tiefe des Unlands All jenen professionellen, passionierten Antikommunisten, die jetzt feixend und händereibend behaupten: ENDLICH SEID IHR KOMMUNISTEN AM ENDE, müssen wir deutschen Kommunisten, egal, ob wir nun hüben oder drüben hausen, erwidern: DAS IST NICHT WAHR: WIR FANGEN GERADE WIEDER EINMAL AN, DEN ANFANG DES ANFANGS DES WEGES ZU SUCHEN, DER UNS MÖGLICHERWEISE ZU UNSEREM ZIEL FÜHREN KANN. Selbst wenn sich dieser Weg wieder einmal als ein falscher Weg erweisen sollte, wird dies wenigstens den Vorteil haben, dass unsere Nachgeborenen wissen, welchen weiteren von uns eingeschlagenen Weg sie keineswegs einschlagen dürfen. Selbst wenn unsere Nachgeborenen ebenfalls einen Weg einschlagen sollten, der sich abermals als ein weiterer falscher Weg erweisen sollte, wird dies ebenfalls wenigstens den Vorteil haben, dass die Nachgeborenen unserer Nachgeborenen wissen, welche Wege sie keineswegs einschlagen dürfen. Irgendwann werden hoffentlich irgendwelche Nachgeborenen der Nachgeborenen unserer Nachgeborenen den richtigen Weg einschlagen, der sich offensichtlich inmitten eines Wirrwarrs von Irrwegen in diesem Unland befindet, das die bedeutschten Deutschen, die im Gegensatz, zu den unbedeutschten Deutschen immer in der Mehrheit sind, ihre Heimat heißen. (…) Gisela Eisner Der Text ist abgedruckt in „Flüche einer Verfluchten“, erschienen im Verbrecher Verlag Berlin. Dort sind folgende Werke von Gisela Elsner erschienen: Im Verbrecher Verlag erschienen: „Die teuflische Komödie“; „Versuche, die Wirklichkeit zu bewältigen“ – Gesammelte Erzählungen 1; „Zerreißproben“ – Gesammelte Erzählungen 2; „Flüche einer Verfluchten.“ Kritische Schriften 1; „Im literarischen Ghetto“ – Kritische Schriften“; „Fliegeralarm“, „Otto der Großaktionär“; „Heilig Blut“; „Das Berührungsverbot“ „Die Zähmung. Chronik einer Ehe“.

Sänger seines Volkes

Jewgeni Jewtuschenko schweigt für immer
Herbert Becker
Ausgabe vom 14. April 2017
Jewgeni Jewtuschenko, 18. Juli 1932–1. April 2017 (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Jewgeni_Alexandrowitsch_Jewtuschenko#/media/File:Evtushenko.jpg]Cybersky[/url])

Jewgeni Jewtuschenko, 18. Juli 1932–1. April 2017 (Foto: Cybersky / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Am 1. April verstarb im Alter von 83 Jahren in Tulsa (USA) der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko, dort lebte er seit Anfang der 1990er Jahre und hielt Vorlesungen an der dortigen Universität über russische Literatur, besonders über …

Unendliche Wende

Ein Streitgespräch vor zwanzig Jahren – aktuell wie vor 20 Jahren
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 14. April 2017

Viele Menschen sorgen sich um die gegenwärtige Gesprächs- und Diskussionskultur und die zunehmenden Hass-Kommentare, die nicht nur das Gesprächsklima vergiften, sondern auch die Schwelle für Aggressionen sinken lassen. Da ist es gut und …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 14. April 2017

Tabula rasa Die Statue des marxistischen Philosophen Georg Lukács soll aus dem St.-István-Park in Budapest entfernt werden. Die neofaschistische Jobbik-Partei, eng verbunden mit der Regierung von Victor Orbán und dessen Fidesz-Partei, …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 7. April 2017

Vermittlung Michel Abdollahi, auf der einen Seite Redakteur beim NDR und zum anderen Mitinitiator und Moderator des Poetry-Slam-Lapels „Kampf der Künste“, hat im Hamburger Ernst Deutsch Theater den mit 15 000 Euro dotierten …

Asyl im Kaurismäki-Land

„Die andere Seite der Hoffnung“ jetzt im Kino
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 31. März 2017
Außenseiter sollten zusammenhalten (Foto: Sputnik Oy/Malla Hukkanen)

Außenseiter sollten zusammenhalten (Foto: Sputnik Oy/Malla Hukkanen)

Der finnische Filmregisseur Aki Kaurismäki ist kein Mann der großen Worte, seine Filmfiguren ebenso wenig. Zum Beispiel Wikström, ein Textilkaufmann in mittleren Jahren in Helsinki. Alles ordentlich aufräumen, dann seiner Frau den …

Kühler Chronist

Hans Scherfig – Schriftsteller und Kommunist
Gesine Pillardy
Ausgabe vom 31. März 2017

Hans Scherfig (1905–1979) gehört zu den meistgelesenen Autoren Dänemarks. Er schuf zahlreiche satirische und gesellschaftskritische Romane und Erzählungen, denen eine kompromisslose Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft gemein ist. …

Kultursplitter

Ausgabe vom 31. März 2017

Keine Erfindung des Teufels

Zu Klaus-Rüdiger Mais Biografie „Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 24. März 2017

Die Welt sieht seit Johannes Gutenbergs Erfindung anders aus. Der Titel von Klaus-Rüdiger Mais Biografie „Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte“ ist nicht zu bezweifeln. Dann aber drängen sich zwei Fragen auf: Wer war dieser …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 24. März 2017

Viel Lärm um Nichts Vom 23. bis 26. März findet in diesem Jahr die Leipziger Buchmesse statt. Während die Zahl der Aussteller langsam, aber kontinuierlich sinkt (nur kaschiert durch eine sogenannte „Manga Convention“), wird das ‚Lesefest …

Das anerkannt schlimmste Schandmaul

Lebenswerk und Hollerhof von Dietrich und Christel Kittner in einer Stiftung
Anne Rieger
Ausgabe vom 17. März 2017
Dietrich Kittner in Aktion (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dietrich_Kittner_Volksstimmefest2008.jpg] 	Manfred Werner[/url])

Dietrich Kittner in Aktion (Foto: Manfred Werner / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Im Herbst 2016 wurde auf …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 17. März 2017

DDR-Geschichte auf Arabisch Die Leipziger Gedenkstätte „Runde Ecke“, eine Bürgerstiftung zur „Aufarbeitung“, will Flüchtlingen die deutsche Geschichte näherbringen. Die Zusammenarbeit mit dem, was ein gewisser Hubertus Knabe in Berlin …

Interview

Marx und der Amateur mit den Goldknöpfen

Gespräch mit dem Regisseur des Films „Der junge Karl Marx“
Günter Dicks
Ausgabe vom 10. März 2017
Der 1953 in Haiti geborene Raoul Peck, hier bei der Berlinale-Pressekonferenz, drehte vor „Der junge Karl Marx“ unter anderen die Filme „Lumumba – Tod des Propheten“ und „I am not your negro“  (Foto: Elena Ringo http/www.elena-ringo.com)

Der 1953 in Haiti geborene Raoul Peck, hier bei der Berlinale-Pressekonferenz, drehte vor „Der junge Karl Marx“ unter anderen die Filme „Lumumba – Tod des Propheten“ und „I am not your negro“ (Foto: Elena Ringo http/www.elena-ringo.com)

UZ : Herr Peck, ich habe gelesen, dass Ihre Biografie ein paar Ähnlichkeiten mit der von Karl Marx aufweist. Hat Sie das zu diesem Thema geführt? …

„Flieg, Gedanke …“

Künstler als intellektuelle Wegbereiter der Befreiung Italiens
Gerhard Feldbauer
Ausgabe vom 10. März 2017

Mitten in den Kämpfen des Risorgimento, der nationalen Bewegung für die Befreiung Italiens vom weltlichen Joch des Papstes und der Fremdherrschaft der Habsburger und Bourbonen, fand am 9. März 1842 an der Mailänder Scala die Uraufführung …

Ein sehenswertes Plädoyer

HB
Ausgabe vom 10. März 2017
Der Film „Moonlight“ erzählt die Geschichte des jungen Chiron (Foto: A24/DCM)

Der Film „Moonlight“ erzählt die Geschichte des jungen Chiron (Foto: A24/DCM)

„Moonlight“ wurde bei der 89. Verleihung der Academy Awards (Februar 2017) unter anderem mit dem Oscar in der Kategorie „Bester Film“ ausgezeichnet und man kann durchaus behaupten, dass es in diesem Fall ausnahmsweise den Richtigen …

Schluss mit Nazi-Ehrung am Chiemsee

Solidarität mit Wolfram Kastner
Werner Lutz für die KünstlerInneninitiative unruhestiften.de
Ausgabe vom 10. März 2017

Der Künstler und „Unruhestifter“ Wolfram Kastner darf nach einem Urteil des Landgerichts München künftig keine weiteren Kunstaktionen an der Gedenkstätte für den Nazi-Kriegsverbrecher Alfred Jodl ausüben. Jodl war Chef des …

Demontage

Larraíns „Neruda“ ist kaum mehr als ein postmoderner Abgesang
Klaus Wagener
Ausgabe vom 3. März 2017
Die Projektion eines Dichters auf der Flucht. (Foto: Piffl Medien)

Die Projektion eines Dichters auf der Flucht. (Foto: Piffl Medien)

Der Dichter (Luis Gnecco), der „Neruda“ genannt wird, ist auf der Flucht. Es soll eine wilde, dramatische Flucht sein. Der Dichter hat einen Hang zur Theatralik und zur Selbstinszenierung. Und natürlich zu den Frauen und zum Alkohol. …

Ein rebellisches Herz

Harry Belafonte zum 90. Geburtstag
Eva Petermann
Ausgabe vom 3. März 2017
Harry Belafonte (Foto: [url=https://secure.flickr.com/photos/instituteforpolicystudies/3931355837/in/set-72157622404694210/]Institute for Policy Studies[/url])

Harry Belafonte (Foto: Institute for Policy Studies / Lizenz: CC BY 2.0)

Schwer zu sagen, wer ihn mehr verehrte: Die Schmuddelkinder von Harlem, wo Harry Belafonte aufwuchs, oder die Straßenhändler Jamaicas („tally me banana“) oder die jungen Tanzclub-Frauen, denen sein Charme und sinnlicher Hüftschwung (noch …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 3. März 2017

Enttäuschte Vorfreude Die Programm-Macher von 3-SAT kündigen rund um den Internationalen Frauentag eine ganze Reihe von Spielfilmen, Dokumentationen und Diskussionen an. Was bietet man an? Unter der Themen-Überschrift „Die Zukunft ist …

Ein Heimatfilm über Nordkorea

Neu erschienen: „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ auf DVD, VoD
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 24. Februar 2017
Schwesterliche Begegnung. Rechts die Regisseurin Cho Sung-Hyung (Foto: farbfilm verleih)

Schwesterliche Begegnung. Rechts die Regisseurin Cho Sung-Hyung (Foto: farbfilm verleih)

Schwesterliche Begegnung. Rechts die Regisseurin Cho Sung-Hyung ( farbfilm verleih)

Wie ein Dichter klein gemacht werden soll

Zu „Volker Braun. Leben und Schreiben in der DDR“ von Hannah Schepers
Rüdiger Bernhardt.
Ausgabe vom 24. Februar 2017

Über Volker Braun ist viel geschrieben worden; der „Großschriftsteller der DDR“, wie er auch bezeichnet wird, und Büchner-Preisträger von 2000 hat seine Leser, Kritiker und die Literaturwissenschaft immer angeregt und beschäftigt: mit …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 24. Februar 2017

Ehrung Knapp drei Jahre nach dem Tod von Gabriel García Márquez ist in Havanna eine Bronzestatue des kolumbianischen Schriftstellers enthüllt worden. Das Denkmal wird verstanden als Hommage an den Literaturnobelpreisträger, der eng …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 17. Februar 2017

Filmindustrie Es gibt nicht nur den roten Teppich auf der Berlinale, die zur Zeit stattfindet. Die deutsche Filmindustrie schafft, wie eine aktuelle Studie für das Bundeswirtschaftsministerium zeigt, einen Beitrag zur deutschen …

Ein Marx für unsere Tage

Ein Porträt des Revolutionärs, aber noch nicht das einzig wahre
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 17. Februar 2017
Abstrakte Ideen oder direkte Aktion: Karl Marx (August Diehl) auf dem Kongress des Bunds der Gerechten. (Foto: Frédéric Batier, Neue Visionen Filmverleih)

Abstrakte Ideen oder direkte Aktion: Karl Marx (August Diehl) auf dem Kongress des Bunds der Gerechten. (Foto: Frédéric Batier, Neue Visionen Filmverleih)

Die Berlinale scheint in diesem Jahr geprägt von „biopics“, also filmischen Biografien prominenter oder weniger bekannter Figuren der Zeitgeschichte. Gleich zur Eröffnung gab‘s einen Film über den Gypsy-Jazzer Django Reinhardt, der dann …

Zu links für den Literaturmarkt?

Gisela Elsner ist unvergessen
Eva Petermann
Ausgabe vom 17. Februar 2017

Im Jahr 2017 jährt sich Gisela Elsners Geburtstag zum 80. Mal; kurz darauf auch der Tag ihres Freitodes vor 25 Jahren. Die bei ihrem Debüt einst überschwenglich gefeierte Autorin von „Die Riesenzwerge“ landete in späteren Jahren …

Wahrheit erzeugen

Doris Gercke hat mit einem neuen Frauenbild den deutschen Krimi erneuert
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 10. Februar 2017
Herzlichen Glückwunsch, Doris Gercke (Foto: DEFF Westerkamp)

Herzlichen Glückwunsch, Doris Gercke (Foto: DEFF Westerkamp)

Der deutsche Krimi hat …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 10. Februar 2017

Interessant oder ärgerlich? Anfang März läuft in den Kinos der Film „Der junge Marx“ an, kurz nachdem er auf der diesjährigen Berlinale Premiere hat. Laut Presseinfo des Verleihs spielt der Film 1844, kurz vor der industriellen …

Auf keinen Fall gaga

Ein Blick in die (Medien-)Welt der vergangenen Woche
Adi Reiher
Ausgabe vom 10. Februar 2017

Neue Nachrichten aus Fukushima. Ein Roboter misst in einem der havarierten Reaktoren einen Wert, der eine tödliche Dosis für alle Lebewesen bedeuten würde. Nach Medienberichten sollte selbst der Roboter da nur zwei Stunden „aushalten“ …

Die größte Zeitung der DDR

Die junge Welt wird 70
Arnold Schölzel
Ausgabe vom 10. Februar 2017

( Christian-Ditsch.de)

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 3. Februar 2017

Verwirrung Vor einigen Tagen wurde das umfangreiche Programmheft der diesjährigen Ruhrfestspiele Recklinghausen versandt. Das Programm startet traditionell am 1. Mai und geht bis 18. Juni, ein Blick auf das Angebot lohnt. Erinnert sei an …

Wieder einmal sind wir ohnmächtig …

Zu Christa Wolfs Briefen 1952 – 2011
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 3. Februar 2017
Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta (Foto: Gabriele Senft)

Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta (Foto: Gabriele Senft)

Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta ( Gabriele Senft)

Abholbar

Gute Fernsehserien nach Bedarf oder nicht-lineares Fernsehen
Ausgabe vom 3. Februar 2017
 (Foto: netflix.com)

(Foto: netflix.com)

Gibt es noch Gebäude, in denen DVDs ausgestellt und verliehen werden? Wenn nicht, es gibt ja Streamingportale …  

Reden über Trump

Ein Blick in die (Medien-)Welt der vergangenen Woche
Adi Reiher
Ausgabe vom 3. Februar 2017

Eine der beliebtesten Arten inzestuöser Desinformation geht so: Journalist(in) interviewt Journalist, auch beliebt in der Variante Journalist interviewt Journalist(in). Das suggeriert Vielfalt und Kompetenz. Die allerdings regelmäßig da …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 27. Januar 2017

„Shop the pain away“ – Eine Ausstellung in Oberhausen: Katharina Arndt ist die Künstlerin, die an einer Wand im Oberhausener Schloss ihr Objekt mit diesem schönen Titel versehen hat. Die gerade eröffnete Schau mit Werken von Albrecht Dürer bis Gerhard Richter in der Ludwig Galerie trägt den Titel „Let‘s buy it! Kunst und Einkauf“ und macht neugierig. Die einleitenden Sätze im „Kapital“ von Karl Marx lauten: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen die kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als ungeheure Warenansammlung, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Untersuchung der Ware.“ Das, was als Kunstwerk oder Kunstobjekt benannt wird, ist selbstverständlich erst dann eines, wenn es zur Schau gestellt wird, wenn es – im gewünschten Fall – angeboten und möglichst verkauft wird. Und verblüffend ist, wie häufig Bilder, Zeichnungen, Grafiken und Fotografien zu ihrem Thema machen, womit gehandelt wird und wo dies stattfindet. Darstellungen von Geld in Münzen und Scheinen finden wir schon bei Dürer. Das zieht sich durch bis Beuys, die, die mit Geld handeln, besonders Geldwechsler und Banker, werden bis heute meist mit semitischen Zügen gezeichnet. Judas‘ Verrat ist immer deutlich durch die Silberlinge in seinen Händen, der erste große Hype, die Tulpenzwiebel-Spekulation in den 1630er Jahren, findet seinen Niederschlag in Bildern der Zeit. Marktszenen und das Gebaren der Händler, auch hier eher durch Übertölpeln und Versprechungen negativ aufgeladen, findet sich in einer Vielzahl von Werken. Im 20. Jahrhundert kommen zwei neue Dimensionen hinzu, die Fotografie, die die Warenwelt in Kaufhäusern und Schaufenstern thematisiert, und Kunstobjekte, die durch die Auswahl der gewählten Gegenstände ironisch mit den Ansprüchen an „Kunst“ spielen. Hier zeigt die Ausstellung unter anderem die berühmten „Campbell-Suppendosen“ von Andy Warhol oder die „Ready-Mades“ von Marcel Duchamp bis zur „Pop-Art“, die den schönen Schein der Warenwelt plakativ preist. Eine ausführliche Würdigung findet die Installation und fortlaufende Arbeit von Christian Lahr: Seit 2009 überweist er täglich 1 Cent an das Bundesfinanzministerium, um dem Schuldenberg entgegenzuwirken, im Feld „Verwendungszweck“ schreibt er täglich jeweils 100 Zeichen aus dem „Kapital“ von Karl Marx. Nicht nur, dass das eingehende Geld täglich buchhalterisch erfasst werden muss, besonders pfiffig ist, dass der Text damit in die Archive des Staatsapparates eingeschrieben wird. Der Künstler rechnet mit rund 43 Jahren, bis der Text vollständig übermittelt ist. Nicht weniger spannend ist, welche Veränderungen beim gewählten Thema „Kunst als Ware“ im Laufe der Zeiten stattfanden. Der Buchdruck um 1500 führte zur Druckgrafik, Dürer war einer der ersten, der Zeichnungen vervielfältigen ließ. Aber auch Kopisten traten zuhauf auf den Plan, um einmalig vorhandene Bilder durch recht und schlecht gemachte Kopien weiter zu verwerten und natürlich dauerte es nicht lange, bis Fälschungen, zum Teil hervorragend gemacht,nicht nur bei Privatsammlern, sondern auch in renommierten Museen in aller Welt. ihren Platz fanden Die Signatur des Künstlers wurde zum Markenzeichen, Beuys meinte, wenn er Geldscheine signiere, würden sie zu Kunstobjekten, Warhol ließ zu, dass Siebdrucke wie z. B. seine Serigraphie zu Marilyn Monroe in riesigen Auflagen nachgedruckt wurden. Ältere Leser erinnern sich noch an die Postkarten und Plakate von Klaus Staeck, der gerne die berühmten Zeichnungen von Dürer oder „Goethe in der Champagne“ nutzte. Ein letzter Blick gilt der Zurschaustellung des Künstlers selbst als Objekt der Vermarktung, nicht schwierige Selbstporträts wie van Gogh mit dem verbundenen Ohrrest, nein hier zeigt die Kuratorin Dr. Christine Vogt Bilder und Fotografien wieder von Dürer über Kirchner bis Immendorf. Eine Sammlung von künstlerisch gestalteten Einkaufstüten von Louis Vuitton entlässt den Besucher.

Legende des antifaschistischen Liedes

Esther Bejarano begeistert die Kubaner
Tobias Kriele
Ausgabe vom 20. Januar 2017
 (Foto: Jochen Vogler / r-mediabase.eu)

(Foto: Jochen Vogler / r-mediabase.eu)

( Jochen Vogler / r-mediabase.eu)

Der Riss

In „Unter Tage“ thematisiert John Harvey den Streik englischer Bergarbeiter 1984
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 20. Januar 2017
Wie eine Besatzerarmee rückten die Polizeieinheiten 1984 in die Viertel der Bergarbeiter ein.  (Foto: c4.staticflickr.com/8/7305/12994980115_c51b46e6b8_b.jpg)

Wie eine Besatzerarmee rückten die Polizeieinheiten 1984 in die Viertel der Bergarbeiter ein. (Foto: c4.staticflickr.com/8/7305/12994980115_c51b46e6b8_b.jpg)

Die Kriminalromane …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 20. Januar 2017

Enttäuschend Man stelle sich vor: Der Einladung der „jungen Welt“ an Künstlerinnen und Künstler, sich während der LL-Konferenz am letzten Samstag in Berlin mit Werken zu präsentieren, wäre der eine oder andere bekannte bis sehr …

Esther Bejarano auf Tour in Kuba

Ausgabe vom 13. Januar 2017
Esther Bejarano in Kuba (Foto: www.radiorebelde.cu)

Esther Bejarano in Kuba (Foto: www.radiorebelde.cu)

Esther Bejarano, die 92-jährige Genossin und Sängerin, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, tourt zur Zeit auf Einladung des Kulturministeriums mit ihrem Sohn, dem Bassisten Joram Bejarano, und der Gruppe „Microphone Mafia“ in …

Von zweien die auszogen es der Bank heimzuzahlen

David Mackenzies schöner Spätwestern „Hell or High Water“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 13. Januar 2017
Den Anweisungen des Personals ist widerspruchsfrei Folge zu leisten. (Foto: Foto: Paramount Pictures http://www.kino.de/film/hell-or-high-water/#)

Den Anweisungen des Personals ist widerspruchsfrei Folge zu leisten. (Foto: Foto: Paramount Pictures http://www.kino.de/film/hell-or-high-water/#)

Da haben zwei die Bank ausgeraubt, die mich seit 30 Jahren ausgeraubt hat.“ So schildert ein alter Farmer dem ermittelnden Sheriff Marcus Hamilton, was er und seine Kumpels soeben aus der gegenüber liegenden Kneipe beobachtet haben. …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 13. Januar 2017

Intendantenstreit Das „Volkstheater Rostock“, von der Stadt verantwortet, ist noch eines der klassischen „Vierspartenhäuser“, d. h. Schauspiel, Musiktheater, Konzert und Ballett werden am gleichen Ort und im Rahmen eines …

Die schrägen Typen

Honoré de Balzacs „Typenlehre der Presse“
Herbert Becker
Ausgabe vom 6. Januar 2017

Honoré de Balzac, porträtiert vom zeitgenössischen Karikaturisten Nadar.

Bestes deutsches Bildungsfernsehen

Drei neue Folgen der NDR-Serie „Tatortreiniger“
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 6. Januar 2017
Der Schauspieler Bjarne Mädel kümmert sich als „Tatortreiniger“ um den letzten Dreck. (Foto: Sandra Hoever/wikimedia)

Der Schauspieler Bjarne Mädel kümmert sich als „Tatortreiniger“ um den letzten Dreck. (Foto: Sandra Hoever/wikimedia)

Der Schauspieler Bjarne Mädel kümmert sich als „Tatortreiniger“ um den letzten Dreck. ( Sandra Hoever/wikimedia)

Rechte Töne

Melodie & Rhythmus: Die erste Ausgabe 2017
Ausgabe vom 6. Januar 2017

Die Rechten verdanken ihren gegenwärtigen Erfolg nicht zuletzt einer effizienten Nutzung der Potenziale von Pop-Subkultur und sozialen Medien. M&R zeigt, dass ihre Ästhetik nicht mehr von Springerstiefeln und dumpfem Nazi-Punk …

In den Knast für „Fake News“

Meinungsbranche und Regierung kämpfen mit Verboten um verlorenes Ansehen
Klaus Wagener
Ausgabe vom 23. Dezember 2016

Seit neuestem soll es Menschen geben, die falsche Nachrichten in die Welt setzen, „Fake News“, wie der besorgt-weltgewandte Berliner Großkoalitionär aufzusagen weiß. „Fake News“-Verbreiter sollen mit der vollen Härte des Gesetzes …

Der Mensch ist das Subjekt seiner eigenen Entwicklung

Warum die Philosophen mehr als nur interpretiert haben
Andi Nopilas
Ausgabe vom 23. Dezember 2016
Der Mensch ist das Subjekt seiner eigenen Entwicklung (Foto: Tom Brenner)

Der Mensch ist das Subjekt seiner eigenen Entwicklung (Foto: Tom Brenner)

Der Mensch ist das Subjekt seiner eigenen Entwicklung ( Tom Brenner)

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 23. Dezember 2016

Ressortübergreifend Der neue rot-rot-grüne Senat in Berlin hat seinen Koalitionsvertrag vorgestellt. Ganze zehn der insgesamt 180 Seiten sind unter der hochtrabenden Überschrift „Kultur- und Medienmetropole Berlin“ der Kulturpolitik …

Gesellschaftliche Entwürfe, bedacht und bedichtet

Zu Volker Brauns neuem Gedichtband „Handbibliothek der Unbehausten“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 16. Dezember 2016
Der Dichter Volker Braun (Foto: Gabriele Senft)

Der Dichter Volker Braun (Foto: Gabriele Senft)

Nur selten sind im neuen Gedichtband des Büchner-Preis-Trägers Volker Braun „Handbibliothek der Unbehausten“ Daten mit politischer Bedeutung zu finden. Aber politisch im besten Sinne des Wortes, also programmatisch, weil auf …

Die Angst vor dem Fremden

Aktuelle Bücher gegen Antisemitismus und Fremdenfurcht
Jürgen Meier
Ausgabe vom 16. Dezember 2016

Die Ukraine, genauer, Kiew war das Zuhause des „unsichtbaren Vaters“ Leonid Kapitelman, bevor er nach Leipzig flüchtete, wo er ein Geschäft mit russischen Spezialitäten eröffnete. Der studierte Mathematiker hasst Kiew. Es war nie seine …

Die May konnte eben alles

Zum Tod der Schauspielerin und Diseuse (1924–2016)
Hilmar Franz
Ausgabe vom 9. Dezember 2016

In einer Weltkarriere trug sie die Botschaft Brechts und der DDR „Friede auf unserer Erde, Friede in unserem Land“ in Städte und zu Fernsehstationen der USA und Kanadas, nach Paris und Moskau, nach London und Brüssel. Und, gesuchte …

Die Wiederentdeckung des „Roten Tänzers“

Jean Weidt – ein Buch, eine Aufführung, eine Ausstellung
Hanns-Werner Heister
Ausgabe vom 2. Dezember 2016
Spitzentanz und Affenmaske (Foto: Heister)

Spitzentanz und Affenmaske (Foto: Heister)

Der Tänzer und Choreograph Jean (Hans) Weidt (1904–1988) war ein wichtiger Vertreter des proletarischen (der Begriff ist hier angebracht) Ausdruckstanzes. Ein umfangreiches Kollektiv um Nele Lipp und den Verein Koinzi-Dance sorgte in …

Die Kraft der Machtlosen

26. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Berlin: „Flucht und Exil im Werk von Anna Seghers“
Eva Petermann
Ausgabe vom 2. Dezember 2016

„Wieder soll ein Schiff untergegangen sein.“ Vielleicht wieder nur eines von vielen Gerüchten im Marseille des Jahres 1940? Täglich kommen Nachrichten von den „Schicksalen anderer Schiffe, die mit ihrer Last von Flüchtlingen durch alle …

Mediathek zum Runterladen

Mit „MediathekView“ kostenlos und legal die Filme der öffentlich-rechtlichen Sender auf dem eignen Rechner speichern
Ausgabe vom 2. Dezember 2016

Der „Rote Kanal“ soll jede Woche gute Tipps geben, welche Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehenswert sein könnte, oder auch warnen, wann und wo eher Schrott á la Guido Knopp zu erwarten ist. Da viele der empfohlenen Sendungen …

„Rüste-Wüste“

Bildmontagen im Anti-Kriegs-Museum Berlin
Hilmar Franz
Ausgabe vom 25. November 2016
Gott sei Tank

Gott sei Tank

Das Anti-Kriegs-Museum in Berlins Wedding zeigt, unterstützt von der …

Peter Weiss 100

Vollständige Stafettenlesung der „Ästhetik des Widerstands“
H. F.
Ausgabe vom 25. November 2016

Zu „einem fiktiven und ewigen Wettlauf um die längste und schönste Lesung“ von Peter Weiss’ fast tausendseitigem, antifaschistischen Romanwerk „Die Ästhetik des Widerstands“ in Gänze luden die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) und das …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 25. November 2016

Preis I Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit Sitz in Essen ist eine der stillen, aber wirkungsmächtigen NGOs in diesem Land. Er verwaltet das Stiftungsvermögen von z. Zt. 640 Stiftungen aus Unternehmen, Organisationen …

Von einem, der glaubt, Kommunist gewesen zu sein

Zu Wolf Biermanns Autobiografie „Warte nicht auf bessre Zeiten“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 18. November 2016
Wolf Biermann, hier inmitten seines Publikums, wurde kürzlich achtzig. Na, herzlichen Glückwunsch. (Foto: Böll-Stiftung/Rolf Walter/CC BY-ND 2.0)

Wolf Biermann, hier inmitten seines Publikums, wurde kürzlich achtzig. Na, herzlichen Glückwunsch. (Foto: Böll-Stiftung/Rolf Walter/CC BY-ND 2.0)

Nicht 1976, wie man glauben könnte, sondern 1983 bezeichnete Wolf Biermann als „ein Schicksalsjahr“, weil er sich vom Kommunismus, seinem „kommunistischen Kinderglauben“, getrennt habe und eine neue Geliebte gefunden hatte. Manès Sperber …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 18. November 2016

Ausgedacht Das ehemalige Berliner Stadtschloss, Sinnbild für Preußens Glanz und Gloria, soll nicht nur mit der barocken Prunkfassade wieder aufgebaut werden, im entkernten Inneren wird alles neu und funktional unter der Bezeichnung …

Kurzmeldung

Unser Kulturtipp

Ausgabe vom 11. November 2016

„Der andere 11. September“ – eine Hommage an Salvador Allende. Multimediales Konzert der Gruppe Musikandes. Sonntag, 13.11.2016, 15.00 Uhr. EXIL Restaurant & Bar (am Schauspielhaus), Zieschestraße 28, 09111 Chemnitz. Eintritt: …

Die Gefahr einer neuen Eiszeit

Zu Eberhard Panitz‘ Überarbeitung seiner Erzählung „Eiszeit“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 11. November 2016

Als Ende 1983 die Erzählung „Eiszeit“ von Eberhard Panitz erschien, erregte sie Aufsehen; manche Kritiker sprachen im Angesicht der gleichnishaften Geschichte von einem „völlig neuen Panitz“, von dem bisher prall realistische Geschichten …

Die kleine Schwester des Dschihad

Philipp Winklers packender Debütroman „Hool“ erzeugt Unbehagen
Ken Merten
Ausgabe vom 11. November 2016

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 11. November 2016

Eingeknickt Die Dresdner Sinfoniker haben ein umfangreiches Musikprojekt entwickelt, das unter dem Titel „Aghet“ = Klagelied den Völkermord des türkischen Staates am armenischen Volk in den Jahren 1915/1916 zum Thema hat. Einige …

ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“

Von Betriebsräten oder Gewerkschaften war nicht viel zu sehen
Sigurd Mutiger
Ausgabe vom 11. November 2016
Eine große Auswahl von Sendungen zum Thema „Zukunft der Arbeit“ findet sich auch in der Mediathek der ARD.

Eine große Auswahl von Sendungen zum Thema „Zukunft der Arbeit“ findet sich auch in der Mediathek der ARD.

Eine Woche stand die Arbeit bzw. die Zukunft der Arbeit im Mittelpunkt der Programmmacher der Fernsehanstalten der ARD. In Spielfilmen, Dokumentationen, Nachrichten wurde über das, was den meisten Menschen in Deutschland das Wichtigste ist, berichtet – ihre Arbeit. Viele interessante Aspekte kamen zur Sprache. Auch Menschen im Job kamen zu Wort. Über das Wirken der Gewerkschaften wurde nicht berichtet. Lediglich fünf Minuten blieben dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann zu diesem Thema was zu sagen, in einem Interview mit den ARD-Hauptstadtredakteuren Tina Hasselt und Rainald Becker. Die Fernsehwoche lieferte unterschiedliche Anreize und Blickwinkel, sich mit dem Thema Arbeit zu befassen. Es ging um die Gestaltung der Arbeit der Menschen. Es kamen Menschen zu Wort, die über sich und ihre Arbeit sprachen. Es kam zur Sprache, dass der Mindestlohn zu gering ist und Altersarmut bedeutet. Was generell fehlte, waren klare Aussagen, was zu tun ist, um die Probleme zu lösen. Fehlanzeige auch, wie man dies durch gemeinsames Handeln lösen kann – mit den Gewerkschaften zum Beispiel. Und was gänzlich fehlte, war der Aspekt des Gegensatzes zwischen Kapital und Arbeit. Eine große Auswahl von Sendungen zum Thema „Zukunft der Arbeit“ findet sich auch in der Mediathek der ARD.

Auf den Straßen zu singen

Teil der Kampfmusik: Hanns Eislers Arbeiterchöre a cappella der Jahre 1925-1932
Hilmar Franz
Ausgabe vom 4. November 2016
Der Berliner Hans-Beimler-Chor bei seinem Auftritt auf dem UZ-Pressefest 2016 (Foto: Shari Deymann)

Der Berliner Hans-Beimler-Chor bei seinem Auftritt auf dem UZ-Pressefest 2016 (Foto: Shari Deymann)

In der wissenschaftlich revidierten und für heutige Praxis eingerichteten Hanns-Eisler-Gesamtausgabe werden im Verlag Breitkopf & Härtel demnächst die unbegleiteten Chorstücke neuerer Prägung für Arbeiterchöre aus den Jahren …

Peter Kruse mit der roten Bluse

Stefan Litwins operative „Moritat“ nach Peter Weiss‘ ungemütlicher „Nacht mit Gästen“
Hanns-Werner Heister
Ausgabe vom 4. November 2016

Zur künstlerischen Avantgarde hat die politische, d. h. also vor allem diejenigen, die in der Tradition von Marx, Engels usw. stehen und arbeiten, seit der Zeit der Weltwirtschaftskrise von 1929 usw. ein gelinde gesagt gebrochenes …

Linke Literaturmesse in Nürnberg

Feste Größe für Freunde der Linken Literatur und Kultur
Francesca Bellucci
Ausgabe vom 4. November 2016
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Nun schon zum 21. Mal findet vom 4. bis 6. November die Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Organisiert wird sie wie jedes Jahr von einem breiten Kreis unterschiedlicher Linker. Dies spiegelt sich auch bei den Ausstellern und …

Literaturmesse als antisemitische Veranstaltung beschimpft

Erklärung der VeranstalterInnen der 21. Linken Literaturmesse in Nürnberg
Ausgabe vom 4. November 2016

Am Wochenende findet die 21. Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Im Vorfeld gab es eine Kampagne dagegen. Der Vorwurf ist ein vielerorts bekannter und lautet „Antisemitismus“. Seit Jahren werden von einer kleinen antideutschen …

Linke Literaturmesse in Nürnberg

Feste Größe für Freunde der Linken Literatur und Kultur
Francesca Bellucci
Ausgabe vom 4. November 2016
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Nun schon zum 21. Mal findet vom 4. bis 6. November die Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Organisiert wird sie wie jedes Jahr von einem breiten Kreis unterschiedlicher Linker. Dies spiegelt sich auch bei den Ausstellern und …

Avantgarde – Tradition – Moderne

Architektur der dreißiger Jahre in der Sowjetunion 2. Teil
Andreas Hartle
Ausgabe vom 28. Oktober 2016
Busygin-Wohnanlage Sozgorod Awtozawod Nischni-Nowgorod, Architekt Ilja Golosow (1938) (Foto: Andreas Hartle)

Busygin-Wohnanlage Sozgorod Awtozawod Nischni-Nowgorod, Architekt Ilja Golosow (1938) (Foto: Andreas Hartle)

Im 1. Teil, s. UZ 21.10, wurde erläutert, warum das Neue Bauen in den Dreißigern „unterlegen“ war. Die Rolle der Avantgarde in diesem besonderen Abschnitt der Geschichte der Sowjetunion wird nun weiter behandelt.

Spektakel und Geschäfte

Bei der Buchmesse geht es weniger um ein Kulturereignis als um die Verwertung „geistigen Eigentums“
Herbert Becker
Ausgabe vom 28. Oktober 2016
 (Foto: Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

(Foto: Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

( Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

Teurer Gemischtwarenladen

Berliner Stadtschloss: Bund zahlt für preußisches Erbe
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Noch ein Berliner Großprojekt: Dem Preußen-Idyll fehlt die Fassade. (Foto: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Noch ein Berliner Großprojekt: Dem Preußen-Idyll fehlt die Fassade. (Foto: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Noch ein Berliner Großprojekt: Dem Preußen-Idyll fehlt die Fassade. ( Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Ein Spielmann ist tot

Zufällig starb in der letzten Woche ein großer Anarchist: Dario Fo
Herbert Becker
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Dario Fo (Foto: public domain)

Dario Fo (Foto: public domain)

Dario Fo selbst würde …

Ehrung für einen Spielmann

Zufällig wurde letzte Woche Bob Dylan genobelt
Manfred Idler
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Joan Baez und Bob Dylan auf dem Civil Rights March nach Washington D.C. am 28. August 1963 (Foto: public domain)

Joan Baez und Bob Dylan auf dem Civil Rights March nach Washington D.C. am 28. August 1963 (Foto: public domain)

Auf der Namensliste der LiteraturnobelpreisträgerInnen stehen viele, deren Spur in der Literaturgeschichte nicht allzu tief ist. Die Auswahl folgte schon oft weniger literarischen als den Kriterien der Opportunität, sei es, dass ein Land …

Schreiben, Schwulsein, Kommunistsein

DKP queer fordert eine Straße für Ronald M. Schernikau
Wolfgang Sluga
Ausgabe vom 21. Oktober 2016

„Am 9. November 1989 hat in Deutschland die Konterrevolution gesiegt. Ich glaube nicht, dass man ohne diese Erkenntnis in der Zukunft wird Bücher schreiben können.“ So Ronald M. Schernikau auf dem Kongress der Schriftsteller der DDR, 1. …

Avantgarde – Tradition – Moderne

Architektur der dreißiger Jahre in der Sowjetunion (1. Teil)
Andreas Hartle
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Das heutige Museum der Geschichte in Nowosibirsk wurde 1910 von A. D. Krjatschkow geplant als Handelshaus mit der Stadt-Duma und der Filiale der Staatsbank. Es ist architektonische Repräsentation der wichtigsten öffentlichen Einrichtungen dieser Zeit. (Foto: Andreas Hartle)

Das heutige Museum der Geschichte in Nowosibirsk wurde 1910 von A. D. Krjatschkow geplant als Handelshaus mit der Stadt-Duma und der Filiale der Staatsbank. Es ist architektonische Repräsentation der wichtigsten öffentlichen Einrichtungen dieser Zeit. (Foto: Andreas Hartle)

Die Architekturdiskussion heute nimmt weitestgehend keinen Bezug zu gesellschaftlichen Fragen. In Zeiten des revolutionären Aufbruchs im vorigen Jahrhundert war das anders. In den Zwanzigern, unmittelbar nach der Oktoberrevolution, war …

Zolas schlimmster Streich

Der Film „Meine Zeit mit Cézanne“ verliert über Eifersüchteleien und Freundschaftsschwüren die Kunst aus den Auge
Sophie Zeise
Ausgabe vom 14. Oktober 2016
Szenen wie gemalt (Foto: prokino Filmverleih)

Szenen wie gemalt (Foto: prokino Filmverleih)

Szenen wie gemalt ( prokino Filmverleih)

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 14. Oktober 2016

Kulturelle Vorbereitung Ein Satz von Antonio Gramsci: „Der Weg zum Sozialismus in einem entwickelten westlichen Land ist nicht denkbar ohne tiefgreifende kulturelle Vorbereitung.“ Schaut man sich die Aktivitäten der linken Kräfte an, so …

Bücher gegen Rechts

Die Unmenschlichkeit entlarven
Jürgen Meier
Ausgabe vom 7. Oktober 2016

Ob Thomas oder Heinrich Mann, ob Anna Seghers oder Schriftsteller unseres Jahrhunderts wie die in diesem Jahr verstorbene Angelika Schrobsdorff und die 1960 geborene spanische Schriftstellerin Almudena Grandes: Ihre Kunst hat einen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 7. Oktober 2016

Ein halber Prophet Mit diesen Worten überschrieb der französische Schriftsteller Michel Houellebecq seine Dankesrede bei der Verleihung des „Frank-Schirrmacher-Preises“ der FAZ Ende September. Neben dem üblichen Gegreine über die …

Einsichten aus dem Maschinenraum

Oliver Stone zeichnet mit „Snowden“ ein sehr persönliches Bild des Aufklärers
Klaus Wagener
Ausgabe vom 30. September 2016
Das „Wunderkind“ Snowden wird gehätschelt (Foto: 2012 Universum Film GmbH)

Das „Wunderkind“ Snowden wird gehätschelt (Foto: 2012 Universum Film GmbH)

Es war der …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 30. September 2016

Schutz und Rückgabe Voller Stolz verkündete Monika Grütters, ihres Zeichens Kulturstaatsministerin der Bundesregierung, dass ein neues Kulturschutzgesetz verabschiedet worden sei. Sie beklagte dabei, dass sich Deutschland leider lange nicht gerade als Pionier hervor getan habe, was gesetzliche Regelungen zum Schutz von Kulturgut betrifft. Die UNESCO-Konvention zum Kulturgutschutz aus dem Jahr 1970 wurde hierzulande erst 2007 – mit 37jähriger Verspätung – ratifiziert und im Kulturgüterrückgabegesetz umgesetzt – mit relativ laxen Regelungen, was die Einfuhr und Rückgabe von Kulturgut angeht, die sich obendrein als wenig praktikabel herausgestellt haben. Das neue Gesetz gibt allen mittlerweile 131 Vertragsstaaten der UNESCO-Konvention einen Rückgabeanspruch für Kulturgut, das im jeweiligen Staat als Kulturgut geschützt ist und das nach April 2007 unter Verstoß gegen dortige Vorschriften ausgeführt wurde. Damit will man illegale Ein- und Ausfuhren, z. B. aus Plünderungen oder Raubzügen, verhindern bzw. Rückführungen möglich machen. Kunsthändler und Sammler waren und sind natürlich nicht begeistert, denn nun müssen sie ausführlich belegen, woher und von wem sie die guten Stücke haben. Den Staaten ist nun aufgelegt, einen Nachweis zu führen, dass es sich um schützenswertes Kulturgut ihres Landes handelt. Das Datum April 2007 ist ein Freibrief für alle früheren illegalen Ein- und Ausfuhren, denn diese sind durch das neue Gesetz nicht erfasst, auf dass in unseren Museen alles früher „Geklaute“ und/oder von Händlern und Sammlern „Erworbene“ brav an seinem Platz bleiben kann. Macht und Ohnmacht Gerade ging der Europäische Märchenkongress in Würzburg zu Ende. Nichts von putzigen Kindergarten-Sitzkreisen, Omas im Ohrensessel oder müden Vätern bei der Gute-Nacht-Geschichte. Es ging vielmehr um Macht und Ohnmacht, eine Lebenserfahrung der menschlichen Geschichte und um die konkreten Verhältnisse seit dem 30-jährigen Krieg in Europa bis hier und jetzt. Themen waren „Märchen und die Macht des Geldes“ oder „König und Soldat – von der Verkehrung der Macht“ oder „Macht und Ohnmacht von Frauen“. Märchen greifen über Bilder und Symbole das auf, was alltäglich erlebt und erlitten wurde, was manchmal mit List abgewehrt wurde, aber selten mit der Kraft der Vielen ins Gegenteil gewendet wurde. Die Märchenforscher, zumeist Literaturwissenschaftler, Historiker und Soziologen, sind wohl ganz richtig dem auf der Spur, was im Alltag und in den Tagträumen derer, die nach Marxens Worten zu den Geknechteten, Gefesselten …. gehören, eine kulturelle Dimension ersten Grades ausmacht. Auch über Märchen kann man den Verhältnissen auf die Spur kommen, man bringt sie sicherlich nicht darüber zum Tanzen, aber es lohnt sich, bei Ernst Bloch nachzulesen, wie und wo solche Spuren zu finden sind. Es lohnt auch, moderne Märchen wie die von Franz Fühmann oder Günter Herburger zu lesen (und es gibt noch eine Reihe mehr). Zukunft des Films? Die erfolgreiche US-Serie „House of Cards“ wäre ohne Algorithmus nicht entstanden. Der Streamingdienst Net­flix hat für die Serie genau ermittelt, was am besten beim Publikum ankommt. „Wie kann man solche Daten nutzen, um einen Film, der ohnehin gemacht wird, dann zu den Menschen zu bringen, die diesen Film auch wahrscheinlich mögen werden und ansehen werden“, sagt der Filmproduzent Jannis Funk, der Mitorganisator der Potsdamer Konferenz „Big Data – Big Movies“. Er betrachtet mit Sorge, dass derzeit ein Wissensmonopol der großen Anbieter entstehe. Da dieser Datenschatz gerade entsteht, ergeben sich eine Vielzahl von neuen Fragestellungen: Wer darf diese Daten nutzen, welche Rechte haben die Verbraucher an den eigenen Daten?

Eine Lektion in Musik

Lutz Gregors Film „Mali Blues“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 30. September 2016

Farbenprächtige Gewänder, exotische Musikinstrumente und eine riesige, nicht minder bunte Menschenmenge, die das Geschehen auf der Bühne mit rhythmischem Armeschwenken und Jubel begleitet und ihren Idolen gewiss noch näher auf die Pelle …

TT FOTO

Fotografien von Anton (Toni) Tripp aus der jungen Bundesrepublik
Ausgabe vom 30. September 2016

Der Düsseldorfer Fotograf Toni Tripp rückt die Licht- und Schattenseiten des „Wirtschaftswunders“ der 50–70er Jahre ins Blickfeld. Er hält Augenblicke fest, die im Alltag gern übersehen werden. Wie arbeitete, wohnte – schlicht gesagt – …

Der neue Potter

„Warum tut sie das bloß?“
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 23. September 2016

Joanne Rowling hat zugelassen, dass die abgeschlossene – und ja nicht gerade knapp geschilderte – Geschichte der Kindheit des männlichen, britischen Aschenbrödels Harry Potter künstlich und über das Erwachsenwerden hinaus verlängert und …

Snuff, das war sein letztes Wort

„Die Toten“ von Christian Kracht vermengt Geschichte mit Fiktion und verkuppelt Imperialismen miteinander
Ken Merten
Ausgabe vom 23. September 2016
Christian Kracht: Die Toten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, 212 Seiten, 20 Euro

Christian Kracht: Die Toten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, 212 Seiten, 20 Euro

In Braun und Beige gekleidet, mit Hipsterbart und einer Undercutfrisur, die zwar frisch sein mag, aber so verwahrlost, dass sich FriseurInnen in ihrer Berufsehre verletzt fühlen sollten: Auch für seinen aktuellen Roman, „Die Toten“, …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 23. September 2016

Ranking Nach irgendwelchen Kriterien gebastelte Listen, meist „Top und flop“ und Rankings genannte, sind ein beliebtes Mittel der Kulturindustrie. Auf den neuesten Stand unter dem Begriff „Kulturstädte“ brachte uns jetzt das Hamburger …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 16. September 2016

Schlag-Worte Im Zusammenhang der Erinnerung an das KPD-Verbot vor 60 Jahren und die Hetzjagden auf Kommunistinnen und Kommunisten bis hin zu den Berufsverboten taucht die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ bis heute auf und wird …

Chronist des Widerstands

Detlef Grumbach
Ausgabe vom 16. September 2016
Christian Geissler (Foto: Grumbach)

Christian Geissler (Foto: Grumbach)

Christian Geissler wollte dazugehören – aber er war auch ein Zerrissener. Das fing in seiner Kindheit in den 1930er Jahren an: der liebevolle Vater steckte ihn in eine HJ-Uniform, die Mutter begleitete er zum Bahnhof Dammtor, wo sie sich …

Heartfield: Lachen als vernichtende Waffe

Galerie Arbeiterfotografie mit Fotomontagen zur Internationalen Photoszene
Anneliese Fikentscher
Ausgabe vom 16. September 2016
Adenauer. Von John Heartfield, 1961

Adenauer. Von John Heartfield, 1961

Die zweijährlich stattfindende, von wechselnden Organisatoren …

Kunst für das Leben

„tendenzen – Blätter für engagierte Kunst“ und die Künstlergruppe „tendenz“
Hans Wallner
Ausgabe vom 9. September 2016
Hermann Landefeld, „Bruderkrieg“, Holz- oder Linolschnitt, o. D.

Hermann Landefeld, „Bruderkrieg“, Holz- oder Linolschnitt, o. D.

In der Gegenwart gibt es zwar eine Reihe von bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit der gesellschaftlichen Situation kritisch auseinandersetzen, jedoch kaum Gruppen, in denen sie sich austauschen oder gemeinsam ihre Arbeiten präsentieren. Schmerzhaft ist auch das Fehlen einer kritischen Kunstzeitschrift wie es die „tendenzen“ waren. Ich möchte hier die Entstehungsgeschichte und die Ziele der Künstlergruppe tendenz und der daraus hervorgegangenen Kunstzeitschrift beschreiben.

Zweifelhafte Reanimation

Bekmambetows 3D-„Ben Hur“ – etwas schwach auf der Brust?
Klaus Wagener
Ausgabe vom 9. September 2016
 (Foto: Paramount Pictures)

(Foto: Paramount Pictures)

Es gibt wohl kaum ein Genre, in dem so ungeschminkt Imperialismus verhandelt wird wie im Sandalenfilm. Rom, das ist der ewige Bezugspunkt aller Imperialisten. Schon allein deshalb, weil es trotz seiner relativ geringen Größe ein Reich …

Tänzerin für den Frieden

Miriam Pandor ist gestorben
Hilmar Franz
Ausgabe vom 9. September 2016

Drei Monate vor ihrem 92. Geburtstag ist unsere Berliner Genossin Miriam Pandor gestorben. Am 17. September wird sie im Ruheforst Brodau bei Lübeck beigesetzt, der Stadt, in der sie zuletzt aus gesundheitlichen Gründen in der Nähe ihrer …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 9. September 2016

Missbrauch Seit vielen Jahren findet alljährlich im Herbst das Beethovenfest Bonn statt, die neue Leitung haben Nike Wagner (aus dem unerträglichen Clan aus Bayreuth) und Dettloff Schwerdtfeger, der sich seine Meriten als Kulturmanager …

Jüdische Musik

„Melodie & Rhythmus“ 5/2016 ist erschienen
Ausgabe vom 9. September 2016

Heute reichen die Vorstellungen von jüdischer Musikkultur meist nicht über Klezmer, jiddische Lieder und die liturgischen Gesänge der Kantoren hinaus. Dabei ist die „jüdische Dimension“, wie der …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 2. September 2016

Vorschau I Von den allermeisten Sprechtheatern der Republik liegen nun die Programme für die kommende Spielzeit Herbst 2016 – Frühjahr 2017 vor. Eine erste Durchsicht der angekündigten Premieren zeigt, dass sich die Verantwortlichen …

Auftrag erfüllt

Liberales Staatsfernsehen vom POL1Z1STENS0HN
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 2. September 2016

Aus der Sommerpause kommend tat Jan Böhmermann gut daran, zuerst einmal seine Erfolge ausgiebig zu feiern und das zu tun, was er kann: Musikvideos drehen. Unter dem Namen „Pol1z1stens0hn“ hatte Jan Böhmermann mit „Ich hab Polizei“ …

Zielgenau

Ein Buchtipp von Harry Popow
Ausgabe vom 2. September 2016

Ikarus – so wähnt sich laut Buchtitel ein einstiger NVA-Offizier, der sich hocharbeitete, oft misstrauisch beäugt oder auch behindert, heute von nach wie vor antikommunistisch aufgeheizten Möchtegern-Kriegern im Interesse einer „höheren …

Terror-Nonne dauerhaft festgesetzt

Eine Kalendergeschichte von Erasmus Schöfer
Ausgabe vom 2. September 2016

Ein großer Schlag ist der nordamerikanischen Heimatverteidigung gelungen! Eine Topterroristen wurde jetzt, Anfang 2014, in Knoxville mit drei Jahren Gefängnis unschädlich gemacht. Ihre zwei männlichen Komplizen gerieten zwar nicht nach …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 26. August 2016

Immer schön entlasten Die Künstlersozialabgabe dient dazu, freiberuflich tätige Künstler und Publizisten aller Bereiche ähnlich wie normale Arbeitnehmer in das Netz der Sozialversicherung einzubinden. Der Bund, Verwerter wie Buch- und …

Der schwierige Weg zu einem differenzierten Bild

Ein Nachruf auf die Nachrufe auf Hermann Kant
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 26. August 2016

Der Tod Hermann Kants hat eine Vielzahl von Nachrufen ausgelöst, in Anbetracht der Rolle, die Kant in der DDR spielte, aber vor allem in Betrachtung seines umfangreichen Gesamtwerkes war das zu erwarten. Es war eine geeignete …

Alles wird schicker

Die linke Subkultur verwaltet ihre „Freiräume“, Anwohner haben Angst vor der Polizei, die Vernetzung nimmt zu.
Olaf Matthes
Ausgabe vom 19. August 2016
Berlin, Rigaer Straße: Das linksradikale Szene-Idyll ist bedroht. Die einen werfen Steine. Die anderen gehen auf ihre Nachbarn zu. (Foto: Bianca Vola / flickr.com / CC BY-ND 2.0)

Berlin, Rigaer Straße: Das linksradikale Szene-Idyll ist bedroht. Die einen werfen Steine. Die anderen gehen auf ihre Nachbarn zu. (Foto: Bianca Vola / flickr.com / CC BY-ND 2.0)

Berlin-Friedrichshain, Rigaer Straße. Hier ist der Kiez, den der Berliner Kurier „Chaoten-Bastille“ nennt, den die Polizei als „Gefahrengebiet“ behandelt und in dem die linksradikale Szene ihre „Freiräume“ verteidigt. Hier hängen viele …

Kultursplitter

Ausgabe vom 19. August 2016

Nach dem Studium ist vor dem Prekariat Klaus Wagener schrieb in der UZ der vorletzten Woche über den Bologna-Prozess, der nun seit Jahren die Hochschulen treibt und beutelt und über die Erkenntnisse und Einsichten bei einigen politisch …

Ein Könner

Am 14. August starb Hermann Kant
Herbert Becker
Ausgabe vom 19. August 2016
„Ich bin absolut verquickt mit dem, was man begreift als DDR.“ (Foto: Gabriele Senft)

„Ich bin absolut verquickt mit dem, was man begreift als DDR.“ (Foto: Gabriele Senft)

Noch im Juni dieses …

Alle mit Eltern

Wortkünstlerin Kate Tempests Prosadebüt „Worauf du dich verlassen kannst“
Ken Merten
Ausgabe vom 19. August 2016

Es gibt viele Möglichkeiten, legal und illegal einem Menschen das Leben zu verwehren. Nicht nur Brecht wusste das, auch Kate Tempest stößt im South East London ihres Romanerstlings auf so einige. „Die Leute sehen nicht ein, dass sie zum …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 12. August 2016

Wenn wir im Kulturellen den Anspruch auf ein erfülltes Leben und die Formen, in denen dieser einzulösen ist, zu fassen bekommen, dann wird dieser Anspruch als eine Triebkraft der Befreiung entfesselt werden. Wir benötigen dazu eine …

Hans Reffert, die Letzte …

Eine musikalische Zeitreise
Werner Lutz
Ausgabe vom 12. August 2016

Kurz vor seinem Tod am 21. Februar erschien „Chromatic Babylon“, das letzte Album von Hans Reffert. Hans Reffert gehörte zu den Urgesteinen der deutschen Rockmusik. Als Musiker war er seit 1960 bei Sigi Schwab, später spielte er bei …

Wer glaubt schon an Lenin?

Ein Dokumentarfilm über die FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“
Hans-Günter Dicks
Ausgabe vom 12. August 2016
Jugendhochschule Wilhelm Pieck

Jugendhochschule Wilhelm Pieck

„Sag mir, wo du stehst und welchen Weg du gehst“, sang einst der Oktober-Club. Ganz ähnlich fragt ein Dokumentarfilm der Finnin Kirsi Marie Liimatainen: „Comrade, where are you today?“. Darin macht sie sich auf zu einer Reise, die sie …

Bert Brecht – Zeitgenosse

Vor 60 Jahren starb Bert Brecht. Sein Werk lebt und wirkt
Ausgabe vom 5. August 2016

Zu jedem Brecht-Jubiläum gehört, dass am Bild des Dramatikers, Dichters, Schriftstellers und Theatertheoretikers in den Feuilletons der Mainstreampresse gekratzt wird. Die dieses Geschäft betreiben hießen in der Vergangenheit Reich-Ranitzki, Füegi, Corino, Seidl, aktuell hat Uwe Kolbe mit seinem Buch „Brecht. Rollenmodell eines Dichters“ den Part des Dreckschmeißers übernommen. (s. UZ vom 1. Juli) Dazu schrieb André Müller sen. vor 10 Jahren: „Die Methoden, Brecht zu erledigen, sind immer die gleichen und haben sich, seit ich vor 44 Jahren in „Kreuzzug gegen Brecht“ über die erste Anti-Brecht-Kampagne in der Bundesrepublik schrieb, überhaupt nicht geändert: man verdreht, man fälscht, man zitiert falsch, man reißt aus dem Zusammenhang, man stellt unbewiesene Behauptungen auf, man reimt zusammen, und da im Kampf gegen Brecht und den Kommunismus, die Lüge offenbar eine Tugend ist, lügt man eben, wenn es nicht anders geht.“ (UZ vom 28. 7. 2006) Dass es nicht nötig ist, Brecht im Gegenzug auf einen Sockel zu stellen, war auf dem Pressefest in Dortmund zu erleben: In ihren Beiträgen stellten Künstler Brecht als einen Heutigen vor, einen, der hilft, Fragen zu beantworten, die sich heute stellen. Bert Brecht ist ein Zeitgenosse. Wir stellen drei Sichten auf Person und Werk Bert Brechts vor:

„Das Herz des Narren blutet im Spiel“

Zum Tod des Schriftstellers Benito Wogatzki (1932–2016)
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 5. August 2016
Benito Wogatzki auf dem Sonderparteitag der SED/PDS im Dezember 1989 (Foto: Gabriele Senft)

Benito Wogatzki auf dem Sonderparteitag der SED/PDS im Dezember 1989 (Foto: Gabriele Senft)

Einer der erfolgreichsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts ist im Alter von 83 Jahren am 25. Juli in Südfrankreich gestorben: Benito Wogatzki. Der deutsche Autor war ein Autor der DDR, der in beiden deutschen Staaten gelesen wurde …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 5. August 2016

Zum „Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse“, also den Kategorien, aus denen sich die Weltaneignung der Menschen beschreiben lässt, gehört neben Natur, Zivilisation, Technik und Arbeit die kulturelle Ausformung einer Gesellschaft. …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 29. Juli 2016

Eine der ältesten und immer noch wirkungsmächtigsten Kommunikationsweisen ist DAS GERÜCHT. Gezielt eingesetzt oder dank neuer Formen wie Facebook oder Twitter wild gestreut, vermag es ganze Kampagnen in Gang zu setzen, zu denunzieren, …

Über den „verantwortlichen Umgang“ mit dem Opium Religion

Dietmar Dath versucht sich in „Leider bin ich tot“ am Jenseitigen
Klaus Wagener
Ausgabe vom 29. Juli 2016

Es sei ein „provokanter und verblüffender Roman über Religion – eine Meditation über den Glauben und das Böse, über die Zeit, denkende Winde, Komplexitätstheorie und die Schuld der Väter“, vermutet der Klappentext. Ein Versuch eines, …

Profit frisst Umwelt

Wandmalprojekt in Bochum zu den UN-Nachhaltigkeitszielen
Ausgabe vom 22. Juli 2016

Am 9. Juli wurde am Castroper Hellweg im Bochumer Stadtteil Gerthe ein Wandbild der kubanisch-deutschen Künstlergruppe Rafael Campana, Abel Morejón und Henning Dahlhaus eingeweiht. Sie waren …

King Kong und die nackte Frau

Maren Ades „Toni Erdmann“ jetzt in den Kinos
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 22. Juli 2016
Wilde Lust am Kostümierspiel, hier ohne Kostüm.  (Foto: Komplizen Film)

Wilde Lust am Kostümierspiel, hier ohne Kostüm. (Foto: Komplizen Film)

Wenn „wir“ Europameister geworden wären, hätten die Hymnen auf deutsche Größe in den Medien wohl noch einige Phon­stärken mehr gehabt. Hat nicht geklappt. Also muss „Toni Erdmann“ her, Maren Ades fast drei Stunden langer Film, der schon …

Flaschenpost aus Israel

Mor Loushys Dokumentarfilm „Censored Voices“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 22. Juli 2016

Am 5. Juni 1967 begann mit Luftschlägen gegen ägyptische Flugplätze Israels Krieg gegen drei seiner als Bedrohung angesehenen Nachbarstaaten, der sogenannte Sechs-Tage-Krieg, als dessen Ergebnis der junge Staat Israel sein Territorium …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 22. Juli 2016

Die Monstranz, die gerne bei Debatten über Kunst- und Kulturpolitik vorangetragen wird, ist die vom „Föderalismus“, der den Bundesländern den ersten Platz zuweist. Stimmt zwar dann, wenn es um Ausführungsbestimmungen geht, aber wenn es …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 8. Juli 2016

Eine Vorbemerkung: Kunst und Kultur waren und sind immer ein Spiegel, den die Bourgeoise der Gesamtgesellschaft vorhielten – und immer noch vorhalten – getreu dem Satz von Karl Marx, „die herrschenden Gedanken sind immer die Gedanken der …

Luthers Wirken als Maßstab heutiger Politik

Zu einem provokanten Buch über radikales Denken heute
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 8. Juli 2016

Der Titel „Gehört Luther zu Deutschland?“ weist nicht nur auf das Reformationsjubiläum 2017 voraus, sondern spielt auf ähnliche Formulierungen an, wie sie in den letzten Jahren üblich wurden – „Gehört der Islam …, gehört die AfD …“ usw. …

Gewonnene Distanz

Die wundersame Verwandlung des Oliver K.
Maurice Böse
Ausgabe vom 8. Juli 2016
 (Foto: Eliot Blondet/ZDF)

(Foto: Eliot Blondet/ZDF)

„Eier, wir brauchen Eier!“ – mit derart zeitlosen Zitaten ist Oliver Kahn – neben seinen sportlichen Leistungen – zu einem der berühmtesten deutschen Fußballer aller Zeiten geworden. Allerdings wird er in der Regel erst seit dem Ende …

Interview

Unter richtiger Flagge

Ausgabe vom 8. Juli 2016
Nina Hager war von 2012-2016 Chefredakteurin der UZ, Lena Kreymann (SDAJ) ist Journalistin, Lucas Zeise ist neuer Chefredakteur der UZ (v.l.n.r.). (Foto: Tom Brenner)

Nina Hager war von 2012-2016 Chefredakteurin der UZ, Lena Kreymann (SDAJ) ist Journalistin, Lucas Zeise ist neuer Chefredakteur der UZ (v.l.n.r.). (Foto: Tom Brenner)

Die UZ muss für den Leser nützlich sein, meinen die ehemalige Chefredakteurin und der neue Chefredakteur bei der Zeitung der DKP. Im Gespräch mit der Journalistin Lena Kreymann.

Ein Lehrstück über das Werfen mit Dreck

Wie Uwe Kolbe Brecht schaden wollte und sich übernommen hat
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 1. Juli 2016
Alle paar Jahre wieder: Uwe Kolbe ist nicht der erste und sicher nicht der Letzte in der Reihe derer, die das Bild Brechts zu beflecken versuchen.  „Unberatene / Können den Weg für die vielen / Nicht finden.“ (Aus Brechts Gedicht „ Frage“) (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0 / Montage: UZ)

Alle paar Jahre wieder: Uwe Kolbe ist nicht der erste und sicher nicht der Letzte in der Reihe derer, die das Bild Brechts zu beflecken versuchen. „Unberatene / Können den Weg für die vielen / Nicht finden.“ (Aus Brechts Gedicht „ Frage“) (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0 / Montage: UZ)

Am 14. August jährt sich …

Entschieden gegen den Strom

Eine Einführung zu Shakespeares Tragödien bietet Orientierung
Thomas Metscher
Ausgabe vom 1. Juli 2016

Hier muss der Superlativ gestattet sein: es gibt keinen Autor der Weltliteratur (und Autorin hier mitgedacht), der so viel gespielt und gelesen wird wie Shakespeare, und es gibt auch keinen zweiten, über den in den letzten 400 Jahren so …

Interview

„… sie verkaufen ihre Freiheit“

Hermann Glaser-Baur
Ausgabe vom 1. Juli 2016

UZ : Du bist einer der profiliertesten Musiker, Komponisten und Liedermacher Irlands. Das Pressefest der UZ ist dein Deutschland-Debüt. Warum so spät und warum bei dieser Veranstaltung? Willie Drennan : Es hat sich einfach so …

Kunst an der Wand

Der nicaraguanische Meistermaler Manuel García Moia wurde 80
Hans-Joachim und Christel Schemel
Ausgabe vom 1. Juli 2016
 (Foto: Gabriele Senft)

(Foto: Gabriele Senft)

„Mural“ ist spanisch und bedeutet „Mauer“ oder „Wand“. Aus …

Armut in Deutschland

Hans-Dieter Hey
Ausgabe vom 1. Juli 2016
Armut in Deutschland, Ausstellung der Fotografengruppe r-mediabase (Foto: r-mediabase)

Armut in Deutschland, Ausstellung der Fotografengruppe r-mediabase (Foto: r-mediabase)

Es handelt sich schlicht um Ausbeutung Immer mehr prekäre Beschäftigung, „Selbstständige“ mit zwei Euro Stundenlohn, Rentner, die sich aus Mülleimern ernähren, Flüchtlinge, die weniger als Sozialhilfe bekommen oder die …

3 000 Besucher bei Grup Yorum in Gladbeck

DKP ermöglicht verbotenes Konzert
Olaf Matthes
Ausgabe vom 24. Juni 2016

Am Samstag haben in Gladbeck über 3 000 BesucherInnen am Festival „Eine Stimme und ein Herz gegen Rassismus“ teilgenommen, bei dem auch die türkische „Grup Yorum“ auftrat. Staatsschutz und Stadtverwaltung hatten im Vorfeld versucht, das …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 24. Juni 2016

Anschwellendes Gebrause Mit absehbarem Lärm in den „Qualitätsfeuilletons“ wird sicherlich die Verleihung des „Frank-Schirrmacher-Preis“ an den französischen Großschwätzer Michel Houellebecq bewertet. Nach Hans-Magnus Enzensberger ist …

Zwei Frauen mit der Kamera

Claudia von Alemanns Film über die Fotografin Abisag Tüllmann
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 24. Juni 2016
„Die Frau mit der Kamera – Portrait der Fotografin Abisag Tüllmann“. D 2014–92 Minuten. Buch, Regie, Produktion: Claudia von Alemann

„Die Frau mit der Kamera – Portrait der Fotografin Abisag Tüllmann“. D 2014–92 Minuten. Buch, Regie, Produktion: Claudia von Alemann

Vier Minuten lang fährt und schwenkt die Kamera durch menschenleere, aber sichtlich bewohnte Zimmer einer großen Wohnung, Regale voller Bücher, Papierstapel, Alltagsgegenstände, dann zunehmend Alben und Kontaktbögen, Fotogerät, eine …

Lieder und Propaganda

Beim Konzert von Grup Yorum in Gladbeck
Olaf Matthes
Ausgabe vom 24. Juni 2016
„Die Themen unserer Lieder reichen von Brot bis Liebe.“ (Foto: redpicture)

„Die Themen unserer Lieder reichen von Brot bis Liebe.“ (Foto: redpicture)

Eines der Lieder von Grup Yorum handelt von einer kurdischen Mutter, deren Sohn im Krieg gegen den türkischen Staat gefallen ist. Die Mutter singt davon, dass sie nicht um ihn weinen kann. „Als die mir das übersetzt haben, bin ich gleich …

54 Jahre Schreiben

Glückwunsch für Erasmus Schöfer
Klaus Stein
Ausgabe vom 17. Juni 2016
Erasmus Schöfer (Foto: Hans Peter Schaefer)

Erasmus Schöfer (Foto: Hans Peter Schaefer)

Sein 85. Geburtstag am …

Unnütz und allein

Maria Schrader hat sich an Stefan Zweig versucht – und ist gescheitert
Klaus Wagener
Ausgabe vom 17. Juni 2016
Stefan Zweig (Josef Hader) und Charlotte Zweig (Aenne Schwarz): „So gehöre ich nirgends mehr hin.“ (Foto: XVerleih)

Stefan Zweig (Josef Hader) und Charlotte Zweig (Aenne Schwarz): „So gehöre ich nirgends mehr hin.“ (Foto: XVerleih)

Wir sind in der Zeit, als Literatur noch ernst genommen wurde. Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (Josef Hader) wird in Brasilien begrüßt wie ein Staatsgast. Nach der Niederlage des Februaraufstandes 1934 war der erklärte …

Solidarität mit Grup Yorum

DKP unterstützt Mahnwachen gegen das Konzertverbot
Ausgabe vom 10. Juni 2016
Mahnwache mit Musik: Protest in Gladbeck gegen das Verbot des Grup-Yorum-Konzertes (Foto: DKP)

Mahnwache mit Musik: Protest in Gladbeck gegen das Verbot des Grup-Yorum-Konzertes (Foto: DKP)

Mitglieder und Freunde der türkischen Grup Yorum protestieren in dieser Woche täglich von 11 bis 17 Uhr (Freitags bis 13 Uhr) vor dem Rathaus in Gladbeck gegen das Verbot ihres Konzertes. Am Donnerstag wollen zwei Musiker in den …

„… dieses Sich-zuständig-Fühlen gehört zu meinem Verständnis vom Schriftsteller“

Zu Hermann Kants 90. Geburtstag am 14. Juni
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 10. Juni 2016
Hermann Kant auf dem Solidaritätsbasar der Journalisten auf dem Berliner Alexanderplatz, 2004 (Foto: Gabriele Senft)

Hermann Kant auf dem Solidaritätsbasar der Journalisten auf dem Berliner Alexanderplatz, 2004 (Foto: Gabriele Senft)

Das früheste Dokument in meiner Sammlung zu Hermann Kant, die ich anlässlich des 90. Geburtstages des Schriftsteller gesichtet habe, stammt aus dem Jahre 1964 und trägt den Titel „Romeo und Julia auf der Geisterbahn“. Kant beschreibt den …

Sein Ziel war nicht die Entscheidung, sondern die Möglichkeiten

Zum 70. Todestag Gerhart Hauptmanns
Ausgabe vom 10. Juni 2016

Am 6. Juni 1946 starb Gerhart Hauptmann – Nobelpreisträger, berühmter Dichter und Vorausdenker – in seinem burgartigen „Haus Wiesenstein“ in Agnetendorf, das durch das Kriegsende 1945 polnisch geworden war. Hauptmanns Umsiedlung in die …

DKP protestiert gegen Auftrittsverbot

Ausgabe vom 3. Juni 2016

Der türkischen Band Grup Yorum wird ein Auftritt am 18. Juni in Gladbeck verboten. Das Konzert mit bis zu 5.000 Besuchern soll auf dem Gelände der Alevitischen Gemeinde in Gladbeck stattfinden. In Gesprächen mit dem „Staatsschutz“ und …

Das Einfache, das schwer zu machen ist

Fotografien von Horst Sturm – Ein Bildband zur Ausstellung „Menschen, ich hatte euch lieb“
Ausgabe vom 3. Juni 2016
Juni 1965, Bummel durch die Lange Straße in Rostock (Foto: Horst Sturm)

Juni 1965, Bummel durch die Lange Straße in Rostock (Foto: Horst Sturm)

„Es gibt in der Geschichte der Malerei und der Fotografie Werke, die derart im Gedächtnis bleiben, dass ihre Urheber dahinter zurücktreten – bis dahin, dass sie unbekannt bleiben. Mir war der Name Horst Sturm nicht geläufig, als ich …

Ein Mann mit vielen Gesichtern

Erster Versuch einer biographischen Annäherung an den Mitautor der „Thälmann“- Filme, Michael Tschesno-Hell (1902–1980).
Cristina Fischer
Ausgabe vom 3. Juni 2016

„Der war für mich ein alter Bolschewik. Der wirkte so, der sprach auch so …“, erinnert sich Erhard Scherner an den Drehbuchautor Michael Tschesno-Hell, dem er in den 50er Jahren begegnete. Der Literaturwissenschaftler Hans Mayer, der …

Zocker-Thriller

Jodie Fosters „Money Monster“ verspricht Spannung, nicht unbedingt Erkenntnis
Klaus Wagener
Ausgabe vom 3. Juni 2016
 (Foto: youtube)

(Foto: youtube)

Wenn man ja nicht wüsste, wie so etwas ausgeht; hier kommt ein Setting, das man sich für mindestens 90 Prozent der gängigen LanzWillPlas-Shows dringend wünschen würde. Einer der regelmäßig verarschten Underdogs stürmt das Studio, …

„Die Düsseldorfer Polizei hat wirklich sehr humorvolle Texte für unser Stück geliefert“

Gespräch mit Frank Laubenburg und Jasper Prigge über das Theaterstück „Mein Einsatzleiter“
Markus Bernhardt
Ausgabe vom 3. Juni 2016
 (Foto: jwm)

(Foto: jwm)

UZ : Sie sind in den letzten Wochen und Monaten mehrfach mit dem Theaterstück „Mein Einsatzleiter“ in verschiedenen bundesdeutschen Städten aufgetreten. Was hat es mit diesem Stück auf sich? Jasper Prigge : Wir waren das ganze …

„Die Düsseldorfer Polizei hat wirklich sehr humorvolle Texte für unser Stück geliefert“

Gespräch mit Frank Laubenburg und Jasper Prigge über das Theaterstück „Mein Einsatzleiter“
Markus Bernhardt
Ausgabe vom 3. Juni 2016
 (Foto: jwm)

(Foto: jwm)

UZ : Sie sind in den letzten Wochen und Monaten mehrfach mit dem Theaterstück „Mein Einsatzleiter“ in verschiedenen bundesdeutschen Städten aufgetreten. Was hat es mit diesem Stück auf sich? Jasper Prigge : Wir waren das ganze …

Sein Deutschland war ein anderes

Zu Johannes R. Bechers 125. Geburtstag
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 27. Mai 2016
Johannes R.Becher 1951 im Gespräch mit Jungen Pionieren im Zeltlager der Pionierrepublik „Ernst Thälmann“in der Wuhlheide. (Foto: Bundesarchiv Bild 183-M0213–0306)

Johannes R.Becher 1951 im Gespräch mit Jungen Pionieren im Zeltlager der Pionierrepublik „Ernst Thälmann“in der Wuhlheide. (Foto: Bundesarchiv Bild 183-M0213–0306)

Es ist still geworden um Johannes R. Becher, dessen Texte in der DDR in den Schulbüchern standen und der nichts Geringeres sein sollte als der höchste Repräsentant sozialistischer deutscher Literatur. In seinem Schritt der …

Interview

„Niemand bringt uns zum Schweigen“

Grup Yorum kommt zum UZ-Pressefest, dem Fest des Friedens und der Solidarität
Wera Richter
Ausgabe vom 27. Mai 2016

UZ : Grup Yorum spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund. Was verbindet euch mit dem Fest der Kommunisten in Deutschland? Grup Yorum : Festivals dieser Art sind für uns von großer Bedeutung. Sie sind ein Beitrag zur internationalen …

Griechenland besteht auf Rückgabe

Parthenon-Fries immer noch im British Museum
Ausgabe vom 27. Mai 2016
Marmorelement des Parthenon-Fries (Foto: Scott Gosnell/wikimedia.org/public domain/File:Parthenon pediment statues.jpg)

Marmorelement des Parthenon-Fries (Foto: Scott Gosnell/wikimedia.org/public domain/File:Parthenon pediment statues.jpg)

Im jahrzehntelangen Streit um die Parthenon-Friesteile beharrt Griechenland auf der Rückgabe der wertvollen Skulpturen aus London. „Wir bestehen darauf“, sagte Kulturminister Aristidis Baltas der Deutschen Presse-Agentur. Eine Klage vor …

Interview

„Niemand bringt uns zum Schweigen“

Grup Yorum kommt zum UZ-Pressefest, dem Fest des Friedens und der Solidarität
Wera Richter
Ausgabe vom 27. Mai 2016

UZ : Grup Yorum spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund. Was verbindet euch mit dem Fest der Kommunisten in Deutschland? Grup Yorum : Festivals dieser Art sind für uns von großer Bedeutung. Sie sind ein Beitrag zur internationalen …

Gemeinsam camp(f)en

600 Jugendliche bei den Pfingstcamps der SDAJ
jm
Ausgabe vom 20. Mai 2016

Unter dem Motto „Hoch den Arsch gegen Camouflage!“ versammelten sich im Waldbad Königsee in Thüringen etwa 130 Jugendliche. Politisch standen die Themen Antimilitarismus und Antifaschismus im Vordergrund. Gerade mit dem Aufstieg der AfD …

Interview

Marx als Kompass

Melina Deymann
Ausgabe vom 20. Mai 2016

UZ: „The Movement“ aus Dänemark spielen am Freitag, dem 1. Juli, auf dem UZ-Pressefest in Dortmund zusammen mit „Redska“ aus Italien. Was für Musik macht ihr? Lukas Sherfey: Wir sind eine Mod-Band (Mod ist die Kurzform von Modernism) und mixen das Ganze mit Elementen des Ska und der Energie des Punks. In Deutschland treten wir auch meistens in der Punkszene auf. UZ: Was brachte euch dazu explizit politische Musik zu machen? Lukas Sherfey: Wir machen keine „explizit“ politische Musik. Wir haben auch Liebeslieder und reine Rock-‘n‘-Roll-Songs, aber wir mögen es alles zu mixen. Das Politische wird gebraucht. Ich wollte eine Band mit einem coolen Stil und einer guten Botschaft! Wir folgen der Tradition vieler 60er-Jahre-Bands wie der frühen „The Who“, der „Kinks“ usw., in der Freiheit ein großes Gut ist. Es geht darum, zu tun, was man möchte, ohne herumgeschubst zu werden. Für mich ist es das, worum es bei Rockmusik geht. Wir garnieren das noch mit ein bisschen revolutionärem Verständnis. UZ: In einem eurer Lieder singt ihr „We got love, we got hope, we got Marx“ (Wir haben Liebe, wir haben Hoffnung, wir haben Marx) – ist Marx unsere (einzige) Hoffnung? Lukas Sherfey: Vielleicht nicht unsere einzige Hoffnung. Aber er machte großartige Analysen, die als Kompass genutzt werden können. Wenn ich etwas wie den Arabischen Frühling sehe und wie traurig er endete, dann denke ich an Marx. Es ist einfach zu rebellieren und mit Fahnen rumzulaufen, aber wenn du eine wirkliche Veränderung willst, muss sie daher kommen, wo die Macht liegt. Es ist die Arbeiterklasse, die die Macht hat, das System lahmzulegen, „Streik“ an das Tor zu schreiben, keine Befehle entgegenzunehmen usw. Aber sie muss organisiert sein, sonst verschwinden die Bewegungen so schnell wie sie gekommen sind – oder werden von den Rechten gekapert. Es ist ein Kampf auf vielen Ebenen, aber ohne Wurzeln in der Arbeiterklasse wird der Kampf fehlschlagen, dafür gibt es zu viele Beispiele. UZ: Ihr spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund, dem Fest der Deutschen Kommunistischen Partei. Warum wollt ihr dort spielen? Lukas Sherfey: Wir spielen dort, weil wir eingeladen worden sind. Wir sind „The Movement“ und unterstützen Kommunisten, Anarchisten, Sozialisten, die Antifaschistische Aktion mit unserer Musik. UZ: Was erwartet ihr vom Pressefest? Lukas Sherfey: Ich weiß nicht was ich erwarten kann. Als ich ein Kind war, war das kommunistische Festival in Kopenhagen ein wirklich großes Ding. Drei Tage jeden Sommer. Im letzten Jahrzehnt waren die politischen Festivals in Dänemark ziemlich klein, selbst am 1. Mai. Aber ich hoffe, dass es in Dortmund eine großartige Erfahrung wird. Die neuen Generationen kämpfen gegen die reaktionäre Politik die wir heute erleben. Wir freuen uns sehr auf das Pressefest!

Der radikale Ideologe der Reformation

Eine lesenswerte Biografie über Thomas Müntzer
Ausgabe vom 20. Mai 2016
Thomas Müntzers Porträt auf dem 5-Mark-Schein der DDR

Thomas Müntzers Porträt auf dem 5-Mark-Schein der DDR

Der Vorsitzende der deutschen Thomas-Müntzer-Gesellschaft, der emeritierte Hamburger Prof. Hans-Jürgen Goertz, hat mit einer bemerkenswerten Biografie über Thomas Müntzer frühzeitig ein Zeichen zum bevorstehenden 500. Jahrestag der …

Interview

Marx als Kompass

Melina Deymann
Ausgabe vom 20. Mai 2016

UZ: „The Movement“ aus Dänemark spielen am Freitag, dem 1. Juli, auf dem UZ-Pressefest in Dortmund zusammen mit „Redska“ aus Italien. Was für Musik macht ihr? Lukas Sherfey: Wir sind eine Mod-Band (Mod ist die Kurzform von Modernism) und mixen das Ganze mit Elementen des Ska und der Energie des Punks. In Deutschland treten wir auch meistens in der Punkszene auf. UZ: Was brachte euch dazu explizit politische Musik zu machen? Lukas Sherfey: Wir machen keine „explizit“ politische Musik. Wir haben auch Liebeslieder und reine Rock-‘n‘-Roll-Songs, aber wir mögen es alles zu mixen. Das Politische wird gebraucht. Ich wollte eine Band mit einem coolen Stil und einer guten Botschaft! Wir folgen der Tradition vieler 60er-Jahre-Bands wie der frühen „The Who“, der „Kinks“ usw., in der Freiheit ein großes Gut ist. Es geht darum, zu tun, was man möchte, ohne herumgeschubst zu werden. Für mich ist es das, worum es bei Rockmusik geht. Wir garnieren das noch mit ein bisschen revolutionärem Verständnis. UZ: In einem eurer Lieder singt ihr „We got love, we got hope, we got Marx“ (Wir haben Liebe, wir haben Hoffnung, wir haben Marx) – ist Marx unsere (einzige) Hoffnung? Lukas Sherfey: Vielleicht nicht unsere einzige Hoffnung. Aber er machte großartige Analysen, die als Kompass genutzt werden können. Wenn ich etwas wie den Arabischen Frühling sehe und wie traurig er endete, dann denke ich an Marx. Es ist einfach zu rebellieren und mit Fahnen rumzulaufen, aber wenn du eine wirkliche Veränderung willst, muss sie daher kommen, wo die Macht liegt. Es ist die Arbeiterklasse, die die Macht hat, das System lahmzulegen, „Streik“ an das Tor zu schreiben, keine Befehle entgegenzunehmen usw. Aber sie muss organisiert sein, sonst verschwinden die Bewegungen so schnell wie sie gekommen sind – oder werden von den Rechten gekapert. Es ist ein Kampf auf vielen Ebenen, aber ohne Wurzeln in der Arbeiterklasse wird der Kampf fehlschlagen, dafür gibt es zu viele Beispiele. UZ: Ihr spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund, dem Fest der Deutschen Kommunistischen Partei. Warum wollt ihr dort spielen? Lukas Sherfey: Wir spielen dort, weil wir eingeladen worden sind. Wir sind „The Movement“ und unterstützen Kommunisten, Anarchisten, Sozialisten, die Antifaschistische Aktion mit unserer Musik. UZ: Was erwartet ihr vom Pressefest? Lukas Sherfey: Ich weiß nicht was ich erwarten kann. Als ich ein Kind war, war das kommunistische Festival in Kopenhagen ein wirklich großes Ding. Drei Tage jeden Sommer. Im letzten Jahrzehnt waren die politischen Festivals in Dänemark ziemlich klein, selbst am 1. Mai. Aber ich hoffe, dass es in Dortmund eine großartige Erfahrung wird. Die neuen Generationen kämpfen gegen die reaktionäre Politik die wir heute erleben. Wir freuen uns sehr auf das Pressefest!

Profit und die Gesetze des Kapitalismus

Klaus Müller hat ein gut verständliches, kurzes Buch zu den schwierigeren Problemen der Politischen Ökonomie geschrieben
Lucas Zeise
Ausgabe vom 20. Mai 2016

Ein vorzügliches Werk. Es handelt vom Profit und behandelt deshalb die wesentlichen Gesetze der politischen Ökonomie. Der Standpunkt des Autors ist der eines orthodoxen Marxisten. Von dieser Warte aus diskutiert er die Probleme, die die …

Mehr als ein Lexikon

Das Vermächtnis der Häftlinge von Buchenwald
Nina Hager
Ausgabe vom 20. Mai 2016
 (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-J0311-0302-001 / CC-BY-SA 3.0)

(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-J0311-0302-001 / CC-BY-SA 3.0)

Mit dem Lexikon „Konzentrationslager Buchenwald 1937 bis 1945“, das kürzlich im Rhinoverlag erschien, haben Gitta Günther und Gerhard Hoffmann, beide Mitglieder der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. ein nicht nur …

Regierungslinke entzaubert

Der „Kniefall“ von Thüringen
Herbert Münchow
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Im Thüringer Grenzmuseum bei einem Besuch der Staatssekretärin Babette Winter (Foto: TSK)

Im Thüringer Grenzmuseum bei einem Besuch der Staatssekretärin Babette Winter (Foto: TSK)

„Integrationsfalle (Mit)Regieren ‚Wild nicht erlegt – dafür Flinte verloren‘ … heißt die neue Streitschrift von Ekkehard Lieberam, die in der Schriftenreihe des Forums Gesellschaft und Politik im pad-verlag erschienen ist. Hier wird …

Gelebter Internationalismus

Lexikon der deutschen Kämpfer für die Spanische Republik
Günter Wehner
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Denkmal für die deutschen Kämpferinnen und Kämpfer für die Spanische SRepublik von Fritz Cremer in Berlin-Friedrichshain (Foto: SpreeTom / wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

Denkmal für die deutschen Kämpferinnen und Kämpfer für die Spanische SRepublik von Fritz Cremer in Berlin-Friedrichshain (Foto: SpreeTom / wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

Spät aber dennoch rechtzeitig zum 80. Jahrestag des Spanienkrieges und der Internationalen Brigaden erschien das biografische Lexikon deutscher Spanienkämpfer. Den Herausgebern ist mit der umfassenden Zusammenstellung von 4 500 Namen …

Eine Denkhilfe

„Faschismus-Diagnosen“ von Kurt Pätzold
Jonny Michel
Ausgabe vom 13. Mai 2016

Wer sich mit der Entstehung des historischen Faschismus, dessen Entwicklung und den Umständen, die dazu führten, befasst, der kommt nicht am international renommierten Historiker Kurt Pätzold vorbei. In zahlreichen Publikationen stellte …

Der kleine Elefant

Fredrik Vahle macht Lieder für Kind und Kegel
Anna Cordi
Ausgabe vom 13. Mai 2016
CD-Cover

CD-Cover

Eltern wissen, es gibt drei Kategorien an Spielzeug, Musik, Büchern, die sich in den Kinderzimmern anhäufen. Die eine Kategorie finden Eltern gut. Bei Kindern ruft sie maximales Desinteresse hervor. Die zweite Kategorie besteht aus …

Beckmann erklärt den Krieg

Borcherts „Draußen vor der Tür“: Ein Stück über Täter als Opfer
Leander Sukov
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Viele waren Täter, gelitten haben auch sie. (Foto: Deutsche Fotothek/CC BY-SA 3.0 DE/)

Viele waren Täter, gelitten haben auch sie. (Foto: Deutsche Fotothek/CC BY-SA 3.0 DE/)

„Draußen vor der Tür“ ist ein umstrittenes Stück. Die Kritik und die Rezeption war niemals einhellig. Worum geht es: Nach einer dreijährigen Kriegsgefangenschaft in Sibirien kommt der Unteroffizier Beckmann zurück nach Hamburg. Er …

Das Instrument der Könige 
und der Engel

Die irische Harfenistin Dearbhla McTaggart kommt zum Pressefest
Hermann Glaser-Baur
Ausgabe vom 13. Mai 2016

Seit hunderten von Jahren ist die Harfe in vielen Teilen der Welt als das Instrument der Höfe, der Könige und des Adels bekannt. Auch Engel spielen zarte Weisen auf dem noblen Teil, wie uns religiöse Schriften und Bilder von …

Zu zweit gegen Rassismus

„Angst essen Seele auf“ am Berliner Gorki-Theater
Olaf Matthes
Ausgabe vom 6. Mai 2016
Eine Geschichte von Liebe und Neid. (Foto: Esra Rotthoff/Maxim Gorki Theater)

Eine Geschichte von Liebe und Neid. (Foto: Esra Rotthoff/Maxim Gorki Theater)

Die Bürokratenseele, der …

Wir alle können die nächsten sein

Jürgen Schneiders Roman „Im Land der Lügen“
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 6. Mai 2016

Nach drei spannenden historischen Kriminalromanen, die in den 1930er Jahren im Holsteinischen spielen, plaudert der Hamburger Strafverteidiger und Krimi-Autor Heinz-Jürgen Schneider erneut aus dem juristischen Nähkästchen. Diesmal treibt …

Zeitgeschichte ohne Didaktik

Tanja Cummings‘ „Linie 41“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 6. Mai 2016
Tanja Cummings und Natan Grossmann in Lodz (Foto: Marek Iwicki)

Tanja Cummings und Natan Grossmann in Lodz (Foto: Marek Iwicki)

Natan Grossmann singt …

Wo Verbrechen ehrenhaft werden

Zu Christoph Heins Roman „Glückskind mit Vater“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 29. April 2016
Christoph Hein (Foto: wikicommons)

Christoph Hein (Foto: wikicommons)

Die Literaturkritik sucht lange nach dem „Wenderoman“. Nun gibt es ein wichtiges Ergebnis, Christoph Heins umfangreichen Roman „Glückskind mit Vater“. Hein verzichtet allerdings auf den Begriff „Wende“, der die Zeit um 1989 nicht trifft. …

Alle müssen sterben

„Game of Thrones“ geht in die 6. Staffel
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 29. April 2016

Von solchen Serien lebt der Bezahlsender HBO: „Game of Thrones“ ist nicht nur als Fernsehserie ein Verkaufsschlager, auch die Bücher von George R. R. Martin verkaufen sich millionenfach, dazu kommen die üblichen Devotionalien für Freunde …

Shakespeares Menschen in schlechter Gesellschaft

Vor 400 Jahren starb William Shakespeare. Seine Gestalten leben
Dietmar Dath
Ausgabe vom 22. April 2016

Präzision und Mehrdeutigkeit hält man für Gegensätze. In Shakespeares Sprache aber sind beide immer da, und nehmen einander doch nie den Atem. Selbst simpelste Wortfolgen, etwa das grausige „the Tower, the Tower“ im Stück über Heinrich …

Kommentar

Dreierpack

Kommentar von Volker Bräutigam
Ausgabe vom 22. April 2016

Böhmermann, Merkel, Erdogan: Hier bemühen sich drei Widerlinge auf die ihnen jeweils eigene Weise, König aller Kotzbrocken zu werden. Böhmermann: Schmäht den „Sultan“ infantil vulgär einen Sodomisten, statt ihn politisch zu beleidigen. …

Zäh wie Leder, flink wie Windhunde, hart wie Kruppstahl

Jon Favreaus „Jungle Book“ will die Rückkehr zu den Ursprüngen – des Imperialismus
Klaus Wagener
Ausgabe vom 22. April 2016
Überleben in einer feindlichen Welt.  (Foto: Disney)

Überleben in einer feindlichen Welt. (Foto: Disney)

Ein kleiner Mensch, ein kleiner Junge, verletzlich, fast nackt in unsicherer gefährlicher Umgebung, im indischen Dschungel. Dieser kleine Mensch ist physisch dramatisch unterlegen. Er ist nicht so schnell, nicht so stark, nicht so groß …

Freie Fahrt für Kreuzfahrtschiffe

Kapitalinteressen am Canal della Giudecca
Uwe Koopmann
Ausgabe vom 22. April 2016
Kreuzfahrtschiff Celebrity Summit am Haken des Schleppschiffes Vanna C beim Verlassen Venedigs. Im Hintergrund die Basilika Santa Maria della Salute (Mai 2009). (Foto: Peter Haas / wikimedia.com / CC-BY-SA-3.0)

Kreuzfahrtschiff Celebrity Summit am Haken des Schleppschiffes Vanna C beim Verlassen Venedigs. Im Hintergrund die Basilika Santa Maria della Salute (Mai 2009). (Foto: Peter Haas / wikimedia.com / CC-BY-SA-3.0)

Dem Canal della Giudecca, der die gleichnamige Insel von Venedigs Stadtteil Dorsoduro trennt, hat das Verwaltungsgericht von Venetien Verkehrsregeln verpasst. Nicht für einen der etwa 500 Gondolieri – und kaum zu seinem Schutz: …

Begreifen des Einzelnen und des Ganzen

Brechts „Maßnahme“ in Berlin mit Massenchor und Orchester nach Eislers Maßgabe
Hilmar Franz
Ausgabe vom 15. April 2016
Im Studio der Schallplattenfirma Homocord bei der Aufnahme des „Songs von der Ware“: Der Tenor Erik Wirl, Bertolt Brecht und Hanns Eisler. (Foto: Archiv Jürgen Schebera)

Im Studio der Schallplattenfirma Homocord bei der Aufnahme des „Songs von der Ware“: Der Tenor Erik Wirl, Bertolt Brecht und Hanns Eisler. (Foto: Archiv Jürgen Schebera)

8. April 2016: Probentag und szenisch-oratorischer Aufführungsabend mit überschwänglich langem Beifall in der Berliner Philharmonie. Gespräche noch länger danach, auch draußen. Möglich, dass die Erinnerungen noch lange wach bleiben, bei …

Kultur braucht Frieden – Kunst fordert Kultur

Der Kampf gegen Zerstörung der Kultur ist ein aktuelles Thema
Jürgen Meier
Ausgabe vom 8. April 2016

Am 21. Juni 1935 strömten Tausende Menschen zum Großen Saal der Mutualité in Paris, um die Kultur zu verteidigen. Da der Saal nur 3 000 Teilnehmern Platz bot, übertrugen Lautsprecher die Reden des 1. Internationalen …

Willkommen im Big Apple

Anja Röhls New-York-Erfahrungen
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 8. April 2016

Sechs Tage taucht die Autorin Anja Röhl im April 2014 ein in die Stadt, die niemals schläft. Ihre Erlebnisse beschreibt sie in dem Büchlein „Granny in New York“ – eine sehr persönliche Reportage über die Weltmetropole zwischen …

Der Traum wirkt

Ein tollpatschiger Panda wird auserwählt
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 1. April 2016
 (Foto: DreamWorks Animation)

(Foto: DreamWorks Animation)

Derzeit haben Freunde des animierten Tierfilms an der Kinokasse zwei Optionen, ihr sauer verdientes Geld abzustoßen: Zoomania (der englische Titel ist besser: Zootopia) gilt als der sehenswertere Film, aber ich bin nun mal in Kung Fu …

Selbstdemontage

Mit „Rock The Kasbah“ unterminiert Barry Levinson sein eigenes Denkmal
Klaus Wagener
Ausgabe vom 1. April 2016
Immer sollen die anderen schuld sein. (Foto: Verleih)

Immer sollen die anderen schuld sein. (Foto: Verleih)

An den Darstellern jedenfalls hat es nicht gelegen. Bill Murray gibt den aufschneiderischen Looser Richie Lanz mit seinem üblich stoisch-dauerverwirrten Knautschgesicht; Zooey Deschanel die talentfreie Ronnie, die ihren Promoter Richie …

Putin erklären?

Ich und die Sowjetunion, heißt das.
Hannes Stütz
Ausgabe vom 1. April 2016

Eine mir sehr liebe Bekannte, christlich geprägt, hat mich angefragt Putin zu erklären. Ich habe stattdessen, aber hinführend, Biographisches erzählt. Das Echo war gut – deshalb weitere, diesmal unverlangte Mitteilung. Für die …

Kriege töten zweimal

Ein seltenes Stück Wahrheit im deutschen Fernsehen
bro
Ausgabe vom 1. April 2016

Das erste Opfer des Kriegs, das weiß man, ist immer die Wahrheit. Diese Aussage bezieht sich vor allem auf den Anlass des Krieges, die Begründung, die fast immer dazu dient, den wahren Kriegsgrund zu verschleiern. Im Fall des Krieges der …

Gewissensfrage

„Terror“ von Ferdinand von Schirach im Alten Schauspielhaus in Stuttgart
Lars Thiede
Ausgabe vom 25. März 2016
Das Ethikgericht tagt. (Foto: Schauspielbühnen Stuttgart)

Das Ethikgericht tagt. (Foto: Schauspielbühnen Stuttgart)

In vielen Städten läuft zur Zeit das Stück „Terror“ von Ferdinand von Schirach, auf noch mehr Bühnen soll es demnächst starten. Auch in Stuttgart sind die Vorstellungen gut besucht. Vielleicht, weil das Stück von seiner Konzeption her …

Die Wiederkehr des jungen Genossen

Wiederaufführung der „Maßnahme“ mit 300 Laien-Sängern
Hilmar Franz
Ausgabe vom 25. März 2016
Blutmai 1929: Polizeipräsident Zörgiebel ließ schießen.

Blutmai 1929: Polizeipräsident Zörgiebel ließ schießen.

Der Kartenverkauf für ein besonderes Ereignis in der Berliner Philharmonie ist in vollem Gang – die original besetzte Wiederaufführung von Hanns Eislers/Bertolt Brechts Lehrstück „Die Maßnahme“ am 8. April. Quer durch die Stadt werden …

Freibier oder Vaterland

Erfahrungen aus der dörflichen Politik von Theodor Weißenborn
Ausgabe vom 25. März 2016

Als wir aufs Land zogen, Lissi und ich, haben mir wohlmeinende Freunde geraten, mich in die dörfliche Kommunalpolitik zu mischen, denn ich hätte das Zeug und folglich die Verpflichtung hierzu. Je nun, das Zeug – wenn‘s nur darum geht, so …

Kommunist als Kinoheld

Jay Roach erinnert mit „Trumbo“ an die US-Kommunistenparanoia
Klaus Wagener
Ausgabe vom 18. März 2016
Hedda Hopper (Helen Mirren) klatscht Trumbo (Bryan Cranston) nieder. (Foto: Paramount)

Hedda Hopper (Helen Mirren) klatscht Trumbo (Bryan Cranston) nieder. (Foto: Paramount)

Zugegeben, es gibt politischere Filme. Hollywood und der Kommunismus, das ist eine komplizierte Sache. Bis heute. Und wären wir Kommunisten nicht so schwach, vielleicht gäbe es nicht einmal diesen Film. An reaktionären, …

Ein Dokument der Zensur

Zu Siegfried Lenz‘ Roman aus dem Nachlass „Der Überläufer“, der in der jungen Bundesrepublik nicht erscheinen durfte
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 18. März 2016

Der Wehrmachtssoldat Walter Proska, auch als „Assistent des Gewissens“ (298) bezeichnet, fährt vom Heimaturlaub im masurischen Lyck 1944 an die zusammenbrechende Ostfront. Der Zug wird von Partisanen gesprengt und statt an der Front …

Alle Kräfte sammeln

Erinnerung an Peter Gingold
Martina Lennartz
Ausgabe vom 18. März 2016
100 Jahre Peter Gingold, Matinee in Frankurt, Esther Bejarano mit Die Grenzgänger und Tacheles & Schmu (Foto: Tom Brenner)

100 Jahre Peter Gingold, Matinee in Frankurt, Esther Bejarano mit Die Grenzgänger und Tacheles & Schmu (Foto: Tom Brenner)

Da sich im März 2016 der Geburtstag des im In- und Ausland bekannten Frankfurter Antifaschisten und Kommunisten Peter Gingold zum 100. Mal jährt, luden die Ettie-und-Peter-Gingold-Erinnerungsinitiative und die Vereinigung der Verfolgten …

Medien, Kritik und Demokratie

Welchen Bildern können wir noch vertrauen?
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 11. März 2016

Man kann es einen Witz nennen oder ein erhellendes Paradoxon, aber das Schimpfwort „Lügenpresse“ – das es 2014 immerhin als „Unwort des Jahres“ zu zweifelhaftem Ruhm brachte – kommt so häufig in politischen Debatten und in den Medien …

Von Hootenanny zum Lied für Flüchtlinge

Das Festival „Musik und Politik“ blickte auf DDR-Verwurzelungen zurück
Hilmar Franz
Ausgabe vom 4. März 2016

Franz Josef Degenhardts „Hört ihr noch den Ruf der Schwäne?“, gewidmet den „Freunden und Genossen vom Festival des Politischen Liedes 1975 in Berlin“, gab dem Eröffnungsprogramm des 16. …

Pechstein-Gemälde wieder zugänglich

Kunstsammlung der Uni Göttingen zeigt das Werk „Baumskelett“ und andere Expressionisten
Kai Böhne
Ausgabe vom 4. März 2016
Nach der Restaurierung strahlt das Pechstein-Bild wieder im ursprünglichen Glanz.

Nach der Restaurierung strahlt das Pechstein-Bild wieder im ursprünglichen Glanz.

Seit Kurzem ist das 1921 entstandene Gemälde „Baumskelett“ des expressionistischen Malers Max Pechstein (1881–1955) vorübergehend wieder öffentlich zu bewundern. Es befindet sich in der Kunstsammlung der Universität Göttingen. Dank einer …

Ein Großer der Literatur, engagierter Linker und Antifaschist

Zum Tod von Umberto Eco
Gerhard Feldbauer
Ausgabe vom 26. Februar 2016
Umberto Eco im Mai 2005 (Foto: Ufficio Stampa Università Mediterranea di Reggio Calabria/wikimedia.com/CC BY-SA 3.0)

Umberto Eco im Mai 2005 (Foto: Ufficio Stampa Università Mediterranea di Reggio Calabria/wikimedia.com/CC BY-SA 3.0)

Am Freitag vergangener Woche starb Umberto Eco im Alter von 84 Jahren. Mit ihm verlor nicht nur Italien einen weltberühmten Literaten, herausragenden Philosophen, aber auch Sprachwissenschaftler, der zu brennenden Fragen der Politik …

Traumhafte Traumfabrik

Mit „Hail, Caesar!“ zerlegen die Coen-Brüder genüsslich-amüsiert das alte Hollywood
Klaus Wagener
Ausgabe vom 26. Februar 2016
Von der Anstrengung der Schauspielerei gefällt: Equus Dente (George Clooney) (Foto: Universal Pictures)

Von der Anstrengung der Schauspielerei gefällt: Equus Dente (George Clooney) (Foto: Universal Pictures)

Es waren Hollywoods Goldene Jahre. Die Zeit der strahlenden Bombe und der strahlend-sauberen Hochglanzproduktionen mit ebenso strahlend-sauberen Hochglanzstars wie Doris Day oder Rock Hudson. Mit harten, aber ehrlichen Kerlen wie John …

Fragwürdige Perspektive

Der Wettbewerb der 66. Berlinale
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 26. Februar 2016
 (Foto: wikimedia.org/wikipedia/commons/5/54/20150208_-)

(Foto: wikimedia.org/wikipedia/commons/5/54/20150208_-)

s scheint nicht gut zu stehen um die Zukunft des Kinos. Sollte diese wirklich darin liegen, mit einem Film von mehr als acht (!) Stunden Laufzeit und einer exotischen, hoch politischen, aber außerhalb seines Herkunftslandes kaum …

Bunt gegen rechts

Ein neues Benefiz-Doppelalbum von Lucha Amada
Werner Lutz
Ausgabe vom 12. Februar 2016

Unter dem Titel „Lucha Amada II – love music. hate fascism“ ist vor kurzem der zweite Benefiz-Sampler des Musikkollektivs Lucha Amada erschienen. Es ist nach dem ersten Sampler, der 2011 von dem dj-Kollektiv produziert wurde, auch wieder …

Ein Jahrhundertkerl

Am 17. Februar vor 160 Jahren starb Heinrich Heine
Hans-Karsten Raecke
Ausgabe vom 12. Februar 2016
 (Foto: wikipedia)

(Foto: wikipedia)

Als Heinrich Heine am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf zur Welt kam, gehörte die Stadt zu Frankreich. Nach französischem Recht war er also Franzose, was ihm ermöglichte, in Frankreich ohne Angst vor Ausweisung im Exil zu leben, nachdem …

Interview

Keine Angst vor neuen Klängen

Kulturpreis für Daniel Osorio
Manfred Idler
Ausgabe vom 12. Februar 2016
Daniel Osorio, Komponist und Kommunist

Daniel Osorio, Komponist und Kommunist

Der seit 2005 in Saarbrücken lebende chilenische Musiker und Komponist Daniel Osorio hat am hat am 21. Januar den Kulturpreis des Regionalverbandes Saarbrücken für Musik erhalten. Daniel Osorio hat nach seinem Kompositionsstudium an der Universidad de Chile an der Hochschule für Musik Saar Komposition und Elektroakustische Musik studiert. In seinen Kompositionen verbindet er südamerikanische Elemente mit zeitgenössischer mitteleuropäischer Musik. Die Jury bezeichnete Osorio als einen ausgewiesenen Könner mit sehr hohem musikalischem Niveau in seinem digitalisierten Klang.

Fidel ist Fidel

Fotografien von Roberto Chile
Ausgabe vom 12. Februar 2016
Der Stern von Fidel (Foto: Roberto Chile)

Der Stern von Fidel (Foto: Roberto Chile)

Seit den Tagen der Sierra war das Olivgrün das sichtbare Zeichen des ruhelosen Kriegers. Manchmal erschien er aus protokollarischen Gründen in der Guayabera oder in einem klassischen dunklen Anzug, um sich aber dann sofort wieder in die …

Die Ehre der Kopfgeldjäger

„The Hateful 8“ zerlegt die Mythen des amerikanischen Überlegenheitsanspruchs
K. W.
Ausgabe vom 5. Februar 2016
Tarantinos Blick auf den Verfall der US-Gesellschaft. (Foto: Universum Film)

Tarantinos Blick auf den Verfall der US-Gesellschaft. (Foto: Universum Film)

Die Bilder rufen Erinnerungen wach. Berge, Täler, die grandiose Landschaft Wyomings im 70-mm-Ultra-Panavision-Format. Nur gewinnt hier keiner die legendären Schlachten des „Wilden Westens“ zum x-ten Male auf der Leinwand, wie das …

„NSU“-Homestory

Der ZDF-Film „Letzte Ausfahrt Gera“ verwandelt Beate Zschäpe in ein braunes Covergirl
Klaus Wagener
Ausgabe vom 5. Februar 2016
Beate Zschäpe (Lisa Wagner) in Begleitung der BKA-Beamten Troller (Joachim Król) und Dietrich (Christina Große) (Foto: ZDF/Janett Kartelmeyer)

Beate Zschäpe (Lisa Wagner) in Begleitung der BKA-Beamten Troller (Joachim Król) und Dietrich (Christina Große) (Foto: ZDF/Janett Kartelmeyer)

Beate Zschäpe besuchte, immer vorausgesetzt, dass alles so stimmt, was uns Regisseur und Drehbuchautor Raymond Ley und seine Ko-Autorin Hannah Ley da näher zu bringen versuchen, im Juni 2012 ihre Oma in Gera. Damit dieses nur wenige …

Schönes Städtchen mit Schattenseiten

Leander Sukovs „Ochsenfurter Rundgang“
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 29. Januar 2016
Leander Sukov

Leander Sukov

Die kurzweilig geschriebene Novelle „Schöne kleine Stadt – Ochsenfurter Rundgang“ von Leander Sukov enthält viel Historisches, wobei die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion mitunter sehr fließend sind. Deshalb ist es ratsam, es dem …

Neue Freiheit in der DDR

„Egon und das achte Weltwunder“ – ein DEFA-Fernsehfilm von 1964
Cristina Fischer
Ausgabe vom 29. Januar 2016
Für das „Wunder“ Christine (dargestellt von Traudl Kulikowsky) verwandelt sich der halbstarke Rowdy Egon (Gunter Schoß) in einen schüchternen Verliebten.

Für das „Wunder“ Christine (dargestellt von Traudl Kulikowsky) verwandelt sich der halbstarke Rowdy Egon (Gunter Schoß) in einen schüchternen Verliebten.

Gute Unterhaltungsfilme für ein jugendliches Publikum waren in der DDR eher selten, obwohl – oder weil? – um dieses Genre von Staats wegen zäh und ernst gerungen wurde. So sah sich zum Beispiel auch der für seine eher …

„Entweder da is‘ wat, oder da is‘ nischt“

Gabriele Senft
Ausgabe vom 22. Januar 2016
1951, Horst Sturm (Foto: Schack)

1951, Horst Sturm (Foto: Schack)

Das war das Motto von Horst Sturm, einem der bedeutendsten Pressefotografen der DDR. Seine Fotografie zeichnet sich aus durch großes persönliches Engagement und durch Liebe zu den Menschen. Inszenierte Fotos lehnte er ab. Damit befand er …

Ein Künstler ohne Lobby

Zum Tod von Karl Herrmann Roehricht
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 22. Januar 2016

Bereits am 27. Dezember 2015 starb der Schriftsteller und Maler Karl Herrmann Roehricht. Am 22. Januar 2016 wird er anonym beigesetzt; so hat er es bestimmt. – Es bleibt den Lebenden ein einmaliges künstlerisches Werk, das aus Romanen, …

Wall-Street-Party-Killer

„The Big Short“ zelebriert die Absurditäten der Subprime-Blase
Klaus Wagner
Ausgabe vom 22. Januar 2016
Misstrauisch belauern sich die Zocker. (Foto: Paramount)

Misstrauisch belauern sich die Zocker. (Foto: Paramount)

Die Sieger der Geschichte feierten ihre größten Triumphe. Der Rote Oktober war niedergerüstet, der ehemals widerständige Teil des Globus wieder der ganz normalen imperialistischen Ausbeutung ausgeliefert. Die Kurse knallten durch die …

Ein Strauß voller Liebe, Leben und Kampf

Neues vom Duo Bonjour/Köhler
Ausgabe vom 15. Januar 2016

„Paris erwacht“ ist der Titel des dritten Bühnenprogramms von Blandine Bonjour und Bernd Köhler. Dieses Mal hat das profilierte deutsch-französische Gesangsduo eine (übrigens brillante) Live-Aufnahme eines Konzertes vom Mai 2015 in …

Amerikatz – oder doch Armenikatz?

Zu Wilhelm Bartschs neuem Roman „Amerikatz“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 15. Januar 2016

Wilhelm Bartsch versucht dem Leser in seinem dritten Roman die Lektüre zu erleichtern, um es ihm anschließend schwer zu machen: Vieles ist unterhaltsam, manche Episoden spannend, gut geschrieben alles. Aber wie Bartsch die Details …

Hipster gibt es nicht

… und wenn doch, dann sind sie gasförmig
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 15. Januar 2016

16 bis 30 Jahre alt, männlich, Vollbart, mit einem Jutebeutel über der Schulter, so wird das Äußere des Hipster meist beschrieben. Mit diesem Erscheinungsbild beginnt auch der „Jugendforscher“ Philipp Ikrath in seinem Buch „Die Hipster – …

Interview

Verfälschung durch Ausblenden