Interview

Fest des Friedens und der Solidarität

Werner Sarbok im Gespräch mit Wera Richter, Uli Abczynski, Klaus Leger
|    Ausgabe vom 6. Juli 2018

Was passiert in Dortmund vom 7. bis 9. September? Und wie steht es um die Vorbereitungen? Die UZ sprach mit den Verantwortlichen der Pressefest-Organisation: Wera Richter ist Leiterin der Pressefestkommission, Uli Abczynski fungiert als Technischer Leiter des Festes und Klaus Leger ist verantwortlich für die Finanzen.

 

UZ: DKP und UZ bewerben ihr Fest als „Fest des Friedens und der Solidarität“. Worin macht sich das deutlich?

Wera Richter: Wir sehen es momentan als Hauptaufgabe an, Widerstand gegen die NATO-Kriege, die massive Kriegshetze gegen Russland und die damit einhergehende Aufrüstung nicht zuletzt der Bundeswehr zu organisieren. In diesem Sinne unterstützen wir die Kampagne der Friedensbewegung „abrüsten statt aufrüsten“. Als DKP wollen wir bis zu unserem Pressefest 30000 Unterschriften sammeln. Wir wollen sie auf unserem Antikriegsmeeting auf dem Pressefest auf der Hauptbühne übergeben (Samstag, 8. September, 17.30 Uhr). Nach dem Meeting mit internationalen Gästen werden Esther Bejarano mit der Microphone Mafia und Konstantin Wecker auftreten.
Solidarität spielt auf unserem Fest an vielen Orten eine Rolle: In der Eissporthalle am Samstag Vormittag bei einer Diskussionsrunde mit Vertretern Kommunistischer Parteien aus Ländern, die Opfer von NATO-Kriegen sind; in der „Perle vom Borsigplatz“, wo sich Flüchtlinge, eingeladen vom Bündnis Dortmund gegen rechts, treffen und mit uns unter dem Motto „Wacht auf, Verdammte dieser Erde“ diskutieren; bei Diskussionsrunden mit Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern; und natürlich in der „Casa Cuba“ mit zahleichen Veranstaltungen in Solidarität mit dem sozialistischen Kuba.

Uli Abczynski: Die Solidarität fängt beim Aufbau des Festes an. Anders könnten wir das gar nicht hinbekommen. Im zentralen Helferbereich mit bis zu 200 Freiwilligen unterstützen wir uns gegenseitig, lernen voneinander, diskutieren solidarisch. Genauso läuft es in den Bezirken. Da zeigt sich besonders, dass das Fest nur als Fest der ganzen Partei durchgeführt werden kann. Mich freut es, dass sich wieder viele Bündnispartner als Helfer angemeldet haben, die nicht unser Parteibuch in der Tasche haben.

UZ: Was sind Höhepunkte im Programm? Was ist neu auf dem Fest?

Klaus Leger: Neu ist unter anderem die Konzeption der Eissporthalle, also unseres Kunst- und Literaturmarktes. Wir möchten die Halle weiter aufwerten und freuen uns sehr, dass Dieter Süverkrüp uns Bilder für eine Ausstellung zur Verfügung stellt und auch selbst kommen wird. Damit wird die Ausstellung, an der wieder zahlreiche Künstlerinnen und Künstler teilnehmen, sehr gut ergänzt.
Auch die UZ-Redaktion und das Café K ziehen in die Halle. Die UZ-Redaktion wird sich und ihre Autoren auf einer eigenen kleinen Bühne, der UZ-Tribüne, im unteren Teil der Halle präsentieren. Oben in der Halle feiern wir mit den Grenzgängern, Gina Pietsch, dem Weber-Herzog-Musiktheater und Quijote vor allem den 200. Geburtstag von Karl Marx. Dort wird auch Erich Schaffner auftreten.

Wera Richter: Ein Höhepunkt und zugleich neu ist das Ska-Konzert am Freitagabend mit The Boom und The Busters. The Busters sind schon eine Größe im deutschen Ska-Bereich. Da hoffe ich natürlich auch auf viele Gäste aus Dortmund und Umgebung.
Wichtig sind in meinen Augen auch zahlreiche Vernetzungstreffen von Aktiven, zum Beispiel bei Branchentreffen von Beschäftigten im Gesundheitswesen, von Metallern, von Betriebszeitungsredaktionen oder ein Treffen zur Arbeit örtlicher Friedensinitiativen.

Uli Abczynski: Nicht ganz neu, aber schön ist, dass die Kindereisenbahn endlich wieder über das Pressefestgelände fahren wird. Überhaupt gibt es ein gutes Programm auf unserem Kinderfest, das die Besucher gleich am Eingang des Festes begrüßen wird. Es kommt zum Beispiel Pit Budde mit Klaribundi, die Weltmusik für Kinder machen.
Zum Neuen gehört natürlich, dass wir unser Fest erst im September machen. Das bringt die Gefahr mit sich, dass es etwas kühler und abends früher dunkel wird. Wenn es dafür dieses Mal trocken bleibt, nehmen wir das gerne in Kauf.

UZ: Neu sind aber auch eine Reihe von Auflagen der Stadt, oder?

Uli Abczynski: Ja, das ist weniger schön, aber verständlich. Im Dortmunder Revierpark Wischlingen haben in den letzten Jahren immer mehr Großveranstaltungen stattgefunden, was nicht immer im Einklang mit der Nachbarschaft stand. Die Veranstaltungen sind nun zahlenmäßig eingeschränkt worden und haben strengere Auflagen bekommen. Für uns heißt das leider, dass wir nach 22 Uhr keine verstärkte Musik mehr machen dürfen. Das ist natürlich schade, aber wir können auch die Anwohner verstehen. Wir werden uns sehr streng an die Auflagen halten, auch den Revierpark und die Stadt zu unterstützen, die uns bei den UZ-Pressefesten immer sehr geholfen haben.

Wera Richter: Eine solche Auflage ist auch die Verkehrslenkung. Es wird dieses Mal keine Parkplätze vor dem Festgelände geben, sondern nur hinter dem Gelände am Wischlinger Weg. Dort wird es eng. Wir bitten deshalb alle Pressefestbesucherinnen und -besucher, möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Verkehrsanbindung mit S-Bahn und Bus ist sehr gut. Wir versuchen, einen ­Shuttle-Service zu organisieren und werden auch noch Park-and-Ride-Plätze veröffentlichen.
UZ: Jetzt rast die Zeit bis zum Pressefest. Seid ihr schon sehr nervös? Was drückt jetzt noch am meisten?

Klaus Leger: Es ist nicht ganz einfach, ein Fest dieser Größenordnung ohne Eintrittsgelder auf die Beine zu stellen. Damit alle mitfeiern können, möchten wir aber daran festhalten und freuen uns über die erneute große Spendenbereitschaft, durch die das Fest erst ermöglicht wird. Noch nicht zufrieden sind wir mit dem Verkauf der Soli-Buttons für 5 und 10 Euro. Wenn wir mit den Buttons Freundinnen und Freunde ansprechen, geht es doch zugleich darum, sie zu unserem Fest einzuladen, sie mitzunehmen nach Dortmund. Da muss noch was passieren und das wird in der Sommerzeit natürlich nicht einfacher.
Sehr positiv sind die Rückmeldungen von Bündnispartnern. Mehr Organisationen aus dem In- und Ausland als auf dem letzten Pressefest haben ihre Teilnahme am Fest mit Infoständen angemeldet. Zelte mit eigenem Programm wird es erneut von der „jungen Welt“, „Melodie & Rhythmus“ und von der Partei „Die Linke“ geben. Mitte Juli wird die zweite Pressefestzeitung mit weiteren spannenden Informationen zum Programm veröffentlicht und auch der UZ beigelegt.

Wera Richter: Wir haben ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Nun geht es um die Abstimmung mit den Künstlerinnen und Künstlern, Referenten, Gästen und natürlich unseren Bezirken und Bündnispartnern. Da ist noch eine Menge zu tun, damit das Programm am Ende rund ist, wir uns auf den unterschiedlichen Bühnen und Podien nicht zu sehr behindern und nicht mehrfach das gleiche Thema zur Diskussion aufrufen – möglichst noch zur gleichen Zeit.

Uli Abczynski: Auch die Rückmeldungen von unseren Auf- und Abbauhelfern sind gut. Leider gibt es auch Hiobsbotschaften wie von unserem Staplerfahrer Semmy aus Wülfrath, der dieses Jahr nicht dabei sein kann. Weiter gute Besserung von hier aus!
Wir sind dabei, Engpässe, die wir jetzt schon erkennen können, zu beheben. Aber es gibt auch noch Lücken im Team der Ärzte und Sanitäter oder der Tontechniker beispielsweise. Wir brauchen auch noch Genossinnen und Genossen, die während des Festes helfen, die Verkehrslenkung und die Parkraumbewirtschaftung zu organisieren. Wera hat etwas zur Notwendigkeit gesagt, aber das muss ja auch organisiert werden.

Wera Richter: Kurz gesagt, unsere Nervosität sinkt, wenn sich weitere Helferinnen und Helfer – auch für das Fest selbst – anmelden, die Anzahl der verkauften Soli-Buttons in die Höhe schießt und wir jetzt mit den Bezirken solidarisch und zügig, aber auch mit der nötigen Sorgfalt die Programmabläufe abstimmen.




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Leserbrief zu Artikel »Fest des Friedens und der Solidarität«, UZ vom 6. Juli 2018





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