Und nicht vergessen …

Wera Richter über das 20. UZ-Pressefest
|    Ausgabe vom 20. Juli 2018

Wera Richter ist stellvertretende Vorsitzende der DKP

Wera Richter ist stellvertretende Vorsitzende der DKP

Das 20. UZ-Pressefest (7. – 9. September) rückt immer näher. Morgen wieder Ortstermin mit Uli Abc im Dortmunder Revierpark. In unseren Köpfen verdichten sich die Fragen, manchmal kommen sie jetzt auch nachts um die Ecke. Sind die Bauzäune bestellt, wer nimmt die Verkehrslenkung in die Hand und wer die Organisation des Spülmobils 2? Was kostet am Ende die Bratwurst und wie kriegen wir die Gäste trockenen Fußes zur Hauptbühne und in die Zelte, sollte es entgegen aller Beschlusslagen doch Regen geben? Im Hinterkopf beginnt die Arbeit am 32-seitigen Programmheft und mittendrin wird mir bewusst: Ich bin mit der Kolumne dran. Weia.
Was liegt da näher, als Lust auf dieses große Fest zu machen? Zum Beispiel mit der Information über die Anmeldung von sieben Radsportfreunden der Kommunistischen Partei Großbritanniens. Vor einem Jahr haben wir die Genossen von „Pedal4Progress“, auf ihrer Friedenstour von Prag kommend, in Berlin begrüßt. Von der Idee, mit dem Rad zum UZ-Pressefest zu kommen, waren sie gleich begeistert. Sie starten am 5. September in Wakefield in West Yorkshire, setzen mit der Fähre nach Rotterdam über, weiter geht es über Nijmegen nach Wesel. Am 7. September führt die Tour von dort über Schermbeck, Dorsten und Herne nach Bochum, mit einem Abstecher ins Bergbaumuseum, und weiter nach Dortmund. Die Genossen freuen sich sehr über Begleitung (Kontakt: pv@dkp.de)!
Wir wiederum freuen uns, die Sportler am Samstag, den 8. September, beim Internationalen Antikriegsmeeting auf der Hauptbühne begrüßen zu können. Von dort soll mit Berichten von Antikriegsaktionen, Reden und Liedern ein klares Signal ausgehen: „abrüsten statt aufrüsten“.
Auch Egon Krenz, bis zur Konterrevolution Generalsekretär der SED und Staatsratsvorsitzender der DDR, wird dort sprechen. Er war unsicher, ob er uns damit einen Gefallen tut. Ja, das tut er, weil es wichtig für die Zukunft ist, an ein Land zu erinnern, in dem Friedenspolitik Staatsräson war – an ein sozialistisches Land.
„Glaubst du die Russen wollen Krieg?“ ist nicht nur ein Lied, das Gina Pietsch auf dem Antikriegsmeeting vortragen wird, sondern auch die Fragestellung einer der zentralen Diskussionsrunden des UZ-Pressefestes. Eine zweite steht unter dem Motto „Naher Osten im Fadenkreuz“ und lässt VertreterInnen Kommunistischer Parteien aus der Region zu Wort kommen. Beide Runden finden in der Eishalle statt, die ab sofort nur noch Kunst-und-Kultur-Halle heißt. Aus gutem Grund. Die Grenzgänger, das Weber-Herzog-Musiktheater, Gina und Frauke Pietsch, Quijote, Rolf Becker und Dietmar Dath feiern dort mit uns 200 Jahre Karl Marx. Erich Schaffner erinnert an die Lehren der Novemberrevolution und Dieter Süverkrüp stellt neben weiteren bildenden Künstlern seine Werke aus.
Aber zurück zu den zentralen Diskussionsrunden. Neben der Friedenspolitik drehen sie sich um gewerkschaftliche Kämpfe und Auseinandersetzungen, um die Personalbemessung an Kliniken und Arbeitszeitverkürzung. Treffen gibt es von Beschäftigten im Gesundheits- und im Bildungs- und Erziehungswesen, von Metallern, MacherInnen von Betriebszeitungen und von Aktiven in der Erwerbslosenarbeit.
Ich könnte noch eine Weile so fortfahren mit Informationen aus den Programmen der Bezirksorganisationen der DKP, den Zelten von „junge Welt“ und „Melodie & Rhythmus“, dem DDR-Kabinett oder der Partei Die Linke. Aber ein bisschen Spannung soll ja bleiben.
Daher an dieser Stelle noch meine drei Favoriten: Freitag abend „The Busters“ auf der Hauptbühne, Oldschool-Ska vom Feinsten; Samstag zum Einstieg „Schätzen Sie mal! – Die Friedensquiz-Show“ auf dem Leninplatz, bei der ich zuletzt bei der Frage „Wie viele Liter Havanna Club kriegst du für einen Leopard II?“ die Segel streichen musste. Und am Nachmittag „Wacht auf Verdammte dieser Erde" in der Perle vom Borsigplatz – siehe Seite 16.
In diesem Sinne, habt einen schönen Sommer, freut euch auf ein großes Fest und vergesst nicht Kampf- und Weggefährten, Familien, Nachbarn und Freunde dafür zu gewinnen!


  Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (redaktion@unsere-zeit.de):

Leserbrief zu Artikel »Und nicht vergessen …«, UZ vom 20. Juli 2018





Wir bitten darum, uns kurze Leserzuschriften zuzusenden. Sie sollten unter der Länge von 1800 Zeichen bleiben. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen und kann nicht versprechen, dass jeder Leserbrief beantwortet oder veröffentlicht wird. Anonyme Leserzuschriften werden in der Regel nicht veröffentlicht.