Linksblinker an?

Von Gunnar R. Vogel, per E-Mail
|    Ausgabe vom 14. September 2018

Es ist leider nicht anzunehmen, dass diese SPD diese Gesetze jemals zurücknehmen wird. Eher lässt die gegenwärtige Parteiführung den Laden wie eine Fliege gegen die Wand klatschen. Diese Politik steht in genau der gleichen üblen Tradition, in der die Politik der Spezialdemokrötie seit jenen August 1914 steht, als sie sich für die Seite des Kapitals entschied. Und da steht sie heute immer noch. Der sehr spezielle Asozialdemokröt Schröder war zwischenzeitlich der Meinung, wenn man schon nach jeder Wahl brutalstmöglich rechts abbiege, könne man sich schließlich auch das pseudosoziale Geschwätz davor (auch als „links blinken“ bekannt), sparen. Zumal, wie auch der sehr spezielle Asozialdemokröt Münte klarstellen musste, es sei eine Schweinerei, nach der Wahl an dem Geschwätz davor gemessen zu werden. Also: Nix als Ärger mit der Blinkerei.
Am entspanntesten sah es wohl der böse alte Mann, der im Parlamentarischen Rat einen Kollegen, selbiger 55-jährig, anfuhr: „Junger Mann, sie müssen lernen, die Menschen zu verachten!“ Wer es war? Klar: Adenauer. Der brachte es auf den Punkt: „Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern?“ Wenn die Wahlergebnisse der Spezialdemokrötie heute immer unterirdischer werden und sich rasant der 10-Prozent-Marke nähern (z. B. in Sachsen), dann ist die Ursache in exakt dieser Politik zu finden, die der heutige Bundespräses einst so eloquent und unter Tränen vor seinen Chefs von BDI und BDA verteidigte.
Helfen tut da auch nicht mehr, dass man sich zwischenzeitlich dafür entschieden hat, aus wahltaktischen Gründen den Blinker gelegentlich wieder anzustellen.


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