Mit Hammer und Sichel

Im Donbass sind Sport und Politik nah beieinander
Von Stanislaw Retinskij, DVR
|    Ausgabe vom 12. Oktober 2018

Futsal ist im Club „Avantgarde“ eine hochpolitische Angelegenheit.

Futsal ist im Club „Avantgarde“ eine hochpolitische Angelegenheit.

( Stanislaw Retinskij)

Ohne zu übertreiben kann man sagen, dass 2018 im Sportleben der Donezker Volksrepublik eine neue Etappe begonnen hat. Zum ersten Mal nimmt die Mannschaft der Kommunistischen Partei der DVR „Avantgarde“ an der Futsal-Meisterschaft teil. Schon der Name des Clubs zeugt davon, dass seine Spieler nur auf die Erringung von Goldmedaillen eingestimmt sind. Und tatsächlich, „Avantgarde“ führte während der gesamten Donezker Futsal-Meisterschaft in der dritten Liga, wurde Ende September Meister und steigt in die zweite Liga auf. Aber die Hauptsache ist, dass die Donezker Sportler zeigen wollen, dass sie die Ideen des Kommunismus unterstützen.
„Wir wollen zeigen, dass Sport und Politik nah beieinander sind. Unsere Fußballer teilten und teilen die Ideen der Donezker Volksrepublik. Bei der Futsal-Meisterschaft wollen sie ausdrücklich die Kommunistische Partei der DVR vertreten“, so der erste Sekretär des ZK der KP der DVR Boris Litwinow.
In der KP der DVR wird erzählt, dass die Gründung des Futsal-Clubs durch das Beispiel der russischen Genossen angeregt wurde. Die Donezker Fußballer kennen die Erfolge des Futsal-Clubs der KPRF sehr gut und verfolgen dessen Spiele aufmerksam. Die Spieler von „Avantgarde“ haben den Wunsch, sich irgendwann einmal mit den russischen Sportlern zu einem Freundschaftsspiel zu treffen.
Der Futsal-Club „Avantgarde“ wurde Anfang 2018 gegründet. Zurzeit spielen 17 Spieler zwischen 24 und 33 Jahren in der Mannschaft, Kapitän und Trainer ist Oleg Tschistjakow. In absehbarer Zukunft will die KP der DVR auch Basketball- und Kampfsportmannschaften gründen.
Die Initiative zur Gründung eines Futsal-Clubs kam vom Bezirkskomitee der KP der DVR im Woroschilowskij-Bezirk von Donezk. Der erste Sekretär des Bezirkskomitees Sergej Semitschastnyj erzählt, dass die Kommunisten die Spieler mit Trikots versorgt haben und alle Ausgaben für das Training und die Spiele tragen. Alle Spieler kommen aus der Arbeiterklasse und spielen als Amateure in ihrer Freizeit Fußball. Sie trainieren einmal wöchentlich, dienstags, in Donezk. An jedem Wochenende ist ein Spiel.
Für die Donezker Sportler ist es bereits gute Tradition, vor einem Spiel das Andenken ihrer heldenhaften Vorgänger zu ehren. So haben die Kommunisten am 24. Juni, als „Avantgarde“ gegen die Mannschaft „Sturm“ spielte, ihr Spiel den Fußballern und Zuschauern der „unterbrochenen Meisterschaft der UdSSR“ gewidmet. Vor Beginn des Spiels sprach Boris Litwinow zu den Sportlern und Zuschauern und erinnerte daran, dass am 24. Juni 1941 in Stalino (Donezk) das letzte Spiel der Fußballmeisterschaft der UdSSR jener Saison stattfand. An diesem Tag spielten „Stachanowez“ aus Stalino und „Traktor“ aus Stalingrad.
Am 12. August widmeten die Fußballer von „Avantgarde“ das Spiel gegen „Spartak-Junior“ den Sportlern des Kiewer „Dynamo“, die am 9. August 1942 nach dem „Todesspiel“ von Faschisten erschossen wurden. Vor Beginn des Spiels spannten sie ein Fahne des Sieges auf. Mit der Ehrung der furchtlosen Spieler von „Dynamo“ in der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges wollten die Spieler von „Avantgarde“ die Öffentlichkeit auf die offen faschistischen Tendenzen sowohl im Fußball- als auch im Alltagsleben der heutigen Ukraine hinweisen. Ein weiteres Mal zeigten die Donezker Sportler die Fahne des Sieges am 9. September aus Anlass des 75. Jahrestags der Befreiung des Donbass von den faschistischen deutschen Besatzern.
Heute setzen weder der Donezker Club „Schachtjor“, der auf dem von der Ukraine kontrollierten Territorium spielt, noch der Kiewer Club „Dynamo“ die Tradition des sowjetischen Fußball fort. Die Fanclubs dieser Mannschaften sind Bastionen ukrainischer Faschisten. Bereits im letzten Jahr sind den Inspektoren der UEFA während eines Spiels dieser beiden Vereine eine große Zahl von Hakenkreuzen auf den Tribünen, ein Nazi-Flashmob usw. aufgefallen.
Die Geschichte des sowjetischen Fußballs wird heute in Donezk geehrt, besonders von den Spielern, die im Futsal-Club „Avantgarde“ vereint sind.


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Leserbrief zu Artikel »Mit Hammer und Sichel«, UZ vom 12. Oktober 2018





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