DRGs sind Gift

„Der marktgerechte Patient“ ist ein Film für Aktivisten
Von UZ
|    Ausgabe vom 9. November 2018

Der marktgerechte Patient
Ein „Film von unten“ von Leslie Franke & Herdolor Lorenz
Deutschland 2018, 82 Minuten

Der Film „Der marktgerechte Patient“, der an diesem Wochenende Premiere hat, nimmt die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sogenannte Fallpauschalen (englisch: DRGs – Diagnosis Related Groups) –  ins Visier. Nach ihr hat jede diagnostizierbare Krankheit einen fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten den Patienten schnell abfertigt, macht Gewinn; wer sich auf die Patienten einlässt, macht Verluste.
Die Einführung der Fallpauschalen war der entscheidende Schritt zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser. Die Frage ist nicht mehr: Was braucht der Patient?
Viele Ärztinnen und Pflegerinnen können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden. „Wären die DRGs ein Medikament, so müsste man sie mit sofortiger Wirkung vom Markt nehmen. Alle versprochenen Wirkungen sind ausgeblieben, und alle Nebenwirkungen sind eingetreten“, resümiert der Berliner Ärztekammerpräsident Dr. Günther Jonitz.
Leslie Franke und Herdolor Lorenz („Wer rettet Wen?“, 2015; „What Makes Money“, 2011) haben sich mit Medizinern, Pflegepersonal und Patienten getroffen, mit Krankenhausmanagern und Gesundheitsaktivisten. Mit dem Film wollen sie die Diskussion über die Ausrichtung der Gesundheit am Profit vorantreiben, entsprechende Volksbegehren unterstützen und Bündnisse initiieren.
Ab dem 8. November wird „Der marktgerechte Patient“ in über 100 Kinos und anderen Spielstätten gezeigt. Alle Termine und Orte unter: www.der-marktgerechte-patient.org.



Der marktgerechte Patient
Ein „Film von unten“ von Leslie Franke & Herdolor Lorenz
Deutschland 2018, 82 Minuten


  Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe@unsere-zeit.de):

Leserbrief zu Artikel »DRGs sind Gift«, UZ vom 9. November 2018





Wir bitten darum, uns kurze Leserzuschriften zuzusenden. Sie sollten unter der Länge von 1800 Zeichen bleiben. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen und kann nicht versprechen, dass jeder Leserbrief beantwortet oder veröffentlicht wird. Anonyme Leserzuschriften werden in der Regel nicht veröffentlicht.