Der rote Kanal

|    Ausgabe vom 7. Dezember 2018

Keine Ursache
„Ein Herz für Kinder“ ist die erfolgreichste Spendensendung im deutschen Fernsehen – eine ganz große Show. Im vergangenen Jahr wurden rund 17,6 Millionen Euro gespendet. Auch Menschen, die selbst nicht viel haben, helfen sind dieses Mal wieder gefordert – schließlich gibt es viel Elend auf der Welt. Von den Ursachen kann leider nichts berichtet werden, aber es gibt genügend Geschichten, um vor Weihnachten kräftig auf die Tränendrüse zu drücken. Und auch Reiche und Prominente beteiligen sich natürlich … schließlich lässt sich jede Spende von der Steuer absetzen. Und wer zahlt schon gerne Steuern für Alleinerziehende im Hartz-IV-Bezug, wenn er hier direkt armen Kindern helfen kann? Jeder Cent kommt an … versprochen.
Sa., 8.12., 20:15 Uhr, ZDF

Änne Burda
So erzählen bürgerliche Medien das deutsche Wirtschaftswunder und so ganz nebenbei, wie der Spruch bei Loriot „ich will was Eigenes haben“ sich wie ein Märchen gestaltete. Reich geheiratet, will auch Änne Burda nicht nur die Frau an der Seite eines erfolgreichen Mannes sein, sondern gründet, natürlich mit „eisernem Willen“ und gegen diverse Widerstände ihr eigenes Medienimperium.
So., 8.12., 20.15 Uhr, one

On Her Shoulders
Eine amerikanische Dokumentation über junge Jesidinnen, die im August 2014 von Truppen der Terrorbande des IS verschleppt wurden.  Der knapp 20jährigen Nadia Murad gelang die Flucht, sie tritt seitdem engagiert für die Anerkennung des Völkermords an den Jesiden ein. In diesem Jahr erhält sie den Friedensnobelpreis. Leider unterschlägt der Film die Ursachen und die maßgebliche Unterstützung imperialistischer Mächte an den Zuständen, er bleibt an der Oberfläche von Empörung und der Empathie für das jesidische Volk.
So., 8.12., 22.20 Uhr, arte


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Leserbrief zu Artikel »Der rote Kanal«, UZ vom 7. Dezember 2018





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