Zukunftsdialog des DGB

Gewerkschaft startet zentrales Projekt für die nächsten vier Jahre
Von Manfred Dietenberger
|    Ausgabe vom 7. Dezember 2018

Anfang November fand die Auftaktveranstaltung zum recht ambitionierten Zukunftsdialog-Projekt des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) mit mehreren hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den DGB-Mitgliedsgewerkschaften, den DGB-Regionen, Kreis- und Stadtverbänden sowie dem Geschäftsführenden Bundesvorstand in Berlin statt. „Der Zukunftsdialog ist das zentrale Projekt für den DGB in den nächsten vier Jahren“, so der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. Der Dialog mit den Menschen vor Ort sei dabei kein Selbstzweck: In weiteren Schritten werden DGB und Einzel-Gewerkschaften aus den Ergebnissen des Dialogs konkrete Ideen und Projekte für die Zukunft Deutschlands und Europas entwickeln.
Die Gewerkschaften seien und blieben gesellschaftspolitische Akteure – und echte Mitmach-Organisationen. „Wir haben allen Grund deutlich zu machen, wofür Gewerkschaften stehen. Denn, so selbstbewusst sollten wir sein: Dieses Land würde ohne Gewerkschaften anders aussehen“, so Hoffmann. „Wir sind die Experten dafür, die Arbeit der Zukunft zu gestalten. Und wir sind die Experten dafür, die Lebensbedingungen vor Ort sozialer und gerechter zu machen.“ Die Rechtspopulisten in Deutschland und Europa hingegen hätten „keine Antworten, sondern nur Irrwege zu bieten – das werden wir landauf, landab deutlich machen“.
Die Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin zeigt, der DGB will im Rahmen des Zukunftsdialogs in der Diskussion mit den arbeitenden Menschen vor Ort Themen finden, Themen verdichten und konkrete Lösungen suchen. Die Themenpalette reichte auf der Veranstaltung von neuen Arbeitszeitmodellen über Wohnen, Rente und Bildungspolitik bis hin zu einer „Offensive für ein soziales Europa“. Ziel der Kampagne? „Wir wollen mit dem Zukunftsdialog spürbar und erfahrbar werden vor Ort“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. Die Kampagne umsetzen sollen die bundesweit 350 ehrenamtlichen Kreis- und Stadtverbände des DGB, die in den vergangenen acht Jahren seit ihrer Existenz „richtig gute, arbeitsfähige Strukturen etabliert“ hätten, so Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende. Die Kreis- und Stadtverbände werden beim DGB-Zukunftsdialog zum Ort der Debatte werden und den Dialog in die Fläche tragen.
In den kommenden vier Jahr werden in ganz Deutschland auf hunderten Veranstaltungen Ideen und Impulse der Menschen vor Ort gesammelt. Zusätzlich können sich Bürgerinnen und Bürger auf einer Dialog-Plattform online am DGB-Zukunftsdialog beteiligen. DGB-Vorstandsmitglied Körzell sicherte zu, dass die Kreis- und Stadtverbände die Unterstützung bekommen werden, die sie für ihre zentrale Rolle in diesem Prozess brauchen. Hoffentlich gilt diese Zusage auch für die dazu notwendigen materiellen Mittel. Dann könnte der Zukunftsdialog des DGB tatsächlich zu einem öffentlichen Ort für die Diskussion über gesellschaftliche Alternativen zum Kapitalismus werden. Dies ist auch eine Chance, Gewerkschaften wieder zu politisieren und als gesellschaftliche Gegenmacht in Stellung zu bringen.


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