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DKP-Jahresauftaktveranstaltung

Der Kommunismus kann mehr als nur überleben

Von Dietmar Dath
|    Ausgabe vom 18. Januar 2019

Dietmar Dath

Dietmar Dath

( Tom Brenner)

Ich mache es kurz, Ich habe keinen Zettel nötig dafür. Ich möchte sagen, warum ich ein Freund der DKP bin. Ich habe in den Achtzigerjahren angefangen, mich für Politik zu interessieren. Politik interessiert sich für alle, aber nicht alle interessieren sich für Politik. Das ist oft ein Fehler, sich dafür nicht zurückzuinteressieren. Und was ich seitdem erlebt habe, waren Sachen wie: Es gibt einen phantastischen DKP-Genossen in Freiburg, der gibt seit Jahren immer dann, wenn der linksliberale anarchistische sponti-linksradikale Radiosender dort ein Interview haben will, über Betriebsarbeit, über die Geschichte des Faschismus, über Gladio, über solche Sachen, bereitwilligst Interviews. Der teilt mit denen ein Wissen, das man nur in politischer Arbeit gewinnen kann. Und dieses Jahr geht er da hin, in dieses Büro von diesen Quatschköpfen, und sagt: Könnt ihr eine Unterschrift machen, dass die DKP kandidieren kann? Ha, schwierig, meine Daten …, ja? Zähestes Zeug. Und der Typ gibt nicht auf und der macht diese Arbeit. Und ich fühlte mich erinnert – die eine oder der andere wird wissen, von wem ich rede – an einen deutschen Kommunisten vor so ungefähr hundert Jahren, der auf einer Veranstaltung sprechen sollte, wo sehr viele von der SPD verhetzte Arbeiter waren, und die haben ihn niedergebrüllt. Da hat er gewartet, bis sie sich ausgebrüllt hatten, und hat wieder gesagt: Ich rede nicht nur zu euch, ich rede für euch und wir reden hier miteinander. Da haben sie wieder gebrüllt. Und wieder und wieder und am Ende haben sie ihn reden lassen. Und das ist ein Teil der politischen Arbeit, die hier hundert Jahre geht.
Und wenn ich mir die Klassensolidarität der Bourgeoisie angucke, zum Beispiel in Amerika, wo ich ab und zu bin, dann heißt es dort: Wir sind stolz auf unsere Verfassung, wir sind stolz auf unsere Institutionen, wir sind stolz auf unsere politische Wirklichkeit. Und Linksliberale sagen dann: Diese Organisationsformen haben Nixon überlebt, haben Reagan überlebt, haben Bush jr. überlebt, überleben vielleicht Trump. Und Rechtsautoritäre sagen: Diese Organisationsformen haben Theodore Roosevelt überlebt, den New Deal überlebt, haben Obama überlebt. Dieses ganze Zeug ist gar nichts verglichen damit, was der organisierte deutsche Kommunismus überlebt hat. Er kann mehr als so was zu überleben. Aber dass er das kann, ist die erste von wahrscheinlich mehreren guten Nachrichten heute Abend.


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