Liebe Leserinnen!

|    Ausgabe vom 8. März 2019

( Grafik: Wolfgang Freitag)

Heute gehen wir wieder Nelken verteilen. In der Fußgängerzone. Wie jedes Jahr. Dort werben die Läden mit Sonderangeboten zum „Weltfrauentag“ und in den Medien werden redegewandte Frauen rauf und runter befragt, wie denn die Situation ist und ob‘s vielleicht noch irgendwo ein bisschen hakt mit der Gleichberechtigung. In Berlin ist der 8. März sogar Feiertag geworden (nur die Katholische Kirche moppert) – was wollen wir mehr? Auch wenn nicht so genau klar ist, was da gefeiert werden soll – eine Art Muttertag der „aufgeklärten Zivilgesellschaft“? An dem wir Dank sagen, Dank den Frauen und den Damen für ihre Selbstlosigkeit, mit der sie tun, was Frauen eben so tun: nämlich nach dem tradierten Rollenbild ohne oder bei schlechter Bezahlung dort Hand anzulegen, wo die kapitalistische Ordnung versagt?
Aber es ist etwas anders an diesem (so heißt er richtig) Internationalen Frauentag 2019: Es waren überwiegend Frauen, die in den Monaten seit dem letzten Sommer gegen berufliche Benachteiligung und viel zu niedrige Bezahlung in Pflegeberufen auf der Straße waren. Und sie haben Erfolge erkämpft, die noch nicht ausreichen. Aber der Kampf geht ja weiter.
Und weil sich etwas bewegt hat, verteilen wir die roten Nelken und unsere Flugblätter heute, am 8. März, mit dem Optimismus, dass am Beispiel der Krankenschwestern und Altenpflegerinnen auch die Verkäuferinnen, die Friseurinnen, die Sachbearbeiterinnen und auch die erwerbslosen Frauen und Mütter und die mit den Armutsrenten in Bewegung kommen – und selbstverständlich alle, die ins Abseits gedrängt und untergebuttert werden in dieser historisch überlebten Gesellschaftsordnung.
Deshalb wünschen wir den Frauen auch nicht Glück an diesem Tag, sondern Erfolge in ihren Kämpfen. Wir sind dabei – denn Frauenrecht ist Menschenrecht.

Redaktion, CommPress-Verlag
und Parteivorstand der DKP


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