Streiks im Einzelhandel

Gegen Tarifflucht und Lohnverluste
Von Werner Sarbok
|    Ausgabe vom 7. Juni 2019

ausende Kolleginnen und Kollegen aus dem Einzelhandel beteiligten sich in der vergangenen Woche in verschiedenen Bundesländern an Warnstreiks. Mit den Streiks soll ein Reallohnverlust und eine weitere Tarifflucht von der Kapitalseite abgewehrt werden. Betroffen sind 487 000 sozialversicherungspflichtig und 205 000 geringfügig Beschäftigte. In NRW hatte ver.di nach einer zentralen Streikversammlung in Düsseldorf am vergangenen Mittwoch Beschäftigte aus über 50 Betrieben des Einzelhandels erneut dazu aufgerufen, am Freitag und Samstag vergangener Woche die Arbeit niederzulegen. Die Tarifverhandlungen werden am 6. Juni in dritter Runde in Düsseldorf fortgesetzt.
In Baden-Württemberg wurde das Arbeitgeberangebot von ver.di in der letzten Verhandlungsrunde als viel zu niedrig zurückgewiesen. In der laufenden Tarifrunde verhandeln ver.di und der Handelsverband über Erhöhungen der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen für rund 490 000 Einzelhandelsbeschäftigte. Dort findet die nächste, dritte Verhandlungsrunde am 12. Juni statt.


Das fordert die Gewerkschaft in Baden-Württemberg:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent, mindestens 163 Euro
  • Anhebung der Ausbildungsvergütungen um monatlich 100 Euro
  • Tarifliches Mindesteinkommen von 2 100 Euro
  • Vereinbarung einer Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder in Höhe von einem Prozent des individuellen jährlichen Bruttoentgeltes
  • Laufzeit: 12 Monate
  • Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit


Das Angebot der Bosse:

  • 1,5 Prozent ab 1. April 2019
  • weitere 1,0 Prozent ab 1. April 2020
  • entsprechende Anhebungen für Auszubildende
  • Laufzeit: 24 Monate

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