Der rote Kanal

|    Ausgabe vom 21. Juni 2019

Mahana – eine Maori-Saga
Ein Drama aus einer Welt, von der man hierzulande nicht viel weiß: Im Neuseeland der 1960er Jahre konkurrieren zwei Maori-Clans um Schafschur-Aufträge von weißen Farmern. Der 14-jährige Simeon aus dem Mahana-Clan lehnt sich gegen seinen strengen Großvater auf und kommt hinter das Geheimnis der Feindschaft mit dem Clan der Poata. Spannend, bildstark und wuchtig.
Fr., 21. 6., 20.15 Uhr, Arte

A Long Way Home
Wie ist China? Anders. Und also falsch. 30 Jahre nach den Ereignissen auf dem Pekinger „Platz des Himmlischen Friedens“ ist der Bedarf an antichinesischer Propaganda noch größer als damals. Die erfolgreiche Politik der chinesischen Führung hat das Riesenland aus Armut und Elend gerissen – und damit weg von dem Platz, den eurozentristische „politische Beobachter“ den aufstrebenden Staaten zuweisen. Als Kronzeugen für die angeblich zerstörerischen politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen in der „Diktatur“ dienen willfährige Künstler aller Disziplinen, die ihr Handwerk im Westen erlernt haben und Waren für den Kunstmarkt des Westens produzieren, ohne Erdung in der chinesischen Tradition und in der Bevölkerung. Interessant ist sicher die Technik, wie dem europäischen Betrachter ein bestimmtes Bild vom heutigen China vermittelt wird – ebenso wie es für Chinesinnen und Chinesen immer wieder amüsant ist, wenn ihnen ältere weiße Herren ihr Land erklären.
Sa., 22. 6., 21.45 Uhr, 3Sat

Sterben für Anfänger
Ungern veröffentlichen wir an dieser Stelle Hinweise auf Kommerzsender, aber diese tiefschwarze Komödie ist einfach schön geschmacklos. Frank Oz (Regie) zeigt uns die Beerdigungsfeierlichkeit für einen Patriarchen, die von Peinlichkeiten strotzt und sich noch auf dem Weg nach Absurdistan verläuft. Unser Tipp: Aufnehmen und irgendwann gucken, dann kann man die Werbung überspringen.
Mi., 26. 6., 20.15 Uhr, Tele5

Mordwasser
Weil die Klasse der Produktionsmittelbesitzer tendenziell kriminell ist, spielen viele Fernsehkrimis in diesen Kreisen. Das freut den/die Bolschewiken/in. In diesem Krimi (oder ist es eine Komödie?) aus der Reihe „Die Toten von Salzburg“ wurde das Opfer, Sohn eines Großinvestors, regelrecht gekocht. Der gehandicapte Major Palfinger – er sitzt im Rollstuhl – muss den Fall aufklären, dabei aber zu seinem Missfallen auf Unterstützung der bayrischen Polizei zurückgreifen. Es ist die übliche Mischung von Österreich-Krimis aus Wortwitz, Tolpatschigkeit, Kompetenzmangel und Hang zu niederschwelliger Korruptheit der Handlungsträger, aber noch ist das amüsant und nicht überreizt.
Mi., 26.6., 20.15 Uhr, ZDF

Ich werde nicht schweigen
Der Titel weist auf Schmonzette hin, es geht aber um ein bedrückendes Thema. Eine Kriegswitwe ist dringend auf ihre Rente angewiesen, um ihre Kinder zu ernähren. Weil sie ihren Anspruch auf dem Amt vehement vorträgt, landet sie als „Querulantin“ in der Heilanstalt Wehnen und, wieder entlassen, unter der Vormundschaft eines früheren SS-Manns. Ohne dessen Wissen kämpft sie um ihre Rehabilitierung und stößt dabei auf Hinweise auf ein monströses Naziverbrechen: 1 500 Patienten wurden in dieser Anstalt – der heutigen Karl-Jaspers-Klinik – ermordet oder dem Hungertod preisgegeben.
Do., 27.6., 20.15 Uhr, Arte


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Leserbrief zu Artikel »Der rote Kanal«, UZ vom 21. Juni 2019





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