Der INF-Vertrag ist tot

Von UZ
|    Ausgabe vom 12. Juli 2019

Der 1987 abgeschlossene INF-Vertrag verpflichtete die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion zur Vernichtung sämtlicher landgestützter nuklearer Mittelstreckenraketen und untersagte ihnen die erneute Beschaffung des Waffentyps. Nun droht ein weiterer nuklearer Rüstungswettlauf in Europa. Das Ziel der USA ist es, von der nuklearen Abschreckung zur Einsatzfähigkeit zu kommen.
Dazu dienen zum Beispiel die NATO-Manöver in Büchel, dafür soll die dort stationierten Atomwaffen „modernisiert“ werden. Die USA planen, ihre Atombomben des Typs B 61 durch neue Bomben des Typs B 61-12 zu ersetzen. Diese neuen Bomben mit angeblich geringerer Sprengkraft und höherer Treffsicherheit sollen vor allem eines sein: leichter einsetzbar.
Büchel ist der einzige Standort in Deutschland, an dem heute US-Atombomben stationiert sind. Hier üben deutsche Piloten im Rahmen der „nuklearen NATO-Teilhabe“ mit Bundeswehr-„Tornado“-Kampfjets, Atombomben ins Zielgebiet zu fliegen und abzuwerfen. „Nukleare Teilhabe“ bedeutet, dass der Nicht-Atomwaffenstaat Deutschland Flugzeuge, Piloten und weitere Soldaten zur Verfügung stellt, die üben, US-amerikanische Atombomben zu ihren Abwurfzielen zu fliegen. Die Übungsflüge werden mit Bombenattrappen durchgeführt.
Der nukleare Ersteinsatz als Überraschungseffekt ist Teil der NATO-Doktrin, die sich eindeutig gegen Russland richtet. Der Ernstfall würde einen Atomkrieg in Europa bedeuten.


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