Angriff auf den Personalrat

Universitätsklinikum Düsseldorf kündigt aktiven Kolleginnen
Von Werner Sarbok
|    Ausgabe vom 12. Juli 2019
Kämpferische Kolleginnen und Kollegen sind dem Vorstand des Universitätsklinikums Düsseldorf ein Dorn im Auge. (Foto: Werner Sarbok)
Kämpferische Kolleginnen und Kollegen sind dem Vorstand des Universitätsklinikums Düsseldorf ein Dorn im Auge. (Foto: Werner Sarbok)

Die Kolleginnen und Kollegen im Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) haben mit ihrer Gewerkschaft ver.di in den letzten zwei Jahren viel erreicht: Eine Vielzahl von ver.di-Aktionen und Streiks haben dazu geführt, das sowohl der Tarifvertrag Entlastung als auch ein Tarifvertrag für die Tochtergesellschaften abgeschlossen worden ist. Nun holt die Geschäftsleitung den Knüppel heraus: Die ver.di-Kollegin und freigestellte Personalrätin Teslime Özdemir soll gekündigt werden, zwei aktive Kolleginnen sind bereits fristlos entlassen worden. Die Begründungen sind fadenscheinig, die Kolleginnen wehren sich jetzt vor dem Arbeitsgericht gegen die ungerechtfertigten Kündigungen.
Nach Auffassung der ver.di-Vertrauensleute am UKD versucht der Vorstand nun gezielt, einzelne Akteurinnen abzustrafen und damit die Belegschaft zu spalten.
Mit dem Angriff auf Teslime Özdemir will der Vorstand der Uniklinik nach Auffassung der Vertrauensleute zeigen, dass der Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen nicht ungestraft bleibt und damit ein Zeichen in den Betrieb setzen, dass es nicht lohnt, sich für andere einzusetzen. Um das noch zu untermauern und Teslime komplett von ihren Kolleginnen und Kollegen zu isolieren, hat er dann noch ein Hausverbot ausgesprochen. Dies sei nicht nur ein Angriff auf Teslime, sondern ein Angriff auf den gesamten Personalrat. Dieser soll geschwächt und von seinem jahrelangen aktiven Eintreten für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen abgebracht werden.
Teslime ist seit über 40 Jahren in den UKD als Reinigungskraft, Küchenhilfskraft, zuletzt als Disponentin in der Leitstelle der Logistik beschäftigt.
Als Personalrätin, als ver.di-Vertrauensfrau und als Beraterin der ver.di-Tarifkommission für die Tochtergesellschaften hat sie sich immer für gute Arbeitsbedingungen, unbefristete Arbeitsverträge und die Verbesserung der Bezahlung der Kolleginnen und Kollegen eingesetzt, für einen fairen Umgang im Betrieb miteinander gestritten. Sie hat viele Kolleginnen und Kollegen beraten und unterstützt, hat immer dafür gestritten, dass Beschäftigte der Uniklinik und der Tochtergesellschaften gleich behandelt werden.
Die ver.di-Vertrauensleute im Betrieb wollen diesen skandalösen Umgang mit den Kolleginnen nicht zulassen und  mit ver.di alle möglichen Schritte gehen, um die Rücknahme der Kündigungen zu erreichen und Teslime Özdemir zu schützen, um dem Vorstand aufzuzeigen, dass er sich erneut gegen die komplette Belegschaft stellt, wenn er diesen Weg weiterverfolgt.
Zudem haben sich die Gewerkschafter an den Aufsichtsrat, das Wissenschaftsministerium, das Arbeits- und das Gesundheitsministerium, die politischen Fraktionen im Landtag und den Minister Laumann gewendet und sie aufgefordert, den Vorstand von seinem Weg abzuhalten.
Die Gewerkschaft fordert die sofortige Rücknahme der Kündigungen der zwei Kolleginnen und der Kündigungsandrohung gegen Teslime Özdemir, die sofortige Rücknahme des ausgesprochenen Hausverbots für Teslime Özdemir und die vollständige Rehabilitation aller Betroffenen von den ungerechtfertigten Vorwürfen.


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