Notwendig, nicht provokativ

Von Siegmund Bernatek, Mannheim
|    Ausgabe vom 6. September 2019

Die Forderung nach dem 4-Stunden-Tag bzw. der 20-Stunden-Woche ist nicht provokativ, wie Robin Schmidt in seinem Artikel meint. Seit zirka 30 Jahren wird der Produktivitätsfortschritt nur noch auf die Kapitalseite geschaufelt.
Schon im August 1930 (!) hat Ernst Thälmann in der „Programmerklärung zur nationalen und sozialen Befreiung“ der KPD die 28-Stunden-Woche gefordert. Also schon vor 90 Jahren!
Heute verlangt auch die Klimakatastrophe, dass durch radikale Einschränkung der Arbeitszeit die immer weiter ausgeweitete Produktion nutzloser Waren (SUV-Geländefahrzeuge für Autobahnen und Großstädte, immer mehr Rüstung und andere Todesmittel) und nutzloser Dienstleistungen (Aufblähung von Finanz- und Versicherungswirtschaft und ihrer klimafeindlichen Büroturmgiganten) eingeschränkt wird.
Die Gewöhnung an das kriecherische Ko-Management der Gewerkschaften muss aufhören und aufgebrochen werden.
Nein, provokativ ist die Forderung nach der 20-Stunden-Woche überhaupt nicht. Sie ist überlebensnotwendig!


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