Nein zur Administrativhaft!

Unterstützung für die palästinensischen Gefangenen und deren Familien
|    Ausgabe vom 13. September 2019

Freiheit für Mohammad Alhalabi!

Freiheit für Mohammad Alhalabi!

Zur Zeit befinden sich zirka 7 000 palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen. Es wird geschätzt, dass mehr als 800 000 Frauen, Kinder und Männer mindestens ein Mal verhaftet wurden. Im Durchschnitt sitzen etwa 500 Gefangene in Administrativhaft.
Diese Gefangenen – Abgeordnete, Schriftsteller oder Journalisten, Männer, Frauen und Kinder – haben nichts verbrochen. Sie werden verhaftet, weil sie angeblich die Sicherheit des israelischen Staates bedrohen. Sie sind Monate, bis zu Jahren, in Haft ohne Angabe von Gründen und ohne Gerichtsverfahren. Ihre Haftdauer wird problemlos immer wieder verlängert.
Die palästinensischen Gefangenen nehmen es nicht hin. Sie versuchen rechtlich dagegen vorzugehen, allerdings mit wenig Erfolg. Deswegen bekommt die internationale Solidarität mit ihrer Sache ein großes Gewicht.
Als Ultima-Ratio versuchen sie durch Hungerstreik gegen ihre Verhaftung zu protestieren. Sie nehmen die Gefährdung ihrer Gesundheit hin, um ihre Freilassung zu erzwingen.
Seit Wochen befinden sich wieder Dutzende von ihnen im Hungerstreik. Sie leben nur von Salz und Wasser. Ihr Leben ist bedroht. Aus diesem Grund ruft die europäische Allianz für die Solidarität mit den palästinensischen Gefangenen die fortschrittlichen Kräften und alle Menschenrechtsorganisationen auf zu verstärkter Solidarität, um Menschenleben zu retten.
Ein Beispiel für die israelischen Praktiken ist der Ingenieur Mohammad Khalil Alhalabi. Er wurde im Juni 2016 verhaftet, obwohl er nur eine Zivilgesellschaft leitet. Er stand in drei Jahren 125 Mal vor Gericht. Ende August 2019 erfuhr er, dass sein Sohn seinen ersten Tag im Kindergarten hatte. Daraufhin schrieb er ihm einen Brief, um seine Gefühle zu beschreiben.
„Mein lieber Sohn Faris! Leider kann ich dich nicht an diesem Tag zum Kindergarten begleiten wie alle anderen Väter. Seitdem ich dich das letzte Mal bei deiner Geburt gesehen habe, sind vier Jahre vergangen. Ich schreibe dir aus meiner Zelle, die ich mit meinen Kameraden teile. Jetzt in der Dunkelheit fühle ich mich einsam und denke viel an euch. Ich weiß, mein Sohn, dass andere Väter kommen und nach ihren Kindern fragen werden. Du wirst leider diesen besonderen Moment nicht genießen können. Genauso wird es deiner Schwester Rital ergehen, wenn sie in die zweite Klasse geht, ohne dass ich ihr eine Freude machen kann. Das tut mir leid. Trotzdem ist meine Botschaft an euch: Seid stolz auf euren Vater, der an Menschlichkeit und Gerechtigkeit glaubt. Ich verspreche dir, mein Sohn, wir werden uns bald in Gaza wiedersehen.“
So wie Mohamad Alhalabi glauben mehr als 7 000 Menschen jeden Tag an ein Leben in Würde und Freiheit.
Dr. Khaled Hamad, Generalkoordinator der Europäischen Allianz für die Unterstützung der palästinensischen Gefangenen

Die Europäische Allianz für Unterstützung der palästinensischen Gefangenen startet eine Aktion, um Schultaschen für Hunderte von Kindern zu kaufen, deren Eltern in israelischen Gefängnissen sitzen.
Mit dieser Aktion wollen wir den Gefangenen unsere moralische und politische Unterstützung zum Ausdruck bringen und die Leiden der Angehörigen, insbesondere der Kinder, lindern. Für den Kauf der Schultaschen rufen wir auf zu spenden.

Spendenkonto DKP-Parteivorstand
GLS-Bank | BIC: GENODEM1GLS
IBAN: DE36 4306 0967 4002 4875 02
Verwendungszweck: Schultaschen f. paläst. Kinder


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Leserbrief zu Artikel »Nein zur Administrativhaft!«, UZ vom 13. September 2019





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