Andere geopolitische Karte

Venezuela und Vietnam wollen Beziehungen ausbauen
Von Stefan Kühner
|    Ausgabe vom 11. Oktober 2019

Bei einem Besuch in Hanoi sprach der Präsident der Verfassungsgebenden Versammlung Venezuelas und Vorsitzende der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas, Diosdado Cabello, mit der Vorsitzenden der vietnamesischen Nationalversammlung, Nguyen Thi Kim Ngan, über einen Ausbau der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Nguyen erklärte, Vietnam sei bereit, Venezuela bei der landwirtschaftlichen Produktion, sozioökonomischen Entwicklung und der Armutsbekämpfung zu beraten und zu unterstützen. Sie äußerte außerdem ihre Zuversicht, dass es dem venezolanischen Volk gelingen werde, die aktuellen Herausforderungen zu überwinden und es im Sinne des verstorbenen Präsidenten Hugo Chavez eine erfolgreiche Entwicklung nehmen werde.
Cabello bestätigte den Wunsch, die Freundschaft mit Vietnam zu intensivieren, die vor 30 Jahren mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen gefestigt worden war. Er sprach außerdem mit Vertretern des vietnamesischen Außenministeriums sowie Mitgliedern des Politbüros der Kommunistischen Partei Vietnams. Sie informierten sich gegenseitig über die Situation in den beiden Ländern und erörterten Fragen von gemeinsamem Interesse beim Ausbau der Beziehungen.
Während ihres Aufenthalts in Vietnam besuchte die Delegation aus Venezuela landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte sowie die Ho Chi Minh-Akademie für politische Studien und das Ho Chi Minh-Mausoleum in Hanoi. Cabello würdigte Ho Chi Minh und sein Testament, das der vietnamesische Revolutionär vor 50 Jahren verfasst hatte.
Zuvor war Cabello in der Demokratischen Volksrepublik Korea. Seine Reise nach Asien, so erklärte er, solle dazu beitragen, eine neue geopolitische Karte mit linken Regierungen zu erstellen, um die Auswirkungen der politischen und wirtschaftlichen Angriffe auf Venezuela, insbesondere von Seiten der Vereinigten Staaten, zu minimieren.
Dieses Ziel hatte auch ein fast parallel erfolgter Besuch von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro in Russland. Auch Putin sagte Venezuela erweiterte Hilfe zu. „Wir halten dies für sehr wichtig, angesichts der schwierigen Situation, in der sich Venezuela aufgrund von äußerem Druck befindet“, erklärte Maduro unter Hinweis auf die Blockade, die die Vereinigten Staaten gegen das südamerikanische Land verhängt hatten. Putin stellte fest, dass der Handel zwischen den beiden Ländern in den letzten Monaten um 10 Prozent gewachsen ist. „Es ist schön festzustellen, dass dies weitgehend auf gegenseitige Lieferungen zurückzuführen ist, einschließlich landwirtschaftlicher Produkte“, sagte er. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur „Interfax“ plant Russland, in diesem Jahr bis zu 600 000 Tonnen Getreide nach Venezuela zu liefern, im Vorjahr waren es noch 254 000 Tonnen. Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe ist die Medizin, einschließlich der Versorgung mit russischen Medikamenten. Putin versprach, in naher Zukunft 1,5 Millionen Dosen Grippeimpfstoff zu liefern und diese kontinuierlich auf 5 Millionen Dosen zu erweitern.


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