Zu „Unmarxistische Analyse“, UZ vom 26. Februar

Klassenbasis der „Querdenker“

Jürgen Kelle, Düsseldorf

Der Leserbrief von Detlef Fricke reizt mich zum Widerspruch, da er den Diskussionsbetrag des DKP-Kreisvorstandes Hannover zu den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung, der „Querdenken“-Initiative und den Aktionen gegen „Querdenken“ verzerrend und verfälschend darstellt. Detlef Fricke selber schreibt Behauptungen, ohne sie weiter zu belegen. (…) Zum Beispiel schreibt er, „rechts“ sei nach Auffassung des Kreisvorstandes Hannover alles. Und wirft ihm die Wiederbelebung der Sozialfaschismustheorie vor. Das ist starker Tobak und das kann man nirgendwo im Diskussionspapier finden oder daraus ableiten. Offensichtlich wird hier, aus welchen Gründen auch immer, bewusst etwas in den Text hineininterpretiert, was der Beitrag nicht hergibt. Das, was im Papier als rechte Politik definiert wird, steht doch außer Zweifel.

Weiter wirft Fricke den Hannoveranern eine „Orientierung auf die Menschen, die sich der Querdenker-Bewegung zugehörig fühlen, bis hin zur AfD“ vor. Auch hier wird mit der Erwähnung der AfD, die im Diskussionsbeitrag gar nicht erwähnt wird, versucht, einen Beißreflex hervorzurufen. (…) Aber sicher müssen wir uns mit den Menschen beschäftigen, die an den „Querdenker“- Märschen teilnehmen. Immerhin kommen hier Menschen in Bewegung. Es muss untersucht werden, was ihre Antriebe sind. Und hier ist die eigentliche Schwäche des Diskussionspapiers auszumachen, es fehlt die klassenbezogene Analyse und Herangehensweise. Hier hätte ich von dem Diskussionspapier mehr erwartet, nämlich zu untersuchen, was die Klassenbasis der „Querdenkerbewegung“ ist und welche Triebkräfte dort wirksam sind. Darüber kann Politik entwickelt, können Strategien entworfen und kann versucht werden, Bündnisse aufzubauen.

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"Klassenbasis der „Querdenker“", UZ vom 12. März 2021



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