Stefan Wolf

Diesmal ist es Stefan Wolf, der fordert, dass wir länger arbeiten sollen. Wolf ist Präsident des Kapitalverbands Gesamtmetall und Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG. „Wir werden länger und mehr arbeiten müssen“, sagt er. Sowohl ein höheres Renteneintrittsalter als auch eine längere Wochenarbeitszeit seien nötig, auch wegen des Fachkräftemangels. Das ist dumm und falsch, aber es entspricht eben dem Interesse seiner Klasse. Zuvor hatte sich BDI-Chef Russwurm für längere Wochenarbeitszeiten ausgesprochen.

Alles kalter Kaffee? Nein, sagt auch der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und springt seinen Herren bei: „Wollen wir Menschen nicht lieber wieder mehr verdienen lassen, indem wir etwas länger arbeiten?“ Länger arbeiten, damit die hohen Gas-, Strom- und Spritpreise noch irgendwie gewuppt werden können? Klingt doch logisch – schließlich haben wir Krieg und Krise. Hauptsache keine Lohnerhöhungen in dieser schweren Zeit. Mit Blick auf die kommende Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie weiß Wolf auch, wie diese in seiner Branche verhindert werden könnten. Man könne ja das Streikrecht durch Ausrufung eines nationalen Notstands brechen. Schließlich gelte es, Schäden von der Wirtschaft abzuwenden.

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Über den Autor

Lars Mörking (Jahrgang 1977) ist Politikwissenschaftler. Er arbeitete nach seinem Studium in Peking und war dort Mitarbeiter der Zeitschrift „China heute“.

Mörking arbeitet seit 2011 bei der UZ, zunächst als Redakteur für „Wirtschaft & Soziales“, anschließend als Verantwortlicher für „Internationale Politik“ und zuletzt – bis Anfang 2020 – als Chefredakteur.

 

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"Stefan Wolf", UZ vom 5. August 2022



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