Juri Gagarin

406.771 Kilometer von der Erde weg – so weit haben sich Menschen niemals zuvor von ihrem Heimatplaneten entfernt. Die hochauflösenden Bilder von der Rückseite des Mondes, die die „Artemis 2“-Mission dabei liefert, werden von Wissenschaftlern heiß ersehnt. Vor allem aber ist der Weltraumflug der erste Schritt zu einer dauerhaften Präsenz von Menschen auf dem Mond. Nur ist das – leider – keine gute Nachricht. Denn Forscherdrang ist es nicht, der die USA zu dem milliardenschweren Projekt getrieben hat. Es geht um Geopolitik, Dominanzgebaren und die Militarisierung des Kosmos. Und wann wäre die Einrichtung einer US-Basis jemals eine gute Nachricht gewesen?

Trump brüstet sich damit, den Wettlauf zum Mond vor China zu gewinnen. Die Grundlagen haben allerdings andere geschaffen. Die ersten Bilder von der Rückseite des Mondes gelangen 1959 mit den Aufnahmen der Sonde „Lunik 3“ der So­wjet­union. Und es war die So­wjet­union, die am Sonntag vor 65 Jahren den ersten Menschen ins Weltall schickte. Der Sozialismus hat den Wettlauf ins All gewonnen. Und Juri Gagarin, Sohn eines Zimmermanns und einer Kolchosebäuerin, wurde zum weltweiten Symbol für Forscherdrang, Frieden und Völkerverständigung. Kein Wunder, dass Trump neidisch ist.

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"Juri Gagarin", UZ vom 10. April 2026



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