Dortmund: Abschlusskundgebung des dreitägigen Ostermarsches Rhein-Ruhr

Lebendig und kämpferisch

Hanfried Brenner

„Antifaschismus und Einsatz für den Frieden gehören zusammen!“, hieß es am Ostermontag auf der Auftaktkundgebung des Ostermarsches auf dem Wilhelmplatz in Dortmund. Der Platz im Stadtteil Dorstfeld gilt als Zentrum von Naziumtrieben in Dortmund. Joachim Schramm, Sprecher der DFG-VK Nordrhein-Westfalen, begrüßte dort mehrere hundert Teilnehmer zur Schlussetappe des Ostermarsches Rhein-Ruhr.

Hauptredner Hajo Koch von der VVN-BdA Dortmund betonte, es sei notwendig, das Feindbild Russland aufzulösen. Dabei helfe der antifaschistische Blickwinkel. So habe Oskar Lafontaine anlässlich des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee dafür plädiert, dass Deutschland seiner Verbrechen wegen nicht nur gegenüber Israel in der Pflicht stehe, sondern auch gegenüber Russland.

Vom Wilhelmplatz führte die Demonstration ins Stadtzentrum. Auf dem Hansaplatz fanden die Abschlusskundgebung und das traditionelle Friedensfest statt. Etwa 1.200 Menschen versammelten sich hier unter dem Motto „Kriege beenden – Kriege verhindern!“ Sowohl die Demonstration als auch die Kundgebungen waren deutlich größer als in den vergangenen Jahren. Auffällig: der lebendige und kämpferische Charakter des Protests. Ein Novum in diesem Jahr waren die zahlreich vertretenen Jugendlichen aus der SDAJ und dem Dortmunder Schulstreik-Bündnis.

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Ostermarsch Rhein-Ruhr 2026 in Dortmund (Foto: SDAJ Ruhr-Westfalen)

Die Gewerkschafterin Ulrike Eifler prangerte die Kriegsrhetorik der etablierten Politik und Massenmedien an. Sie appellierte an die Verantwortung der Gewerkschaften im Kampf gegen Militarismus und Kriegsgefahr. „Als Gewerkschafterin sage ich: Wer das Völkerrecht nicht respektiert, der respektiert auch Arbeits- und Gewerkschaftsrechte nicht.“

Der ukrainische Friedensaktivist Andrej Konovalov berichtete über die systematische Folter von Menschen in der Ukraine, die sich der Einziehung an die Front widersetzen.

Es gelte, dazu beizutragen, einen imperialistischen Krieg Deutschlands und der EU zu verhindern, rief ein junger Sprecher des Schulstreik-Komitees unter großem Beifall. Aus der Schulstreik-Bewegung, hofft er, könne sich eine starke antimilitaristische Jugendbewegung entwickeln. Er rief die Ostermarsch-Teilnehmer dazu auf, den nächsten Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 8. Mai tatkräftig zu unterstützen.

Der Ostermarsch 2026 klang bei Live-Musik und sonnigem Frühlingswetter mit einem Friedensfest aus.

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