„Für Frieden! Gegen Aufrüstung, Wehrpflicht und Sozialabbau!“ Unter diesem Motto haben sich gut 100 Friedensfreunde am Samstag zum Ostermarsch in Potsdam versammelt. In Brandenburgs Hauptstadt findet der Ostermarsch traditionell eine Woche vor Ostern statt. Bei regnerischem Wetter zog der Ostermarsch vom Brandenburger Tor in die Potsdamer Innenstadt. Auf vielen Plakaten und Transparenten äußerten Teilnehmer ihren Wunsch nach Abrüstung und Diplomatie statt Krieg und beleuchteten den Zusammenhang zwischen Rüstungskurs und Sozialabbau. Die Friedenskoordination Potsdam organisierte in zum 25. Mal, unterstützt von einem breiten Bündnis: Neben der DKP Potsdam und Umland, der SDAJ Potsdam, der AG Frieden des örtlichen Kreisverbands der Linkspartei engagierten sich auch das Bündnis für Vernunft und Gerechtigkeit Potsdam, der Deutsche Freidenker-Verband Brandenburg, das Bündnis für Frieden aus Brandenburg an der Havel, das Friedensbündnis Bernau/Panketal, WeltTrends Potsdam, die RotFuchs-Regionalgruppe Potsdam und der örtliche NachDenkSeiten-Gesprächskreis.

Die Staatsverschuldung für Krieg und Aufrüstung untergrabe den Sozialstaat und Klimaschutz, heißt es im Positionspapier der Friedenskoordination Potsdam zum Ostermarsch. Das so genannte „Sondervermögen“ bedeute horrende Ausgaben für Aufrüstung und Militarisierung, um Deutschland „kriegstüchtig“ zu machen. Die Friedenskoordination lehnt die Wiedereinführung der Wehrpflicht ebenso ab wie die Präsenz der Bundeswehr an Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen. Anstatt blutigem „Regime-Change“ wie in Venezuela und neuer Kriege wie den der USA und Israels gegen Iran brauche es Abrüstung und eine neue Entspannungspolitik.

Diese Themen standen auch im Fokus der Redebeiträge. Reiner Braun vom International Peace Bureau betonte, wir dürften uns nicht einreden lassen, Russland wolle uns überfallen. Diese Lüge müsse immer wieder bekämpft werden. Sie diene dazu, uns in den Krieg zu treiben. Beziehungen zu Russland müssten wieder aufgenommen werden, es brauche Freundschaft mit Russland. Unter großem Beifall unterstrich Braun, dass den Menschen in Gaza und Kuba unsere uneingeschränkte Solidarität gelte. Um in den anstehenden Kämpfen erfolgreich sein zu können, brauche es ein Bündnis aus Friedensbewegung, Gewerkschaften, der Umweltbewegung und Kirchen, schloss Braun.
In der Hegelallee 38 legte der Ostermarsch einen Zwischenstopp ein. Dort, am ehemaligen Gewerkschaftshaus, erinnert eine Gedenktafel an Karl Liebknecht. Hier hatte sich Liebknecht bei einer Versammlung im November 1914 die Zustimmung seiner Potsdamer Genossen geholt, die Kriegskredite am 2. Dezember 1914 im Reichstag abzulehnen. Karl Liebknecht hatte ab 1901 in Potsdam für den Reichstag kandidiert. 1912 konnte er den „Kaiserwahlkreis“ für die SPD gewinnen.

Eine Genossin der SDAJ erinnerte in ihrer Rede an dieser historischen Stätte an den großen Erfolg der bisherigen zwei Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Auch dieser Kampf werde fortgeführt, betonte sie, denn fehlendes Kanonenfutter für künftige Kriege sei die Achillesferse des deutschen Imperialismus.
Die Liedermacherin Jane Zahn untermalte den Potsdamer Ostermarsch musikalisch.









