Am 22. Februar fand im thüringischen Bad Tabarz im Landkreis Gotha eine Gedenkveranstaltung für den Antifaschisten und Kommunisten Dr. Theodor Neubauer statt. Der KPD-Politiker wurde am 5. Februar 1945 in Brandenburg an der Havel von den Faschisten ermordet.
Neubauer gehörte mit Magnus Poser zu den führenden Köpfen einer breiten, kommunistisch geleiteten illegalen Widerstandsorganisation, die Verbindungen nach Berlin, Sachsen, in das Rhein-Ruhr-Gebiet und auch Kontakte zu Intellektuellen sowie zur Landbevölkerung unterhielt. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit waren die Herstellung und Verteilung von Flugblättern und Streuzetteln sowie die Organisation von Sabotageaktionen in der Rüstungsproduktion.
Die Veranstaltung stand wie viele andere antifaschistische Gedenkfeiern in diesem Jahr im Zeichen des 85. Jahrestages des Überfalls der Hitler-Faschisten auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Die Verbundenheit Neubauers und seiner Genossen mit den sowjetischen Menschen zeigte sich unter anderem daran, dass sie bei der Organisation von Sabotageakten sowjetische Kriegsgefangene einbezogen, die in Thüringen Zwangsarbeit leisten mussten. Die Gruppe verteilte in den Jahren 1943/1944 über 5.000 Flugblätter mit der Botschaft „Hitlers Krieg ist verloren“ in Thüringer Betrieben wie Carl Zeiss und Schott, aber auch unter Soldaten und auf dem Land. Im Juni 1944 wurden von der Neubauer-Poser-Gruppe 560 Exemplare eines Flugblatts in russischer Sprache unter der Überschrift „Brief an die kriegsgefangenen Rotarmisten, Ostarbeiter und Ostarbeiterinnen“ hergestellt und verbreitet.
Am Grabstein für Theodor Neubauer stellte Brigitte Dornheim (DKP) eine Verbindung der Widerstandstätigkeit der Neubauer-Poser-Gruppe her zum Widerstand der Komsomolzen und jungen Kommunisten der „Jungen Garde“ aus Krasnodon im Donbass gegen die faschistischen Besatzer im Jahre 1942. Eröffnet hatte die Gedenkveranstaltung Martin Mürb als Vertreter der Stadt Bad Tabarz. Er begrüßte die Mitglieder der KPD, der DKP, des Freidenkerverbandes Thüringen und auch nicht organisierte Antifaschisten. Sie bedankten sich bei Martin Mürb für dessen engagierte Arbeit als Vertreter des Theodor-Neubauer-Freundeskreises und der Gemeinde Tabarz. So macht der Grabstein für Theodor Neubauer immer einen gepflegten Eindruck. Neben dem Stein gibt es zwei Tafeln mit biografischen Daten und einem wunderbaren Gedicht des „Roten Doktors“, wie der kommunistische Pädagoge und Politiker anerkennend genannt wurde. Nach Brigitte Dornheim ergriffen der Vorsitzende der KPD, Torsten Schöwitz, und die Vorsitzende des Freidenkerverbandes Thüringen, Heike Cienskowski, das Wort, würdigten Theodor Neubauer und sprachen über seine Bedeutung für die gegenwärtige politische Arbeit.
Die Veranstaltung fand einen würdigen Abschluss durch den Besuch des Theodor-Neubauer-Kabinetts, das dem am 5. Februar 1945 auf dem Schafott im Zuchthaus Brandenburg-Görden ermordeten Widerstandskämpfer eine Ausstellung gewidmet hat. Unter den vielen ausgestellten Fotos und Dokumenten beeindruckt vor allem ein Bild, das Theodor Neubauer, in der Hand seine geliebte Pfeife, im Gespräch mit Clara Zetkin zeigt, sowie das KPD-Mitgliedsdokument des großartigen Kämpfers und Menschen Theodor Neubauer.









