Am 4. März begann ein zweitägiger Warnstreik am Sana Klinikum Lichtenberg. Es war der erste in dieser Tarifrunde. Die Streikposten begannen fast schon routiniert mit ihrer Arbeit.
Von diesem Streik waren die meisten Abteilungen betroffen. Eine Station wurde komplett geschlossen, auf anderen mussten Betten gesperrt werden. Die Kapazitäten wurden überwiegend um etwa ein Drittel reduziert.
Dieses Mal schlossen ver.di und die Klinikleitung rechtzeitig eine Notdienstvereinbarung. Auf der Basis eines Gerichtsentscheids aus dem Jahr 2024 waren die Stationsbesetzungen erfolgreich neu ausgehandelt worden.
Die Streikbeteiligung war dieses Mal niedriger als in der letzten Tarifrunde. Viele Kolleginnen und Kollegen haben in der Zwischenzeit gekündigt. Die neuen Beschäftigten müssen noch organisiert werden.
Was die Mobilisierung zusätzlich erschwert, ist die Tatsache, dass vielen die Forderung von 8,6 Prozent mehr Lohn deutlich zu niedrig ist. Hinzu kommt, dass der ursprünglich geplante Kampf um Entlastung in weite Ferne gerückt ist. In der Konzerntarifkommission gibt es dazu Differenzen, die Auswirkungen auf den aktuellen Arbeitskampf haben.
Dennoch waren die Streikenden hoch motiviert. Wieder einmal demonstrierten die Kolleginnen und Kollegen lautstark durch den Berliner Stadtteil Lichtenberg. In mehreren Redebeiträgen berichteten Pflegende und eine Hebamme von den Zumutungen ihres Arbeitsalltags. Dabei zeigte sich: Es geht den Streikenden schon darum, dass sie mehr Geld brauchen – als Inflationsausgleich. Zum anderen geht es ihnen um wirksame Entlastung.
Parallel zum Streik in Lichtenberg gab es eine aktive Mittagspause am Sana Krankenhaus Templin. Dort kämpfen die Beschäftigten erstmals für eine Angleichung an den Sana-Konzerntarifvertrag. Wie auch in anderen Sana-Häusern gibt es in Templin nur einen Haustarifvertrag.
Am 5. März fand die zweite Verhandlungsrunde statt. Moritz Ecke, der für den Sana-Konzern die Verhandlungen führt, wich den Kolleginnen und Kollegen, die vor dem Verhandlungsort protestierten, wieder einmal aus. Mitgebracht hatte Ecke ein Angebot, das als vergiftet bezeichnet werden kann: Es sieht in mehreren Varianten bis zu 5,8 Prozent mehr Lohn vor, dafür soll aber das System der Schichtzulagen vollständig umgebaut werden. Statt Zulagen für den regulären Dreischichtdienst will Sana künftig nur noch für Schichten zu ungünstigen Zeiten – also nur an Wochenenden – zahlen.
Den Streikenden war allerdings schon vor der Verhandlungsrunde klar, dass die nächste Arbeitsniederlegung bald nötig sein würde.









