Zu „Der Treibstoff des Imperialismus“, UZ vom 20. März

Ohne Skrupel

Richard Jawurek, Markkleeberg

Zwei apokalyptische Weltkriege und unzählige strategisch gewollte Kriege der Supermacht nach 1945 mit teils dramatischen Auswirkungen haben angesichts der Zwänge kapitalistischer Gewinnmaximierung zu keinen Einsichten geführt – trotz der vielversprechenden Gründung der UNO im Oktober 1945. Wohlklingende Phrasen von Freiheit und Demokratie vernebelten die konkreten Motive der Krieger. Das sich in wenigen Händen befindliche Schuldenkartell, genannt Weltbank, hielt aufstrebende Staaten mit Krediten, genannt Entwicklungshilfe, folgsam. Als der Ex-IWF-Mitarbeiter Horst Köhler versehentlich vom Banker zum Bundespräsidenten mutierte, verriet er laienhaft Hintergründe gewisser Inte­ressen und wurde flugs „zurückgetreten“. Auch durch wachsenden Rohstoffbedarf mündig gewordene Lieferländer geraten nun zwangsläufig stärker in das Fadenkreuz des selbsternannten Welthegemonen, der vor Ort gefügige Polit-Attrappen installieren will beziehungsweise muss. Dadurch steigt die Ungleichheit und es sinken alle Skrupel beim weltweiten Einsatz militärischer Gewalt zur unverhüllten Erreichung klassischer imperialer Ziele.

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"Ohne Skrupel", UZ vom 3. April 2026



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