Während der Prozess gegen Daniela Klette vor dem Landgericht Verden noch läuft, hat die Bundesanwaltschaft eine weitere Anklage vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main erhoben. In dem neuen Verfahren wird Klette die Beteiligung an drei Anschlägen zwischen 1990 und 1993 vorgeworfen, die der RAF zugeschrieben werden – darunter eine versuchte Sprengstoffexplosion vor einem Verwaltungsgebäude der Deutschen Bank und der Beschuss der US-Botschaft in Bonn am 13. Februar 1991. Gegenüber dem Portal „Legal Tribune Online“ fand Klettes Verteidiger Lukas Theune klare Worte: „Es ist bezeichnend, dass die Bundesanwaltschaft nunmehr doch noch Anklage erhebt, obwohl die DNA-Nachermittlungen größtenteils erfolglos verlaufen sind. Sie stützt sich dabei ganz wesentlich auf den Zeugen Klaus Steinmetz, obwohl der in der Vernehmung durch den sachbearbeitenden Staatsanwalt bereits angegeben hat, früher so viel gelogen zu haben, dass er nicht mehr sagen kann, was überhaupt jemals der Wahrheit entsprach.“ Obwohl Nachuntersuchungen von zwei der drei vorgeworfenen Taten ergeben hätten, dass keine der Spuren zu Daniela Klette passt, werde Anklage erhoben. „Das ist aus meiner Sicht vor allem politisch motiviert“, so Theune.
Politisch motiviert
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"Politisch motiviert", UZ vom 3. April 2026







