Zu „Wo bleiben die Milliarden?“, UZ-Blog vom 19. März

Schattenhaushalte

Harald Kolbe, Hannover

Ergänzend zu der Erklärung der DKP vom 19. März zum „Sondervermögen Infrastruktur“ möchte ich auf einen Bericht des Bundesrechnungshofes vom 25. August 2023 aufmerksam machen (Geschäftszeichen: I 2 – 0002060). Darin wurden zum ersten Mal die bis dahin bestehenden Schattenhaushalte beziehungsweise Sondervermögen aufgelistet. Anlass waren die enormen Sonderausgaben außerhalb des Bundeshaushaltes im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen. Aufgelistet werden Schattenhaushalte von 2013 bis 2024 in Höhe von 711 Milliarden Euro – die höchsten Posten haben die Wirtschaftsstabilisierungsfonds Corona (150 Milliarden, 2020), Energie (250 Milliarden, 2022) und die Kriegskredite (100 Milliarden, 2022). In dem Bericht des Bundesrechnungshofes wird festgestellt:

  • Durch das Verlagern von Einnahmen und Ausgaben in Sondervermögen in finanziell erheblichem Umfang wurde der Bundeshaushalt über die Jahre hinweg entkernt.
  • Dies hat seit dem Jahr 2020 eine bis dahin nicht bekannte Ausweitung und Dynamik erlangt.
  • Die budgetflüchtigen Ausgaben und ihre ebenfalls budgetflüchtige Kreditfinanzierung gefährden das parlamentarische Budgetrecht.
  • Das Parlament (aber auch die Öffentlichkeit) droht den Überblick und damit auch die Kontrolle zu verlieren.

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"Schattenhaushalte", UZ vom 3. April 2026



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