In dem Artikel und weiteren Beiträgen in UZ geht es um die „offene“ Wehrpflicht, um die, die man sieht. Es gibt noch eine andere und umfassendere, eine verdeckte, die man kaum wahrnimmt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird von 44 Millionen Erwerbstätigen erwirtschaftet. Die Bundesregierung will 5 Prozent des BIP für die Militarisierung aufwenden, das heißt, dass etwa 2,2 Millionen Erwerbstätige mit ihrer gesamten Arbeitszeit einen kriegsvorbereitenden Dienst leisten. Da tatsächlich nur einige Hunderttausend in Bundeswehr und Rüstungsindustrie tätig sind, wird die verbleibende Kriegsdienstleistung von fünf, vielleicht sogar zehn Millionen erbracht, indem sie in Projekten, Einzelaufträgen oder regelmäßigen Zulieferungen einen Teil ihrer Arbeitszeit mit derartigem Kriegsdienst verbringen, und zwar auf Weisung ihres Arbeitgebers, wenn dessen Personaleinsatzplanung es so ergibt. Aussteigen ist Fehlanzeige – es sei denn, man will die Kündigung riskieren. Gleichwohl müssen wir auch diese Wehrpflicht sichtbar machen und zurückdrängen. Da ist vor allem die Unterstützung durch die Gewerkschaften gefragt.
Verdeckte Wehrpflicht
[author_box]
Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.
An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)
"Verdeckte Wehrpflicht", UZ vom 3. April 2026


