Es sei ein „umfassendes Schutzpaket“ für alle Beschäftigten der Ford-Werke in Köln erzielt worden hieß es von der IG Metall, nachdem das Management des US-Konzerns diesem zugestimmt hatte. 2.900 der 11.500 Arbeitsplätze in Köln werden nun abgebaut – „freiwillig“ und über Abfindungen und Altersteilzeit. Für die übrigen Beschäftigten ist eine Absicherung bis Ende 2032 vereinbart, teilte die Gewerkschaft mit.
Im November 2024 hatte Ford einen erneuten Personalabbau angekündigt. Gesamtbetriebsrat und IG Metall kritisierten fehlende Produktperspektiven. Zudem kündigte die US-Konzernmutter die „Patronatserklärung“ zur Finanzierung der Ford-Werke in Köln, was eine Insolvenz denkbar werden ließ.
„Mit dem erzielten Gesamtpaket haben wir ein sicheres Netz für alle geschaffen. Zudem haben wir es geschafft, die Berufsausbildung und Übernahme langfristig bis 2032 zu sichern“, so der Vorsitzende des Ford-Gesamtbetriebsrates Benjamin Gruschka. Der Stellenabbau erfolge über „großzügige“ Abfindungen, die deutlich besser seien als sonst in der Automobilbranche üblich. Für Bereiche, die an Investoren verkauft werden sollen, seien klare Regeln vereinbart: Nur „nachhaltige Konzepte mit Zukunft“ würden berücksichtigt.
Die zukünftige Ausrichtung des Kölner Standortes bleibe ungewiss, warnte die IG Metall. Die erste Einschätzung der betrieblichen Tarifkommission sei jedoch positiv. „Das verhandelte Gesamtpaket ist so komplex, dass wir nun einige Wochen brauchen werden, um es im Betrieb verständlich zu erklären. Wir werden die IG-Metall-Mitglieder über das Verhandlungsergebnis deshalb erst nach den Betriebsferien in einer zweiten Urabstimmung über die Annahme entscheiden lassen“, so Kerstin D. Klein, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Köln-Leverkusen.
Seit dem 27. März liefen die Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. Mit Warnstreiks und einem 24-Stunden-Streik im April machten die 11.500 Beschäftigten Druck auf das Management.