„Wir waren schon mal weiter …“ heißen Zwischenüberschriften in der Frauen-Broschüre der DKP mit Blick auf die DDR. Zum Gesundheitswesen möchte ich etwas ergänzen. Das medizinische Personal, Ärzte, Krankenschwestern, Sprechstundenhilfen, Pflegekräfte, Kraftfahrer, Hausmeister und alle anderen, die im Gesundheitswesen beschäftigt waren, hatten einen Arbeitsvertrag mit den örtlichen Räten, zum Beispiel mit Stadt- oder Kreisräten. Es gab in der DDR keine privaten Klinik-, Pflege- oder Praxiskonzerne. Die Hersteller medizinischer Hilfsmittel und von Medikamenten waren in Volkseigentum. In Dresden beispielsweise das Arzneimittelwerk Dresden (AWD) oder das Serumwerk. Arztpraxen waren immer einer Poliklinik zugeordnet. Unschlagbar das System der Betriebspolikliniken und Betriebsärzte. Wir hatten auch Schulärzte. Man brauchte keine Überweisung, um einen Facharzt zu konsultieren. Auch musste man nicht Monate auf einen Termin warten. Niemand musste auch nur einen Pfennig für Leistungen, Medikamente oder Hilfsmittel zahlen. (…) Nur weil es das DDR-Gesundheitswesen gab, war es im Westen damals im Vergleich zu heutigen Fehlentwicklungen und Verfehlungen der kapitalistischen Profitgier wegen noch etwas anders. Die Ausbeutung war gebremst. Deshalb war nach dem Anschluss eine der ersten und wichtigsten Aufgaben des Westens die Zerschlagung unserer sozialen Errungenschaften. Damit verbunden haben sie die Privatisierung im BRD-Gesundheitswesen forciert. Als es in der BRD noch etwas mehr Meinungsfreiheit gab und Gesellschaftskritik im politischen Kabarett möglich war, war Georg Schramm einer derjenigen, die am vehementesten gegen den Privatisierungswahn im Gesundheitswesen polemisierten. Bei uns stand der Mensch im Vordergrund und nicht die Befriedigung von Profitgier.
Betriebs- und Schulärzte
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"Betriebs- und Schulärzte", UZ vom 20. März 2026


