US-Blockade durchbrochen – „Anatoli Kolodkin“ bringt Rohöl nach Kuba

Endlich, die Russen sind da!

Am Freitag vergangener Woche drohte US-Präsident Donald Trump noch unverhohlen mit einer Militärintervention in Kuba. Den dritten Weltkrieg wollte er dann aber doch nicht anfangen. Anders als angekündigt haben die USA den russischen Öltanker auf dem Weg nach Kuba nicht abgefangen. Am Montagmorgen erreichte die „Anatoli Kolodkin“ den Hafen von Matanzas. Die Blockade ist durchbrochen. Der US-Präsident tat in der Folge so, als sei es ihm egal, wer der sozialistischen Karibikinsel Öl liefert.

In der letzten Woche erreichten bereits die ersten Schiffe des Solidaritätskonvois von „Nuestra América“ Havanna und brachten Lebensmittel, Medikamente und Technik. Nach tagelanger Fahrt über den Atlantik, vermutlich mit allerlei Tricks, um den US-Freibeutern zu entwischen, erreichte der russische Tanker „Anatoli Kolodkin“ Kuba. Geladen hat das Schiff 730.000 Barrel Rohöl. Damit lässt sich die katastrophale Lage der Versorgung mit Brennstoff etwas entspannen.

Seit Jahresbeginn haben die USA sämtliche Öllieferungen nach Kuba blockiert. Nach dem Überfall auf Venezuela und der Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro wurden die Treibstofflieferungen von dort eingestellt. Gegenüber Mexiko stieß Trump Drohungen aus, sodass Kuba im Januar letztmals Öllieferungen von dort erreichten. Kurz darauf hat Russland entschieden, trotz Blockade und der Kaperung russischer Öltanker eine Lieferung auf den Weg zu bringen.

Zuvor hatten fortschrittliche Kräfte aus beiden Amerikas angekündigt, eine Flotilla „Nuestra América“ auf den Weg zu bringen. Angelehnt an das Vorbild der Solidaritätsbewegung mit dem palästinensischen Volk wurden humanitäre Güter geliefert und vor allem politische Solidarität ausgedrückt. Hunderte Menschen aus 33 Ländern, darunter Genossinnen und Genossen aus Schwesterparteien der DKP, machten so auf die völkerrechtswidrige und unmenschliche Blockade der USA aufmerksam. Diese seit Jahrzehnten verhängten und ständig verschärften Sanktionen konnten das kubanische Volk nicht in die Knie zwingen. Im Gegenteil. Trotz teilweise schwieriger eigener Situation hat Kuba stets anderen Völkern geholfen. Sei es im Kampf um die nationale Befreiung in Afrika, gegen den Analphabetismus und mit der kostenlosen Ausbildung von Studierenden, mit Ärztinnen und Ärzten sowie Medikamenten. Dieses Beispiel ist den Herrschenden in den USA ein Dorn im Auge. Schließlich zeigt die kleine Karibikinsel, dass sie trotz der Blockade in der Lage ist, eine bessere Gesundheitsversorgung zu leisten, als sie Nicht-Reiche in den USA erhalten. Kuba zeigt vor allem den Lateinamerikanern, dass man aufrecht gehen kann.

Jeremy Corbyn, ehemaliger Hoffnungsträger der britischen Labour Party und Teilnehmer der Flotilla, prangerte demgegenüber die Feigheit und den moralischen Bankrott der europäischen Regierungen an. Er fragte, ob die USA einen Tanker aus Europa auf dem Weg nach Kuba bombardieren würden. Aber die Regierungen würden sich diese Frage noch nicht einmal stellen.

Auch die DKP hat in dieser Situation der Bedrohung ihre Solidarität verstärkt. Sie unterstützt die Kommunistische Partei Kubas (PCC) mit einer Spendensammlung. Nachdem das erste Spendenziel von 25.000 Euro schon in den ersten Tagen nach dem Beschluss des Parteivorstands übertroffen wurde, wurde das Ziel jetzt erhöht: Bis zum 1. Mai sollen 100.000 Euro für die Arbeit der PCC gesammelt werden.

¡Cuba sí, bloqueo no!

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"Endlich, die Russen sind da!", UZ vom 3. April 2026



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