Am 7. März vor 80 Jahren wurde einem Antrag junger Antifaschisten von der sowjetischen Besatzungsmacht stattgegeben. Damit war die „einheitliche, selbstständige, demokratische Jugendorganisation“ namens Freie Deutsche Jugend (FDJ) gegründet. Im Westen sollte sie zu den ersten Opfern des Kalten Krieges gehören – 1951 wurde sie als verfassungswidrig verboten. Das Verbot gilt im Westen noch immer, im einstigen Gebiet der DDR nicht.
Und so versammelten sich denn zum 80. Geburtstag in einem Berliner Hotel Vertreter aus allen Bezirksorganisationen, der bewaffneten Organe, von der Trasse und der Wismut, von den FDJ-Verlagen Junge Welt und Neues Leben, der Pionierorganisation und aus der Abteilung Kader des Zentralrats zu einem „Freundschaftstreffen“. Unverkrampft und heiter erinnerten sich die Veteranen der Jahre, als sie noch das Blauhemd trugen. Von der Gründergeneration lebt keiner mehr und Egon Krenz – am 19. März wurde er 89 Jahre – ist der letzte aufrechte Chef des Jugendverbandes. Seine Vorgänger sind tot und die Nachfolger abgetaucht. Krenz hielt die einzige Rede des Tages, Hartmut König und Tino Eisbrenner spielten Lieder zur Laute und danach redeten alle anderen unter- und miteinander. Man trifft sich ja nur alle Jubeljahre. Worin unterschied sich diese lebhafte Zusammenkunft von früheren Jubiläumsfeiern? Statt Wodka gab‘s Woda und die Buletten waren vegan. Der unversöhnliche Hass auf Kriegshetze und Völkermord, auf Hochrüstung und Massenverblödung war geblieben. Da glichen die alten Antifaschisten unverkennbar den jungen Gründervätern und -müttern von 1946.
Hartmut König macht sich in der aktuellen Ausgabe des „RotFuchs“ „Gedanken zum 80. Jahrestag der FDJ“. Wir dokumentieren seinen Beitrag im Blog von UZ.









