„Ein internationaler Presseverband hat der israelischen Armee aggressives Verhalten gegenüber einem Team des US-Senders CNN im Westjordanland vorgeworfen“, kann man auf der Seite des „Deutschlandfunks“ lesen. Wer sich genügend interessiert, kann ein paar Zeilen darunter auch herausfinden, was der tatsächliche Vorwurf ist. Die „Foreign Press Association“ beschreibt den Vorfall als „kein Missverständnis“, sondern als „gewaltsame(n) Übergriff auf klar erkennbare Journalisten“.
Die Verharmlosung, wie sie im „Deutschlandfunk“ zu finden war, hat nicht gefruchtet. Wie auch, es gibt ein Video von dem Angriff der israelischen Soldaten auf die klar gekennzeichneten Journalisten. Als Reaktion suspendierte die israelische Armee ein ganzes Bataillon. Es werde einem Prozess zur Stärkung seiner „fachlichen und ethischen Grundlagen“ unterzogen, so die Begründung. Fragt sich nur, welche das sein sollen.
Israels Armee tötet immer wieder gezielt Journalisten, um Berichterstattung über den Völkermord an den Palästinensern zu unterbinden. Immer wieder diffamieren sie die ermordeten Reporter zur Rechtfertigung als Terroristen.
Am Wochenende erst – und die Berichterstattung darüber ersparen sich die deutschen Medien ganz im Sinne der Staatsräson – tötete Israel im Libanon drei Journalisten: Ali Schoeib, einen Korrespondenten des Senders „Al-Manar“, eine Kollegin von ihm sowie den Kameramann der beiden. Schoeib wurde von der israelischen Armee umgehend zu einem Mitglied der Hisbollah erklärt. Beweise legte sie nicht vor. Wieder und wieder begeht Israel mit dem Mord an Journalistinnen und Journalisten Kriegsverbrechen – Reporter sind nach der Genfer Konvention besonders geschützt. Vergangene Woche wurden zwei Journalisten von RT bei israelischen Luftangriffen verletzt, ein Redakteur von „Al-Manar“ wurde mit seiner Ehefrau bei einem Angriff auf ihre Wohnung getötet.
Vermutlich wird dem nun suspendierten Bataillon beigebracht, in Zukunft keine US-amerikanischen Journalisten mehr anzugreifen. Denn darüber wird berichtet. Das Journalistenmorden an sich wird weitergehen.








