Kundinnen und Kunden der Deutschen Post dürfen individuelle Briefmarken gestalten. Auf der „kleinsten Bühne der Welt“ sei Platz für „Lustiges, Verrücktes oder Wunderschönes“, so die Werbung. Und weil es nichts Schöneres als den Frieden gibt, legte eine Aktivistin aus Berlin direkt los. Eine Marke sollte das Logo der Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ schmücken, eine andere warb dafür, „Nie wieder kriegstüchtig“ zu werden.
Aber da hatte sie die Rechnung ohne die Post gemacht. Die antwortete nämlich, dass man den Bestellwunsch „leider nicht erfüllen“ könne. Die Friedensmotive widersprächen den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Dort werden Inhalte ausgeschlossen, „die gegen Recht und Gesetz verstoßen, oder solche, die den Betriebsfrieden stören“ – klärt die DKP-Betriebszeitung „Der rote Postler“ aus Kassel auf und fragt: „Wie kommt das, dass im Grundgesetz festgelegte Friedensarbeit ausgeschlossen ist, aber dem Grundgesetz widersprechende Kriegspropaganda transportiert wird?“ Die Antwort wird mitgeliefert: Am Krieg lässt sich besser verdienen als am Frieden. Die AGB der Post decken sich mit denen des Imperialismus.



