Kleinste Bühne der Welt

Kundinnen und Kunden der Deutschen Post dürfen individuelle Briefmarken gestalten. Auf der „kleinsten Bühne der Welt“ sei Platz für „Lustiges, Verrücktes oder Wunderschönes“, so die Werbung. Und weil es nichts Schöneres als den Frieden gibt, legte eine Aktivistin aus Berlin direkt los. Eine Marke sollte das Logo der Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ schmücken, eine andere warb dafür, „Nie wieder kriegstüchtig“ zu werden.

Aber da hatte sie die Rechnung ohne die Post gemacht. Die antwortete nämlich, dass man den Bestellwunsch „leider nicht erfüllen“ könne. Die Friedensmotive widersprächen den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Dort werden Inhalte ausgeschlossen, „die gegen Recht und Gesetz verstoßen, oder solche, die den Betriebsfrieden stören“ – klärt die DKP-Betriebszeitung „Der rote Postler“ aus Kassel auf und fragt: „Wie kommt das, dass im Grundgesetz festgelegte Friedensarbeit ausgeschlossen ist, aber dem Grundgesetz widersprechende Kriegspropaganda transportiert wird?“ Die Antwort wird mitgeliefert: Am Krieg lässt sich besser verdienen als am Frieden. Die AGB der Post decken sich mit denen des Imperialismus.

[author_box]

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"Kleinste Bühne der Welt", UZ vom 6. März 2026



    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Baum.



    Spenden für DKP
    Unsere Zeit