Dass bürgerlich-pazifistische Organisationen nach diplomatischen Maßnahmen rufen, darf doch wirklich nicht verwundern. Daraus aber einen Skandal zu machen, ist doch nicht zielführend. Zumal sie eben militärische Maßnahmen ebenso verurteilen und ablehnen, wie es unsere Genossinnen und Genossen vor Ort tun. Und genau diesen Menschen fallen wir mit derartigen Positionen in den Rücken. Unsere Schwesterpartei und damit die fortschrittliche Kraft im Iran, die Tudeh-Partei, erklärt öffentlich, dass die Proteste, trotz Einmischungen aus dem Ausland, nicht nur legitime Volksaufstände sind, sondern dass sie zu unterstützen und zu fördern sind. Es ist möglich, gegen das „diktatorische Regime“ (Zitat Tudeh-Partei) und gleichzeitig gegen westliche Einmischungen und Regime-Changes zu sein. Aus der Erkenntnis, dass die Menschen unter einer US-gestützten Herrschaft der Monarchisten nichts zu gewinnen haben, kann doch nicht der Irrglaube folgen, die Menschen hätten etwas unter der Islamischen Republik zu gewinnen. Daher sollten wir uns hinter unsere Genossinnen und Genossen stellen und dem iranischen Volk das Vertrauen aussprechen, selbst Herr seiner eigenen Geschichte zu werden. Genauso wie wir der Tudeh-Partei vertrauen sollten, dass sie die Lage innerhalb des Irans richtig einschätzen kann.
Nicht zielführend
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"Nicht zielführend", UZ vom 30. Januar 2026


