„Tschüss“ gesagt

Die BSW-Mitbegründerin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Żaklin Nastić hat ihren Austritt aus dem BSW erklärt. In einem längeren Schreiben, das mit den Worten „In Hamburg sagt man: ‚Tschüss‘“ eingeleitet wird, wirft Nastić dem BSW undemokratische Praktiken und einen fehlerhaften Umgang mit der AfD vor. Nach ihren Erfahrungen in der Linkspartei habe sie gehofft, dass sich das BSW von „klebrigen und intriganten Parteistrukturen“ verabschieden und „eine entschlossene Oppositionspolitik gegen Rüstungsindustrie und Konzernmacht, gegen woken Verbotsextremismus und für ein historisch neues Zusammengehen von kleinen und mittleren Unternehmen und der Arbeiterschaft“ betreiben werde. Diese Erwartungen seien enttäuscht worden. Die Parteivorsitzenden Amira Mohamed Ali und Fabio De Masi reagierten gegenüber der dpa mit deutlichen Worten. Sie bezeichneten Nastićs Austrittserklärung als „konfus“. Das Schreiben zeuge „davon, dass es in der Politik leider immer wieder Personen gibt, die glauben, vorbehaltlos Anspruch auf ein gut dotiertes Abgeordnetenmandat zu haben“. Nastićs Landesverband in Hamburg sei zeitweise im Chaos versunken, sie selbst „kaum durch Sacharbeit aufgefallen“. Sie habe sich nach der Linkspartei dem BSW zugewendet und „nun offenbar der AfD“. Versöhnlicher zeigte sich der BSW-Landesverband Hamburg. In einer kurzen Mitteilung wies er die Vorwürfe von Nastić zurück und bedauerte ihren Austritt. Damit verliere „das BSW eine anerkannte wie erfahrene Politikerin, die sich insbesondere bei der Gründungsvorbereitung unseres Landesverbandes verdient gemacht hat“.

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"„Tschüss“ gesagt", UZ vom 10. April 2026



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