Zu „Hände weg von Venezuela“, UZ vom 9. Januar

Antiimperialistisch?

Rainer Dörrenbecher, per E-Mail

In der Erklärung der DKP zum Angriff der USA „Hände weg von Venezuela!“ heißt es: „Der militärische Angriff der USA und die Verschleppung des legitimen Präsidenten sollen einen Staatsstreich gegen die antiimperialistische venezolanische Regierung erzwingen.“ Der Begriff „antiimperialistisch“ zur Charakterisierung der Maduro-Regierung erschien mir schon beim ersten Lesen fragwürdig. Die Präsidentschaftswahlen 2024 waren nicht nur von imperialistischen Kräften mit eigenen Zielen kritisiert worden. Auch antiimperialistische Kräfte in Venezuela, einschließlich der KP Venezuelas, haben diese kritisiert. Auch wenn es in der Wahlpolitik der KPV zu dieser Wahl für uns einige Irritationen gab. Die Partei hatte immer unsere Solidarität, vor allem auch, als das Maduro-Regime das vom XVI. Nationalkongress gewählte ZK und den Parteivorsitzenden für illegal erklärte, die Partei für aufgelöst erklärte und eine regimeorientierte Spaltergruppe mit Führung akzeptierte. Antiimperialistisch ist doch mehr als im Gegensatz zu den USA stehen.

Die KP Venezuela sieht das Maduro-Regime so: „Diese Position (die Verurteilung der US-Aggression und Entführung, RD) impliziert unter keinen Umständen eine politische Verteidigung der autoritären, antidemokratischen, arbeiterfeindlichen und anti-populären Regierung von Nicolás Maduro, der de facto das Präsidentenamt der Republik ausübte. Maduro und die Führung der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) sind für schwerwiegende Verstöße gegen die Verfassung, die Gesetze sowie die politischen, arbeits- und sozialen Rechte der arbeitenden Menschen verantwortlich und schaffen günstige Bedingungen für imperialistische Belagerungs- und Aggressionspläne gegen das Land.“

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"Antiimperialistisch?", UZ vom 16. Januar 2026



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