Aus den "Informationen der DKP-Gruppe Eigen"

DKP Bottrop startet eine Unterschriftenaktion gegen den Lkw-Verkehr

Da kam in der letzten Woche doch eine gute Anzahl von Anwohnern der Stenkhoffstraße und aus der Siedlung zusammen, um gegen die Lkws zu demonstrieren, die durch die Siedlung brettern. Auch die Polizei war da – und konnte direkt einen dicken Laster anhalten. Ein Bewohner meinte in Richtung auf Michael Gerber: „Den hast du doch bestellt?“ – Nein, der Lkw war einer von viel zu vielen, die in der letzten Zeit durch die Siedlung fuhren. Das sind gewiss keine Schleichwege – denn von „Schleichen“ kann ja nun wirklich nicht die Rede sein, eher von rattern.

Obwohl vor der Demonstration endlich die Verbotsschilder aufgestellt waren, sind die Anwohner nach wie vor spürbar sauer, so war auf der Demonstration zu merken! Sie schlossen sich Sprüchen gegen den Krach an und hatten zum Teil selbstgemalte Schilder dabei. Michael Gerber als Anmelder der Demo geht von etwa 60 Personen aus, die hier mitgingen – es hätten mehr sein müssen, meinten manche Teilnehmer.

Und so ganz scheint das nicht verkehrt zu sein, denn inzwischen hat sich die Zahl der Lkws zwar verringert, aber aufgehört haben die Fahrten durch die Siedlung nicht – es wurden jetzt sogar Lkws beobachtet, die durch die Krümmerstraße fuhren. Nach wie vor werden Anwohner aus der Siedlung durch das Poltern der gar nicht freundlich brummenden „Brummis“ aus dem Schlaf gerissen.

Die Auseinandersetzung mit den Transportunternehmen, die ihre Fahrer antreiben, dass sie sich durch die Siedlung quetschen, um die Maut zu sparen, ist also noch nicht zu Ende. Manche Anwohner schreiben sich inzwischen die Lkw-Kennzeichen auf, um sie dann anzeigen zu können. Reicht das aus?

DKP-Bezirksvertreter Manfred Plümpe: „Wir müssen weiter gemeinsam Druck machen. In den nächsten Tagen startet eine Unterschriftenaktion gegen den Lkw-Verkehr in der Siedlung!“

Die DKP erhebt schwere Vorwürfe gegen VIVAWEST. Der Wohnungskonzern lässt die denkmalgeschützte Zechensiedlung Sydowstraße im Eigen systematisch verkommen und will sie jetzt privatisieren. Die Siedlung ist akut in ihrem Bestand gefährdet. Es gibt einen großen Sanierungsstau, da die VIVAWEST und die Vorgängergesellschaft THS jahrzehntelang nicht in den Erhalt der Siedlung investiert haben. In den 20 Häusern der 1936/37 errichteten Kolonie stehen aktuell 15 Wohneinheiten leer. Im Einzelfall ist in einem Siedlungshaus von vier Wohnungen nur noch eine Wohnung belegt. Damit entsteht Feuchtigkeit und Schimmelbefall in den Wohnungen, die Gärten verfallen.

Da die Siedlung eines der wenigen Beispiele einer erhaltenden Arbeiterkolonie aus den dreißiger Jahren im Ruhrgebiet darstellt, sind die Gebäude als zusammenhängendes Denkmal 2002 in die Denkmalliste der Stadt Bottrop eingetragen worden. Obwohl es von der VIVAWEST und der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bottrop ein Gestaltungshandbuch für die Siedlung Sydowstraße gibt, ist davon bisher nichts umgesetzt worden.

Die DKP hatte am 22. Juli zu einer Versammlung der Mieter eingeladen, an der 30 Anwohner teilnahmen. Die Mieter haben ihren Unmut über die mangelnde Instandhaltung und die drohende Privatisierung der Siedlung zum Ausdruck gebracht. Es wurde ein Mieterrat gebildet und eine Sammlung von Unterschriften unter ein Schreiben an die VIVAWEST und die Stadt Bottrop beschlossen.

Im Text der Unterschriftensammlung heißt es: „Der marode Zustand der Häuser hat bereits zahl-reiche Mieter aus der Siedlung vertrieben. Der hohe Leerstand verstärkt ihren Verfall. Der Leerstand ist eine Zweckentfremdung von Wohnraum. Die verbliebenen Nachbarwohnungen haben feuchte Wände und die Gärten verwahrlosen.

Wir fordern VIVAWEST auf, in die Instandhaltung der Siedlung zu investieren. Leere Wohneinheiten müssen wieder vermietet werden. Als Mieter sind wir gegen einen Verkauf oder die Privatisierung der Siedlung. Wir erwarten von VIVAWEST und der Stadt Bottrop dringend Maßnahmen zum Erhalt und die Pflege der Siedlung.“

DKP-Ratsmitglied Michael Gerber: „VIVAWEST darf es nicht darauf anlegen, dass sich der Denkmalschutz von selbst erledigt, weil die Häuser abbruchreif werden. Der Leerstand ist eine Zweckentfremdung von Wohnraum. VIVAWEST hat die Verpflichtung die Siedlung zu erhalten.“ Die DKP kritisiert auch, dass VIVAWEST drei Mehrfamilienhäuser mit 24 Wohneinheiten bereits leergezogen hat. Nach Aussagen der Stadt will der Wohnungskonzern die Häuser abreißen und Einfamilienhäuser errichten lassen. Michael Gerber: „Anstatt preiswerten Wohnraum zu erhalten will VIVAWEST das Bauland versilbern. Dies muss die Stadt verhindern.“

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