Ein Kind des Widerstands aus Berlin erinnert an seine Eltern

Erinnerung an Hans und Hilde Coppi

Dr. Geertje Andresen

Am 25. Januar jährte sich der Geburtstag des Berliner Widerstandskämpfers Hans Coppi zum 110. Mal. Aus diesem Anlass erscheint im Frühjahr im Walter Frey Verlag in der Reihe „Weddinger Bücher“ die „Annäherung an meine Eltern Hans und Hilde Coppi“ des Historikers Hans Coppi jr. Das Buch enthält Texte über die „Rote Kapelle“, Erinnerungen an die Eltern und das Leben in der DDR sowie bislang unveröffentlichte Briefe, die Hans und Hilde Coppi während ihrer Haft geschrieben haben.

Hans Coppi wurde am 25. Januar 1916 in der Hochstraße im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen, der 1920 Teil des Bezirks Wedding wurde, geboren. Dort besuchte er die Volksschule in der Böttgerstraße, das Lessing-Gymnasium in der Pankstraße und danach von 1929 bis 1932 die reformpädagogische Schule auf der Insel Scharfenberg in Tegel. Als Mitglied des illegalen Kommunistischen Jugendverbands beteiligte sich der 17-Jährige auch nach der Machtübertragung an die Faschisten an der Verbreitung von Flugblättern gegen das Hitler-Regime. Deswegen wurden er und andere Gruppenmitglieder festgenommen. Nach kurzer Inhaftierung im KZ Oranienburg wurde Coppi zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nachdem er im Februar 1935 aus der Jugendstrafanstalt Plötzensee entlassen wurde, schloss er sich erneut dem Scharfenberger Freundes- und Diskussionskreis an und beteiligte sich wieder an der Verbreitung illegaler Flugblätter. Coppi arbeitete als Dreher und lernte in Abendkursen technisches Zeichnen. Um 1939/40 kam er über Freunde in Kontakt mit der Freundes- und Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen.

Auch Hans Coppis Ehefrau Hilde – die beiden hatten 1941 geheiratet – beteiligte sich an den Widerstandsaktivitäten. Im September 1942 wurden beide von der Gestapo verhaftet.

Zwei Monate später, am 27. November 1942, brachte Hilde Coppi im Frauengefängnis Barnimstraße ihren Sohn Hans zur Welt. Wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Feindbegünstigung und Spionage“ verurteilte das Reichskriegsgericht das Ehepaar zum Tode. Hans Coppi wurde am 22. Dezember 1942 in Plötzensee ermordet, Hilde Coppi am 5. August 1943.

Dr. Geertje Andresen (Herausgeberin)

„Annäherung an meine Eltern Hans und Hilde Coppi“
Erscheint im Frühjahr 2026
wedding-buecher.de

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"Erinnerung an Hans und Hilde Coppi", UZ vom 30. Januar 2026



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