Zu „Ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt“, UZ vom 13. Mai

Klassencharakter des Krieges

Thomas Mehner, Krefeld

Genosse Brenners Artikel ignoriert das marxistisch-leninistische Verständnis imperialistischer Kriege und ihrer Ursachen. Lenin weist nach, dass die unvermeidbar ungleichmäßige Entwicklung der imperialistischen Länder zu Machtverschiebungen führt, die dann letztlich militärisch ausgetragen werden. So auch im ukrainischen Stellvertreterkrieg zwischen der imperialistischen US-NATO-EU, die ihre Übermacht in die Tat umsetzen will, und dem imperialistischen Russland, das sich nicht unterwerfen will.

Das Gerede von Angriff oder Verteidigung, gerecht oder ungerecht umgeht Lenins zentrale Erkenntnis, dass zur Bewertung von Kriegen ausschließlich ihr Klassencharakter maßgeblich ist: unbedingt gerechtfertigt und zu unterstützen ist allein der revolutionäre Krieg zur Verteidigung der Revolution gegen ihre imperialistische Abwürgung. Antikoloniale Befreiungskriege verdienen Sympathie, wenn sie die imperialistischen Mächte schwächen und die Kampfbedingungen für die Fortschrittskräfte verbessern. Beides trifft hier nicht zu!

Es ist gefährlich falsch und desorientierend, Russland dennoch als „objektiv antiimperialistisch“ auszugeben oder den Krieg in die Nähe antifaschistischer Befreiung (KPRF) zu rücken. Aufgabe von Kommunisten ist nicht, eine der imperialistischen Kriegsparteien zu unterstützen, sondern den Hauptfeind im eigenen Land, den deutschen Imperialismus, zu bekämpfen, dass er sich nicht weiter an diesem Krieg beteiligt, für weitere Kriege aufrüstet und uns die Zeche bezahlen lässt.

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"Klassencharakter des Krieges", UZ vom 27. Mai 2022



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